Das ist Pete Doherty, letztes Wochenende in Stockholm, in den Händen eine Sonics-Platte von unserer skandinavischen Redakteurin. Wenn du irgendwo aus der Region stammst, hast du dieses Bild wahrscheinlich schon tausend Mal gesehen, aber für alle, die außerhalb des Einflussbereiches der schwedischen Klatschpresse leben, fassen wir mal kurz zusammen: Nach einem Auftritt beim schwedischen Hultsfred Festival letzten Freitag und kleineren Problemen mit der Polizei wegen etwas Koks in der Blutbahn, beschlossen Doherty und seine Crew nach Stockholm zu düsen und die Black Lips (gerade unsere liebsten Südstaatler) zu treffen. Die wurden dann prompt überzeugt, die Babyshambles als Opener für den Gig nächsten Abend zu engagieren. Zwar sind die Gerüchteköche wie üblich Durchdrehen, aber es gibt glaubwürdige Aussagen, dass wenigstens einige der folgenden Dinge tatsächlich passiert sind:- nachdem Pete etwa die Hälfte seines Sets absolviert hatte, drehte der Manager auf der Bühne den Strom ab und befahl dem Local-DJ: "Get the disco going"- während hunderte wütender Fans um die Wette kreischten und sein eigener Bassist den Club nach einem Mikroeingang absuchte, spazierte Pete zum DJ-Pult rüber, steckte blindlings seine Hand durchs Fenster und fragte nach kurzer Denkpause: "Who's Got the Crack?"- als die Black Lips übernahmen, blieb Pete dabei, um ein paar Songs mit ihnen zu spielen, wurde aber letztendlich von einem Security Guard und dem Besitzer der (laut unserem Skandi-Kollegen) besten illegalen Bar Schwedens von den Bühne gezerrt (siehe Foto weiter unten).- als die Black Lips übernahmen, blieb Pete dabei, um ein paar Songs mit ihnen zu spielen, machte dann aber lieber mit ein paar Girls aus dem Sidestage und einer Gitarre der Lips rum.- nachdem er aus dem Club geschmissen wurde oder selbigen aus freien Stücken, aber mit einer geklauten Gitarre, verließ, verbrachte Pete den Rest des Abends damit, die Mädels in der Stockholmer Altstadt zu terrorisieren, als wäre er ein besoffener Roboter aus dem "Fluch der Karibik"-Teil von Disney World.Die Zukunft wird zeigen, welche dieser Meldungen einen "wahr"-Smiley verdienen und welche eine Verleumdungsklage. Oder vielleicht auch nicht. Vielleicht hat dervon morgen bereits Doherty und die Lips auf dem Cover, wie sie an besagtem Samstagabend dem Bürgermeister von Helsinki die Hand geben und ihre unversehrten Gitarren präsentieren. Ist halt auch schwer zu verhindern, dass sich so eine Geschichte in ein verdammtes Remake von Rashoman verwandelt, wenn in den Hauptrollen ein Typ, der sich vielleicht sein eigenes Naltrexone-Implantat aus dem Körper gerissen hat, vier Jungs, deren Signature-Move es ist, sich auf der Bühne gegenseitig in den Mund zu pissen und die sich ihr Equipment in ganz Skandinavien zusammengeklaut haben und etwa 30 tollwütige Paparazzi aus einer der sensationslüsternsten Gegenden Europas auftreten. Schon schwer genug, das Ganze einfach zu ignorieren. "Pete wer? Ja, was auch immer…"
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