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Sex

Sex-Toy-Innovationen im Test—das Schönste für die Lieben zum Fest

Wer noch ein paar schöne Weihnachtsgeschenke für seine/n Liebste/n sucht, ist hier gut beraten. 

von Kinda Wild
20 Dezember 2013, 12:43pm

Naturgemäßer Sex ist der Schönste. Alle nackt, mit unrasierten Frauenbeinen, nicht gestutzten Büschen rings um Penis und Pussy und natürlich ohne Sex-Toys, dieser schrecklichen Erfindung einer US-dominierten pornofizierten Sexual-„Kultur“—einer Milliardenindustrie, die vom wahren Wesen der Sexualität, nämlich der Verschmelzung zweier Seelen, ablenken und zu mehr Konsum verleiten will.

Diese Worte hörte ich noch bei meinem Besuch in einer sektenähnlichen Landkommune, die sich die Erschaffung einer Gesellschaft, in der die freie Liebe als höchstes erstrebenswertes menschliches Lebensziel gilt, auf die Fahnen geschrieben hat. Sprich: Jeder soll Sex mit jedem haben, sich frei machen von Besitzdenken und Eifersucht und viel Energie in die Entwicklung einer offenen, vorurteilsfreien und lebendigen, inspirativen Sexualität legen. Oralverkehr wird als Form des Sexismus gesehen, wenn er einseitig ausgeführt wird, und ja, nochmal das Dogma, es kommt ja eher auf die Vereinigung der Wesen an.

Irgendwann früher dachte ich auch mal so. Mein Sex ist toll, meine Typen und ich kommen immer, meist zeitgleich, und auch die Selbstbefriedigung führte ich selbstverständlich ohne Hilfsmittel aus. Ich vertrat wohl eine fiktive sexuelle Ehre vor mir selbst und dachte lange Zeit, dass alle möglichen Sorten von Toys nur für verzweifelte, hässliche, gestörte oder einsame Menschen erfunden worden sind.

Das war, bevor ich die extrem anregende Wirkung von Cannabis-Erzeugnissen auf meine Libido ausgetestet hatte. Nach einem durchkifften und -wichsten Wochenende war mir klar, dass die zarte Haut rings um mein Geschlechtsorgan durch diesen angenehm tiefenentspannenden Zeitvertrieb zu wundgescheuert war, als dass ich so weitermachen könnte.

Da ich—wie übrigens ziemlich viele Frauen, die ich kenne—bei der Masturbation keinen besonderen Wert auf irgendwelche Fremdkörper in meiner Pussy lege, schaffte ich mir einen kleinen Vibrator an, den ich mir nie einführte, dessen äußerlich angewandte Vibration aber eine wunderbare und blitzschnell stimulierende Wirkung auf meine Klitoris ausübte, ohne dass ich mich beim wiederholten Wichsen blutig rubbeln musste. 

Meinem großen Interesse für Sex folgend wurde ich später Sexkolumnistin. Ein Beruf, der mir erlaubte, mich auch und gerade in meiner Arbeitszeit für alles Sexuelle zu interessieren. Vermeintliche Abgründe wurden zu interessanten Forschungsgebieten, deren Ergründung mich natürlich immer wieder auf eine der weltweit größten Sexmessen führt.

Als ich das erste Mal einen britischen Toy-Designer interviewte, der mir seinen preisgekrönten High-Tech-Vibrator, anschließbar an sämtliche Apple-iProdukte und rhythmisch synchronisierbar mit MP3-Playlists, vorführte, fanden meine Leidenschaften für schöne Gefühle und technische Innovationen zusammen. Ich widmete mich fortan auch der Erkundung von Sexspielzeug.

Wer noch ein paar schöne Geschenke für seine/n Liebste/n zum Fest der Liebe sucht, ist also hier gut beraten—wer seine Kumpels zum Junggesellenabschied nur „lustig verarschen“ will, kauft einfach bitte weiter Riesengummidildos oder aufblasbare 20-Euro-Plastikpuppen aus dem Schmuddelsexshop ums Eck. 

Das Tenga-Ei

Das Ei kostet rund vier Euro und ist nur einmal zu gebrauchen, was natürlich auch zu zweit geht. Nach Öffnung der hübschen Design-Ei-Schale entdeckt man eine glibberige, weiche, glitschige und nach einiger Gewöhnungszeit recht angenehme milchige und einige Millimeter dicke Hülle, die über den Penis zu stülpen ist. Die dann selbstständig oder durch jemand anderes ausgeführte Masturbation ist Testusern zufolge „irre geil“, „abgefahren, wie 'ne Muschi, aber besser“ oder „Hammer, bin noch nie so krass allein gekommen“. 

Sehr praktisch: Das Ejakulat bleibt in der Schleimhülle, klebrige Flecken und das panische Suchen nach Tüchlein hinterher wird also vermieden. Mein Sexpartner, der mir zuvor Stein und Bein geschworen hatte, dass Sex mit mir und ohne Hilfsmittel ganz toll sei, verlangte schon nach der ersten Anwendung nach mehr Eiern—ebenso wie die neun weiteren Testpersonen, die ich mit dieser künstlichen Stülp-Schleimhaut im Ei bedachte. Alle wollten umgehend, sofort nach Test, noch so ein Ei bzw. viele und die Bezugsadresse haben. Hier könnt auch ihr sie bestellen.

Penomet 

Penomet ist nach Herstellerangaben die „wissenschaftlich erwiesene Penispumpe—zur sicheren, leistungsstarken und effektiven Penisvergößerung“. Es gibt viele verschiedene Penispumpen, von einfach bis sehr kompliziert, von billig bis aufwändig gearbeitet und dementsprechend kostengünstig oder -intensiv.

Das Besondere an Penomet (rund hundert Euro) ist die Anwendung mit warmem Wasser. Zusammen mit einer ausführlichen Trainingsanweisung ist so angeblich die Chance gegeben, dass das „potenzielle Wachstum Ihres Penis um 80 Prozent gegenüber herkömmlichen Methoden“ beträgt. Diese herkömmlichen Old-School-Penispumpen funktionieren durch die Kompression von Luft und das Erzeugen von Vakuum, was nach Angabe der Penomet-Entwickler zu einer „ungleichmäßigen“ Penisvergrößerung führt. Die Penomet-Designer behaupten, dass ihr Produkt innerhalb von nur 15 Minuten bis zu 7,62 Zentimeter Längenwachstum und bis zu 30 Prozent Umfangverdickung bewirken kann!

Um Penomet anzuwenden muss sich der Penisträger in die Badewanne oder unter die Dusche begeben, dann wird der Zylinder (Penomet ist einfach eine große Plastikflasche, ähnlich denen, die in der Psychiatrie verwendet werden, um Patienten ihre Tagesdosis in Flüssigkeit aufgelöster Psychopharmka zu verabreichen) mit warmem Wasser gefüllt und auf den schlaffen oder halbsteifen Schwanz gesetzt. Am unteren Ende befindet sich eine Gummigamasche (verschiedene Größen erhältlich), und nun muss der Tester pumpen. 

So kann die Gamasche einen saugartigen Unterdruck erzeugen, der den Schwanz voll mit Blut laufen lässt. Ja, es funktioniert, ja, der Penis wird augenscheinlich dicker und länger, ohne die Libido besonders anzuregen, doch muss man gut aufpassen, denn sollte zu viel gepumpt werden und sich der Schwanz dunkelblau-violett verfärben, ist Vorsicht geboten. Dann heißt es, blitzschnell das am oberen Ende des Geräts befindliche Ventil zu drücken, Wasser auslaufen lassen und den Druck so mindern.

Risse in den Blutgefäßen und eine noch schlimmere Unterfunktion des Gehirns als ohnehin bei Erektionen (bis hin zur Ohnmacht) könnten sonst die Folge des riesigen Unterdrucks sein. Aber das Ding funktioniert. Ein ähnlicher—kurzzeitiger—Effekt kann allerdings auch ungefährlicher mit einem stabilen, engen Cockring erzielt werden. Ob tatsächliches Wachstum von „bis zu 7,62 cm bei regelmäßigem Training“ tatsächlich gegeben ist, konnte ich leider nicht überprüfen, da die Testperson über ein natürliches Größenwachstumspotenzial von zehn auf zwanzig Zentimeter auch ohne Pentomet in Sekunden verfügt—an der unteren Seite gemessen es sogar auf 22 Zentimeter bringt. Wir hatten beide Angst vor dem Langzeittest, der ja im Idealfall 29,62 bedeutet hätte.

Die Testperson fand das Gerät nach ein paar Versuchen einfach „zu bescheuert“, obwohl der Hersteller auf der Venus mir noch den Halsgurt mitgab, den Mann sich umlegen kann, wenn er keine Lust hat, zwei Liter Wasser in einer Plastikflasche, die er auf- und niederdrücken muss, zu halten. Vielleicht eher ein Geschenk für Männer mit einem tatsächlichen Größenproblem, mit medizinisch bedingten Erektionsproblemen oder doch eher für den Junggesellenabschied. 

Wer es wirklich wissen will oder dringend auf „bis zu 7,62 cm“ angewiesen zu sein meint, bestellt den Plastikzylinder mit Gummigamaschen hier

Ovo B12

Ovo ist ein innovativer deutscher Sex-Toy-Produzent, der wie die japanischen Lifestyle-Designer vom Tenga-Ei Wert auf elegantes und möglichst unschlüpfriges Design seiner Produkte legt.

2013 wurde die Firma sogar für den Deutschen Designpreis nominiert, als erste Sex-Toy-Firma überhaupt. In der Produktpalette finden sich viele formschöne Vibratoren, die sich allesamt von der bei Männern vorherrschenden „Größer, länger, dicker, härter“-Vorstellung von dem, was Frauen wollen, abheben. Angeblich wurden sechs Jahre in die Forschung nach höchstem Standard investiert, für „anspruchsvolle und designorientierte“ Kunden. 

Der getestete B12 ist ein kleines Gerät, aber mit großem Spaß für Mann und Frau—oder Mann und Mann. Ein Schwanz muss aber mindestens im Spiel sein.

Der B12 ist ein kleiner viereckiger Vibrator, circa 2 x 1,5 cm im Rechteck. Dieses batteriebetriebene Rechteck ist auf einem doppelten, engen, extrem dehnbaren Cockring angebracht. Kaum sind die beiden Ringe über den—gerne auch schlaffen—Schwanz gezogen, wird dieser naturgemäß dicker und härter. Wenn dann noch der kleine Vibrator angeschaltet wird, stimuliert das nicht nur die Peniswurzel, sondern lässt auch den ganzen Schwanz vibrieren. Hui! Wird der vibrierende, harte Schwanz eingeführt, so wird die Frau innerlich sanft in Schwingung gebracht und kann sich als Krönung mit der Klitoris an den kleinen Rechteck-Kasten an der oberen Seite der Peniswurzel schmiegen. Ein ziemlich schneller und heftiger Orgasmus kann so in kürzester Zeit erreicht werden. Toll für Frauen, deren Typen sonst immer zu schnell kommen, toll für Frauen, die sonst Schwierigkeiten haben, zu kommen. Nichts für ein eingespieltes, gut funktionierendes Sexteam, da die Frau sich permanent in Lust verliert, während der Mann noch nicht mal richtig zustoßen kann.

Wer sich oder seiner Liebsten diesen feinen Spaß bereiten möchte, bestellt bitte hier—aber aufgepasst, was Mann damit seiner Sexualität antut, denn die Firma gibt 15 (!) Jahre Garantie auf ihr Erzeugnis. 

WaldMichlsHoldi-Holzvibratoren

Eines der sympathischsten Sexspielzeuge sind die WaldMichlsHoldi-Holzvibratoren. Die Familie Thüry (Elmar, Maria, Jasmin, Daniel und Dominik) aus dem 700-Seelen Dorf Hettigbeuern im Odenwald stellt diese hochwertigen, langlebigen und handwerklich kunstvoll gestalteten Vibratoren in abgewandelten Dildoformen her.

WaldMichlsHoldi entstand, als Papa Elmar Holzpilze drechselte—im Odenwald eine beliebte Zier für Vorgärten. Mitten im Prozess fiel ihm auf, dass der Pilzstumpf auch als Dildo funktionieren könnte. Nach einigen Tests ging die gesamte Familie dazu über, sich auf die Herstellung und den Vertrieb von Holzvibratoren mit den niedlichen Namen „Hummel“, „Elfe“, „Bieber“, aber auch größeren Varianten wie „Bärenzunge“ und „Goliath“ zu konzentrieren.

Als Grundmaterial dient Fichtenholz, das eine starke natürliche Eigenresonanz besitzt und so—das bestätigt auch der Selbsttest—eine sehr intensive und stimulierende Vibration im Inneren des penetrierten Körpers erzeugt. 

WaldMichlsHoldi hat festgestellt, dass die Kombination aus Fichtenholz und Vibration ein sehr hochqualitatives und edles Erotikspielzeug ausmacht. Die natürliche Eigenresonanz des Fichtenholzes ermöglicht eine sehr intensive und stimulierende Vibration, die ihresgleichen sucht. Besonderen Wert legen die Hersteller darauf, dass Fichte ein sehr schnell nachwachsender Rohstoff ist, der durch eine nachhaltige Forstwirtschaft die Umwelt nicht belastet. 

Die edlen Beschichtungen (nach DIN 71.3 der deutschen Kinderspielzeugverordnung) aus mehrfach geprüften, für den Körper unschädlichen Lacken sind lösungsmittelfrei und somit auch für Allergiker geeignet. Dafür verbürgen sich nicht nur Elmar und seine Familie, sondern auch der deutsche TÜV. Da deutsche Handarbeit seinen Preis hat, sind die WaldMichlsHoldi-Vibratoren, -Dildos und -Plugs nicht ganz günstig. 

Double Penetrix

Einen Partner mit ein wenig Mut braucht es, um mein persönliches Lieblingsspielzeug, den Strap-on „Double Penetrix“ aus der Fetish-Fantasy-Kollektion des US-Herstellers Pipedream auszuprobieren und dann mit großer Wahrscheinlichkeit lieben zu lernen. Wie eingangs erwähnt helfen Drogen, Hemmschwellen im Umgang mit Toys zu senken—was keine Aufforderung zum Drogenkonsum beim Sex sein soll, sondern nur eine Feststellung ist.

Irgendwann streckte mir bisher fast jeder Mann seinen Hintern mit einem leisen „Bitte“ entgegen, und nach den ersten Experimenten mit Deorollern in Kondomen und normalen Dildos entschied ich, dass ein professionelles Upgrade hermusste. Ich besorgte mir meinen ersten „Vorbindepenis“. 

Eine großartige Erfahrung! In der aktiven Position zu vögeln kann für eine Frau mehr als „oben“ sein bedeuten—und mit dem eingangs etwas martialisch wirkenden „Double Penetrix“ kann das Penetrieren eines hübschen Männerhinterns verdammt viel Spaß machen. Schließlich steckt das kleine dicke Ende in der Frau und stimuliert (auch die Klit) so angenehm, dass frau sich endlich mal so richtig ausficken kann, auch wenn der falsche Schwanz nur kurzzeitig geliehen ist. Hier für absolut lohnend investierte 34,99 zu bestellen.

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