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Was ist eigentlich euer Problem, Bitches?

Heute ist der Internationale Tag gegen Homophobie. Schön und gut. Aber warum ist es eigentlich ein Problem für so viele Leute, wer wem was worein steckt, oder auch nicht?
17.5.13

„Sorry to show you this. It's the face of Homophobia." Wilfred de Brujin

David Berger plädiert gerade öffentlich dafür, dass Leute wie Gabriele Kuby oder Martin Lohmann nicht mehr in Talkshows eingeladen werden sollten, weil sie homophobe Thesen vertreten, die in abgewandelter Form in anderen Themenbereichen nicht mehr akzeptabel wären. Zum Beispiel Lohmann, der einem schwulen Gast mal nahelegte, dass er nicht die richtigen Erfahrungen mit der Heterosexualität gemacht hätte, weshalb er jetzt offensichtlich schwul geworden ist. Berger sagt, würde man dieses Argument auf Juden und Christen anwenden, würde das bedeuten, dass Juden nur deshalb noch Juden sind, weil sie noch nicht lange genug mit der christlichen Lebensweise konfrontiert wurden. Macht nicht gerade einen schlanken Fuß, wenn man mal drüber nachdenkt, right?

Aber diese Vorzeigehomophoben sind ja nur die Spitze dieses Hass-Eisbergs. Sie sind diejenigen, die Homophobie in den Medien normalisieren, aber ihre hasstriefenden Stimmen steigen eben aus diesem tiefen, schlammigen Abgrund auf, der sich unter einer extrem dünnen Schicht von Political Correctness verbirgt, die die guten Bürger dieses Landes davon abhält, den ganzen Schwuchteln da draußen mal wieder richtig schön die Fresse zu polieren, damit sie wissen, wo sie hingehören. Leute wie Kuby und Lohmann verdünnen diese Schicht mit ihren Hasspredigten immer und immer mehr. Und David hat recht, wenn er sagt, dass solche Tiraden dazu führen, dass homophobe Gewalt zum Ausbruch kommt. Man kann sogar noch ein paar Schritte weitergehen! Jetzt gerade denkt es zwar die Mehrheit, aber niemand traut sich, was zu sagen oder zu tun. Das macht man halt nicht. Es herrscht eine Art Konsens, dass man nicht mehr „Neger", „Schwuchtel" oder „Polacke" sagt. Und wenn man sich nicht ins gesellschaftliche Abseits manövrieren will, zündet man keine Asylantenheime an, jagt keine Afrikaner durch die Innenstadt oder geht nicht Arschficker klatschen. Das ändert aber nichts daran, dass die breite und tumbe Mehrheit ziemlich genau das immer noch gerne tun oder es zumindest unterstützen würde. Wenn jetzt Leute wie Lohmann gegen, in diesem Fall, Schwule hetzen, wird dieser Konsens immer mehr und mehr aufgelöst und die hässlichen Deutschen können endlich wieder ihre ekelhafte Visage zeigen.

Soviel zum Großen und Ganzen, aber jetzt mal unter uns. Warum müssen wir darüber überhaupt reden? Warum ist das ein Problem? Mal im Ernst, warum kümmert es Leute wie Gabriele Kuby, mit wem ich wie ficke? Haben sie und ihre Freunde keine anderen Probleme? Nichts könnte mir egaler sein als der Penis von Martin Lohmann und wo er ihn am liebsten reinsteckt (solange ich es nicht bin). Sorry, wenn ich damit jetzt einer von euch Ladys auf die Füße treten sollte, aber ich würde ganz gern vermeiden, mit meinem Penis in die Näher eurer Intimbereiche zu kommen. Aber mach ich irgendjemandem einen Vorwurf, der das will? Nö. Es ist mir komplett, vollkommen und absolut egal. Könnt ihr euch nicht alle einfach mal entspannen?