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The Sick Day Issue

Hinter dem Cover

Das Cover der Oktoberausgabe des VICE Magazins wurde in einer Favela namens Santo Amaro, in Rio de Janeiro aufgenommen. Wir sprachen mit Fotografin Stefanie Moshammer über ihre Arbeit in Brasilien und die Inspiration hinter den Aufnahmen.
9.10.16

Aus der The Sick Day Issue

Die Wiener Fotografin Stefanie Mooshammer war bereits vergangenes Jahr Teil unserer Ausgabe—und zwar mit ihrem letzten Projekt namens Vegas and She, in dem sie die Kultur rund um den Strip in Las Vegas porträtiert. In Das Land der schwarzen Milch wendet sie ihre Neigung auf die farbenfrohen Ränder von Rio an.

Was ist die Geschichte hinter deinem Titelbild?

Es wurde in einer Favela namens Santo Amaro in Rio de Janeiro gemacht. Die Polizei hat diese Favela 2012 befriedet, im Zug ihres Kampfes gegen die Verbrecherorganisation

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Cmando Vermelho

(CV), aber das CV existiert nach wie vor —nur mit einer anderen Dynamik. Ich denke, die Polizei und die Gangster haben eine Art Abmachung. Die meisten Fotos der Serie sind hier entstanden.

Wie hast du Zugang bekommen?
Um Fotos in der Favela zu machen, oder überhaupt nur Zugang zu bekommen, brauchst du Kontakt zu jemanden, der dort zuhause ist und dich jemandem aus der Gang vorstellt. Ein Freund von mir hat mich bei den Mitgliedern des Comando Vermelho eingeführt und sie haben aus Respekt vor diesem Freund zugestimmt.

Stefanie Moshammer bei den Aufnahmen am Strand von Rio

Woher kommt der Titel Das Land der schwarzen Milch?
Schwarze Milch hat vor allem einen geschichtlichen Hintergrund. Während der Sklaverei war schwarze Milch der Ausdruck für Milch, die man Sklavenmüttern wegnahm, um damit Babys zu versorgen. Um Rio zu verstehen, muss man auch die Geschichte Brasiliens verstehen. Rund vier Millionen Sklaven wurden von Afrika hierher verschifft; viel mehr als in die USA. Heute leben die meisten Nachfahren in den Randgebieten oder Favelas, aber sie arbeiten immer noch in Rios reicherer Südzone. Auch wenn meine Arbeit keinen fotojournalistischen Ansatz verfolgt, möchte ich damit trotzdem auf wichtige Themen hinweisen, die an den Orten, die ich besuche, existieren.