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Der The-Wire-Erfinder über die Unruhen in Baltimore und das Fehlverhalten der Polizei

„ ... selbst aus der Perspektive dessen, was Polizisten heimlich für gerecht halten, ist das hier Bullshit und ein Albtraum."

von Bill Keller
30 April 2015, 11:47am

David Simon in Baltimore (Foto: Wikimedia Commons / MacArthur Foundation)

David Simon ist der wohl bekannteste Chronist des Lebens auf den gewalttätigen Straßen Baltimores. Er arbeitete über 12 Jahre für die Lokalredaktion der Baltimore Sun, schrieb das Buch Homicide: Ein Jahr auf mörderischen Straßen (1991) und zusammen mit dem ehemaligen Mordkommissar Ed Burns The Corner: Bericht aus dem dunklen Herzen der amerikanischen Stadt (1997), das Simon für eine gleichnamige Miniserie auf HBO adaptierte. Außerdem ist er der Erschaffer, ausführende Produzent und Hauptschreiber der HBO-Serie The Wire (2002-2008) und sitzt im Beirat des Marshall Project. Bill Keller hat sich Dienstag mit ihm unterhalten.

Bill Keller: Was müssen die Menschen, die nicht aus dieser Stadt kommen, über das, was hier gerade los ist, wissen? Der Tod von Freddie Gray und die Reaktionen darauf?
David Simon: Es gibt da wahrscheinlich eine ganze Menge zu verstehen, und ich bin mir gar nicht sicher, ob ich alles verstehe. Der Teil, der mir sehr systemimmanent vorkommt und direkt damit verbunden zu sein scheint, ist der, dass der Krieg gegen die Drogen, der in Baltimore so aggressiv wie in jeder anderen amerikanischen Stadt geführt wird, das Verhältnis zwischen Polizei und Bewohnern veränderte und das Vertrauen zueinander beeinträchtigte—besonders zwischen der afroamerikanischen Bevölkerung und der Polizei. Der Krieg gegen die Drogen hat das Konzept des Tatverdachts komplett zunichte gemacht. Es geschah alles nach und nach, aber selbst als ich Polizeireporter war—also von den frühen 80ern bis in die frühen 90er—war die Notwendigkeit der Polizeibeamten, die Grundrechte derjenigen zu berücksichtigen, die sie eigentlich beschützen sollten, in Baltimore auf ein Minimum reduziert. Es war fast so, als hätten sich die lokale Regierung, die Polizeipräsidenten und die verschiedenen Bürgermeister untereinander abgesprochen. Es machte nicht nur alle Menschen in diesen armen Bezirken zu potenziellen Opfern polizeilicher Willkür, sondern es lehrte Polizisten auch, nicht mehr so zu unterscheiden, wie sie es mal gemacht hatten.

Tatverdacht war für einen Polizisten in Baltimore schon immer eine fadenscheinige Angelegenheit—eigentlich ist es überall eine fadenscheinige Angelegenheit, aber gerade in Baltimore, in diesen Verbrechensschwerpunkten und stark von der Polizei kontrollierten Gebieten, war es noch mal schlimmer. Als ich dort anfing, machten sie Witze wie: „Weißt du, was Tatverdacht auf der Edmondson Avenue heißt? Du fährst in deinem Funkwagen vorbei und der Typ schaut dich zwei Sekunden zu lange an." Tatverdacht war eigentlich immer das, worüber man später vor Gericht am besten lügen konnte.

„Ich weiß, ich höre mich an, als hätte ich einen Sprung in der Platte, aber wir müssen den verdammten Krieg gegen die Drogen beenden."

Als hier dann irgendwann Kokain aufkam, die Stadt die Kontrolle über viele Straßenzüge verlor und die Gewalt auf dem Höhepunkt war, herrschte in einigen Teilen der Regierung richtige Panik. Sie entschieden dann, dass selbst der Hauch von dem, was einem der vierte Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung auch auf der Straße zusicherte, zu viel war. Danach war dann alles vorbei. Es brauchte danach noch nicht mal mehr einen Tatverdacht. Der Stadtrat beschloss eine Anordnung, die bestimmte Teile der Stadt zu drogenfreien Zonen erklärte. Sie erklärten wortwörtlich ein Viertel bis zu einem Drittel von Baltimores Innenstadt zu einem Sperrgebiet für seine Bewohner. Wenn du in diesen Gegenden rumlungertest, wurdest du durchsucht und festgenommen. Das muss man sich mal vor Augen führen: Es war ein Freifahrtschein für die Polizei, um wirklich beliebig und willkürlich vorzugehen. Es ermöglichte den Polizisten, auf den Straßen für Ordnung zu sorgen, wie auch immer sie wollte.

Wie spielt denn die Hautfarbe mit rein? Baltimore ist eine Stadt mit einer schwarzen Mehrheit, einem schwarzen Bürgermeister, einem schwarzen Polizeipräsidenten und vielen schwarzen Polizisten.
Was schrieb Tom Wolfe über Polizisten? Früher oder später werden sie alle Iren? Das stammt aus Fegefeuer der Eitelkeiten. Als Ed und ich an The Corner arbeiteten, wurde uns klar, dass die brutalsten Cops in unserem Bezirk des Western District alle schwarz waren. Die Typen, die dir ohne nachzudenken, eine Tracht Prügel verpassten, waren schwarze Polizeibeamte. Müsste ich das beurteilen und eine Erklärung dafür finden, dann würde ich sagen, dass der Krieg gegen die Drogen eine Form der schichtspezifischen und sozialen Kontrolle war, aber auch eine rassistische Komponente hatte. Ich würde sagen, dass diese beiden Absichten untrennbar miteinander verbunden sind—es ist schwer zu sagen, wo die eine beginnt und die andere endet. Wenn du aber afroamerikanische Polizeibeamte hast, die den Leuten, die sie eigentlich beschützen sollen, die Scheiße aus dem Leib prügeln, dann ist das schon ziemlich bemerkenswert.

In gewisser Weise waren sie dazu sogar ausdrücklich befugt. Damals, sogar noch bevor es Handys oder Digitalkameras gab—die mittlerweile durch die Dokumentation von Polizeigewalt einiges verändert haben—, damals war man noch viel verletzlicher, wenn man weiß war und auf jemanden losgehen wollte. Wenn man weiß ist, seinen Schlagstock zieht und anfängt, jemanden zu verprügeln, dann hat das eine total andere Dynamik, als wenn man ein schwarzer Polizist war. Wenn man schwarz war, war es sicherer, brutal vorzugehen. Ich weiß auch nicht genau, was ich mit dieser Beobachtung machen soll, außer darüber zu berichten. Es war die verstörendste Dynamik, die ich mir hätte vorstellen können. Irgendwas, das den weißen Beamten—wie brutal diese auch immer sein wollten oder wie brutal sie auch immer meinten, in dem entsprechenden Moment vorgehen zu müssen—diesen Augenblick des Innehaltens gab, bevor sie ihren Schlagstock zogen und losprügelten, war hier weggefallen. Einige der afroamerikanischen Beamten schienen diesen Augenblick des Innehaltens nicht zu haben.

Der Kampf gegen die Drogen hatte allerdings auch die Funktion der sozialen Kontrolle. Es ging einfach nur darum, die Armen unten zu halten. Dieser Kampf bildete auch die Grundlage für die Entschuldigung, außerhalb von Gesetz und Ordnung zu operieren. Die Stadt schaffte dafür nur zu gerne die rechtliche Grundlage. Es begann mit den drogenfreien Zonen und dem Missbrauch von dem, was früher auf den Straßen als ‚Humble' [Demütigung] bekannt war. Ein Humble ist eine einfache, inkonsequente Verhaftung, die einem Typen aber trotzdem ein oder zwei Nächte im Gefängnis bescheren konnte, bevor er irgendeinen Richter zu sehen bekam. Man kann Leute für „mangelnden Gehorsam" verhaften, das wäre so ein Humble—Rumlungern ist auch Grund für einen Humble. Solche Methoden wurden schon in den 60ern von Polizisten in Baltimore angewandt. Es ist die ultimative Waffe für einen Polizisten, dem nicht gefällt, wie man ihn anschaut. Nichtsdestotrotz gab es damals auch so etwas wie einen Code. Wenn du an einer Ecke standest, wusstest du, dass bestimmte Sachen dir ein Humble einbringen würden. Der Code war sehr detailliert und ich würde jetzt nicht sagen, dass dieser Code immer gerechtfertigt war, aber immerhin gab es einen.

Selbst die Crew-Mitglieder von The Wire wurden fast festgenommen, als sie nachts vom Set nach Hause fahren wollten.

In manchen Bezirken von Baltimore war es in den 80ern—und sogar noch früher—nicht unbedingt ein Grund, im Gefängnis zu landen, wenn du einen Polizisten einen Motherfucker nanntest. Wenn ein Polizist kam, um deine Straßenecke zu räumen und du ihn dann im Weggehen aus dem Mundwinkel einen Motherfucker nanntest, dann wurdest du nicht unbedingt verhaftet, wenn der Polizist erfahren war und sich an den Code hielt. Jeder wird hier Motherfucker genannt, das ist hier so etwas wie eine allgemeingültige Beschwerde. „Asshole" aber—so genau war der Code—das hatte was Persönliches. Wenn du in Baltimore einen Polizisten ein Arschloch nennst, dann wirst du ziemlich schnell, ziemlich unsanft in den Wagen verfrachtet. So war es zumindest mal. Wer weiß, ob diese Abstufungen und Nuancen die verallgemeinernde Brutalität des Kriegs gegen die Drogen überlebt haben? Ich weiß gar nicht, ob es überhaupt noch so etwas wie ein Code existiert.

Wenn du dir zum Beispiel die Leute anschaust, die letztes Jahr in dem Artikel der Baltimore Sun über Schadensersatzzahlungen der Gemeinden aufgrund von Polizeigewalt aufgelistet wurden, dann kannst du da einfach kein stimmiges oder irgendwie anderweitig erkennbares Muster ausmachen. Es gibt keinen Code mehr. Es hängt nur noch davon ab, wie du morgens aus dem Bett gekommen bist und wer dich zuerst angeguckt hat. Das hat auch zur Folge, dass die Menschen verlernen, gute Polizeiarbeit zu leisten. Wenn du 15-jährige Teenager und Rentner zusammenschlägst und es noch nicht mal schaffst, nachvollziehbare Vergehen als Grund für eine Verhaftung anzugeben, dann hast du jeden professionellen Anspruch verloren.

Der Krieg gegen die Drogen setzte diese Entwicklung ohne Frage in Gang, der Todesstoß für vernünftige Polizeiarbeit kam aber von [dem ehemaligen Bürgermeister und Governor von Maryland] Martin O'Malley. Er zerstörte die Polizeiarbeit an einigen elementaren Stellen. Was auch immer davon übrig war, als er die Polizeibehörde übernahm—wenn es da noch irgendetwas gab, was man irgendwie vernünftige Polizeiarbeit nennen konnte, dann machte er das kaputt. Jeder glaubt, dass ich mich auf Marty eingeschossen habe, weil wir uns damals wegen The Wire stritten—ob es schlecht für die Stadt sei, ob wir überhaupt in Baltimore drehen dürfen. Ich habe ihm erst letztes Jahr im Zug die Hand gegeben und wir haben unser Kriegsbeil begraben. Falls er für die Demokraten nominiert werden sollte, dann würde ich sogar für ihn stimmen. Es ist keine persönliche Sache und ich bewundere einige seiner anderen Standpunkte zur Todesstrafe und den LGBT-Rechten. Aber um ehrlich zu sein, passierte das, was unter seiner Führung als Baltimores Bürgermeister geschah, weil er Gouverneur werden wollte. Und als er dann einen bestimmten Punkt erreicht hatte und sein Versprechen auf dem Spiel stand, die Stadt sicherer zu machen, setzte er kein Vertrauen mehr in echte Polizeiarbeit.

Am Anfang seiner Amtszeit stellte O'Malley Ed Norris als Polizeipräsident ein und Ed wusste, wie er diesen Job angehen muss. Er hatte ja vorher schon in New York als Kriminalbeamter und Polizeichef gearbeitet und kannte sich daher mit der Polizeiarbeit bestens aus. Infolgedessen wurde eine Zeit lang wirklich etwas gegen das Verbrechen in der Stadt unternommen und es wurde viel Wert auf Polizeiarbeit mit Hand und Fuß gelegt. Für die Polizei von Baltimore hatte das Ganze etwas von einem fetten Typen, der eine Diät macht. Lass einfach die Pommes weg und schon verlierst du fünf Kilo Gewicht. Der anfängliche Rückgang der Kriminalität in Baltimore unter O'Malley war „sauber" und O'Malley hat sich dafür einiges an Respekt verdient.

Aber anscheinend war das nicht genug. Man verlangte von O'Malley, dass er einen Rückgang der Verbrechensraten vorweist, der ohne Manipulation nicht nur unwahrscheinlich, sondern quasi unmöglich zu erreichen war. Und so kam es, dass sich hohe Tiere aus der Stadtverwaltung über Norris hinwegsetzten und den leitenden Polizeibeamten der verschiedenen Stadtbezirke klarmachten, dass die besagte Verbrechensrate außergewöhnlich stark zurückgehen müsse. Schließlich hatte Norris die Nase voll davon, dass sich die Stadtverwaltung ständig in seine Angelegenheiten einmischte, und trat von seinen Posten zurück. Nach ihm folgten dann „formbarere" Polizeipräsidenten und die Verbrechensrate ging tatsächlich dramatisch zurück—zumindest auf dem Papier.

Wie das möglich war? Es gab zwei Initiativen. Zum einen wurde damit begonnen, die Straßen der Innenstadt zu säubern, indem unglaublich viele Bürger wegen Nichtigkeiten verhaftet wurden. So wurden pro Nacht Hunderte und pro Monat Tausende Menschen ins städtische Gefängnis gebracht. Dort waren sogar Betreuer zugegen, die Formulare verteilten, auf denen im Grunde stand, dass man entweder unterschreiben kann und die Stadt damit nicht für eine fälschliche Festnahme verantwortlich macht, oder eben nicht unterschreiben kann und dann ein paar Tage im Knast verbringen muss, bis man einem Haftrichter vorgeführt wird. Dieses Formular wurde natürlich von Zehntausenden Personen unterschrieben.

Selbst die Crew-Mitglieder [von The Wire] wurden fast festgenommen, als sie nachts vom Set nach Hause fahren wollten. Wir hatten immer so gegen ein Uhr morgens Drehschluss und befanden uns mitten in East Baltimore. Die Polizei hielt dann immer meine Kollegen an. Mein Regieassistent Anthony Hemingway landete sogar wirklich im Gefängnis. Ohne Anklage. Als Fahrer mit dunkler Hautfarbe, der dann noch erklären wollte, dass er nichts falsch gemacht hätte, endete sein Tag in der Eager Street, wo sich das berüchtigte Baltimore City Detention Center befindet. Anklagen waren entweder gar nicht vorhanden oder wurden massenhaft wieder fallen gelassen. Die Logik von Martin O'Malley war ziemlich einfach: Wenn wir die Straßen säubern, erschießen die sich nicht mehr. Wir senken die Mordrate, weil sich ja niemand mehr an den gefährlichen Straßenecken aufhält.

Die Polizei macht jedoch nicht nur in Baltimore, was sie will. Auch in Istanbul lief zum Beispiel schon einiges schief und wir waren mit der Kamera dabei.

Die Stadt wurde dann letztendlich von der Amerikanischen Bürgerrechtsunion verklagt und musste sich gerichtlich irgendwie einigen. O'Malley hält seine komplette Verunglimpfung der schwarzen Bürgerrechte jedoch bis heute für richtig. Dazu kommen noch die Folgen für die Geschworenen-Auswahl: Jetzt ist jedem schwarzen Bürger von Baltimore bewusst, dass die Polizei lügen wird. Und genau diese Bürger sind vielleicht irgendwann auch mal die Geschworenen in einem Mordfall. Der Polizei ist durch diese ganze Sache allerdings klargeworden, dass sie noch einen Schritt weiter als fabrizierte Verdachtsfälle, drogenfreie Zonen und eigentlich eher verfassungswidrige Ermittlungsverfahren gehen konnte. Durch die Massenverhaftungen hatten die Beamten quasi den Eindruck, dass sie jeden Bürger ins Gefängnis werfen können und im Grunde gar nicht herausfinden müssen, wer eigentlich für die Verbrechen verantwortlich ist—so nach dem Motto „Wir müssen keine Ermittlungen anstellen, wir treiben einfach alle zusammen und jeder landet im Knast." Und trotzdem fand O'Malley in den Reihen der Stadtverwaltung und der Gemeindefunktionäre Unterstützung für seine Vorgehensweise, denn viele Leute hatten immer noch genügend Angst vor dem Verbrechen und dachten sich: „Die haben doch sowieso alle Dreck am Stecken."

Das stimmte allerdings gar nicht. Das waren zum Großteil einfach nur Leute, die nicht schnell genug in ihren Häusern verschwanden, wenn ein Polizeibeamter versuchte, sie aufzuscheuchen. Jeder landete im Gefängnis, egal ob nun Lehrer, Krankenhausangestellte, Mitglieder meiner Film-Crew, Jugendliche oder Rentner. Falls du jetzt glaubst, dass ich übertreibe, dann kannst du das Ganze ruhig nachschauen. Das, was der Bürgermeister und seine Verwaltung da durchgezogen haben, ist einfach nur unglaublich.

Die Situation, die du da gerade beschrieben hast, hat ja schon eine Weile Bestand. Hast du eine Erklärung dafür, warum der Tod von Freddie Gray die Reaktion hervorrief, die wir in den letzten 48 Stunden beobachten konnten?
Endlich weiß die Öffentlichkeit über die dokumentierte Polizeigewalt Bescheid. Die digitale Revolution spielt hier ebenfalls eine tragende Rolle. Früher stand noch unser gegen deren Wort. Damals hat man noch korrekterweise gesagt, dass ein diensthabender Streifenpolizist der letzte perfekte Tyrann sei. Wenn nicht zufällig verlässliche Zeugen anwesend waren, dann konnte dieser Polizist Dinge mit dir anstellen, von denen quasi nur er, du und die Straße Bescheid wussten. Smartphones mit eingebauten Kameras sind für die Bürgerrechte ein wahrer Segen.

Sie frisierten ihre Statistik auf geradezu beeindruckende Art. Waffen verschwanden aus Anzeigen und bewaffnete Raubüberfälle wurden zu Diebstählen.

Und falls doch noch ein Funken Moral in einem Polizisten steckt und er versuchen sollte, seinen Job vernünftig zu machen, dann zieht er bei der Wut der Öffentlichkeit wohl eher den Kopf ein. Vielleicht achtet man ja nur bei den bekannten krummen Typen in seinem Gebiet nicht so genau auf die Vorgaben—natürlich vorausgesetzt, dass einem diese krummen Typen wirklich bekannt sind und man weiß, wie man als Streifenpolizist vorzugehen hat. Aber es gab eben mal eine Zeit, in der Moral und Genauigkeit Fremdwörter waren, und da ging es dann auch in den Reihen der Polizei bergab. Warum? In den drogenversuchten Stadtteilen überwachten die Beamten ihr Gebiet nicht mehr und ließen auch die Grundstücke und Gebäude im Stich, die sie eigentlich vor Verbrechen schützen sollten. Informanten wurden vernachlässigt und es war egal, wie man ordentliche Ermittlungen anstellt. Man muss bestimmte Fähigkeiten besitzen, um gute Polizeiarbeit zu leisten. Aber die Beamten kümmerten sich lieber um die „Säuberung" der Straßen und um die Statistiken. Die drogenverseuchte Innenstadt—dort befanden sich noch so viele Drogen im Umlauf, weil das die einzige noch existente Industrie war—wurde so zum Jagdgebiet. Die Polizei schützte die Bürger vor gar nichts mehr. Es wurden einfach nur so viele Leute verhaftet wie nur möglich—und dabei wurde kein Unterschied zwischen Kriminellen und normalen Bürgern gemacht. Die Beamten agierten einfach nur noch wie eine allmächtige Armee.

Und wenn dieser Zustand erst einmal eingetreten ist, wird jeder zum Feind. Die Polizei will dann keine Freunde mehr machen, neue Informanten rekrutieren, ordentliche Haftbefehle ausschreiben oder vor Gericht aussagen, ohne unnötigerweise einen Meineid zu leisten. Es gibt keine Bestrebungen mehr, sich als Ermittler oder als Polizist zu verbessern. Es ist kein Grund mehr vorhanden, ein Verbrechen wirklich aufzuklären. In den Jahren, in denen dieses Verhalten an der Tagesordnung stand und alles verhaftet wurde, was nicht niet- und nagelfest war, brach die Mord-Aufklärungsrate um 30 Prozent ein. Das Gleiche war auch bei Fällen mit schwerer Körperverletzung oder allgemein bei Kapitalverbrechen zu verzeichnen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wie ist es denn bitte schön möglich, dass die Mord-Aufklärungsrate von 70 oder 75 Prozent auf 48 Prozent zurückgeht, obwohl das Verbrechen nicht mehr so präsent ist, weniger Morde passieren als jemals zuvor, immer mehr Kommissare im Morddezernat angestellt werden und wir inzwischen über bessere Methoden zur Beweisaufnahme verfügen?

Vielleicht weil der Krieg gegen die Drogen die Polizisten faul und inkompetent werden ließ?
Wie belohnt man einen Polizeibeamten? Entweder mit einer Beförderung oder mit Geld. Will man wirklich Überstunden bezahlen, wenn die Polizei die Gefängnisse mit Leuten auffüllt, die einfach nur herumhängen, ein wenig Drogen bei sich haben oder beim Abbiegen nicht blinken? Wenn man die städtischen Gelder wirklich dafür ausgeben will, dann verbringt ein Polizist natürlich mit Freude sieben oder acht Tage pro Monat damit, vor Gericht auszusagen, denn dort bekommt er immer den Überstunden-Lohn ausbezahlt und verdoppelt sich so quasi sein monatliches Gehalt. Wenn man als Polizist hingegen wirklich in seinem Gebiet Streife fährt und herausfinden will, wer für die Wohnungseinbrüche verantwortlich ist, dann verhaftet man im ganzen Monat wahrscheinlich nur eine Person. Vielleicht hat der Beamte dabei wirklich den Schuldigen erwischt und macht so seinen Bezirk sicherer, aber er ist dann eben auch nur einen Tag im Gerichtssaal zugegen und wahrscheinlich nach zwei Stunden schon wieder fertig. Der Polizeibeamte, der eine ordentliche Arbeit verrichtet, wird also dementsprechend weniger belohnt. Es kommt allerdings noch viel schlimmer, wenn es dann an der Zeit ist, Angestellte zu befördern: Dann schaut man sich nämlich einfach nur die Statistiken im Computer an und stellt die Frage, wer denn die meiste Arbeit verrichtet. Die bloßen Zahlen sagen, dass der eine Polizist letzten Monat 80 Personen verhaftet hat, der andere allerdings nur eine. Drei mal darfst du raten, wer anschließend befördert wird. Und genau dieser Polizist bringt dann auch der nächsten Genration bei, wie man die Polizeiarbeit nicht verrichten sollte.

Ich habe dir jetzt die Abläufe im Polizeiapparat von Baltimore während der Zeiten des Krieges gegen die Drogen beschrieben. Dabei werden richtige Ermittlungen kaum beachtet und Erleuchtung, eine Beförderung sowie zusätzliches Gehalt nur erreicht, wenn man so viele Bürger aufgrund von Drogendeals, Drogenbesitz und Rumhängen (also quasi die einfachsten und offensichtlichsten Verhaftungen) einbuchtet, wie es einem nur möglich ist. Dieses Schema wurde durch den Krieg gegen Drogen geschaffen und Martin O'Malley hat das Ganze nur noch intensiviert, indem er regelmäßig quasi die gesamte Innenstadt von Baltimore in Polizeiautos abtransportieren ließ.

O'Malleys weiteres Vorgehen, um zum Gouverneur von Maryland ernannt zu werden, involvierte dann direkt die Statistiken. Am Anfang verbesserte sich unter Norris die Qualität der Polizeiarbeit und dementsprechend war auch ein 12- bis 15-prozentiger Rückgang der Mordrate zu verzeichnen. Ich muss hier allerdings noch mal sagen, dass das eine Wiedereinführung von investigativen Abschreckungsmitteln in den Anfangsjahren dieser Verwaltung war. Von einem „Wunder von Baltimore" konnte deswegen noch lange nicht die Rede sein.

Welche Möglichkeiten hat man sonst noch? Die Mordrate lässt sich nicht künstlich nach unten schrauben, denn wie soll man denn die ganzen Leichen verstecken, wenn die staatliche Gesundheitsbehörde in der Gerichtsmedizin das Sagen hat? Im Bezug auf andere Kapitalverbrechen wie Raubüberfälle, schwere Körperverletzung oder Vergewaltigung macht es einen jedoch wirklich fassungslos, wie in diesen Bereichen vorgegangen wurde.

Sie haben also die Zahlen frisiert.
Allerdings. Wenn jemand von einer Kugel erwischt wurde, dann musste es gezählt werden. Wenn Leute mit einer Kugel im Körper im Krankenhaus landeten, dann musste es wohl oder übel als schwere Körperverletzung festgehalten werden. Aber wenn jemand eine Waffe herausholte und das Magazin leerte, und er dabei nichts traf, oder nicht wusste, ob er etwas getroffen hatte, dann war das plötzlich eine einfache Misshandlung oder sogar eine Falschmeldung. Bewaffnete Raubüberfälle wurden zu Diebstählen, wenn es nur eine Zeugenaussage über eine Feuerwaffe gab, jedoch keine Waffe sichergestellt wurde. Und es kommt noch schlimmer, denn einige Revierchefs fingen an, sich bei Beratern des Bürgermeisters einzuschmeicheln, die Zugriff auf die ComStat-Daten [zu Kriminalitätsstatistik und Personalmanagement] hatten. Wenn im südwestlichen Revier jemand einen bewaffneten Raub melden wollte und sagte: „Ich wurde gerade ausgeraubt, jemand hat eine Pistole auf mich gerichtet", dann sagten sie der Person: „OK, wir können diese Anzeige aufnehmen, aber zuerst müssen wir Ihren Namen in den Computer eingeben und sehen, ob gegen Sie eine richterliche Anordnung aussteht." Moment, Sie müssen das tun? „Ja, wir müssen wissen, wer Sie und all Ihre Mitbewohner sind, bevor wir eine Anzeige aufnehmen. Wie lautet doch gleich Ihre Adresse? Wollen Sie immer noch einen Raub melden?"

Sie frisierten ihre Statistik auf geradezu beeindruckende Art. Waffen verschwanden aus Anzeigen und bewaffnete Raubüberfälle wurden zu Diebstählen. Tödliche Waffen wurden in Berichten verschwiegen und schwere Körperverletzung wurde zu Misshandlung. Die Baltimore Sun hat mit ihren Berichten über den dramatischen Rückgang der Vergewaltigungsrate ausgezeichnete Arbeit geleistet. Es stellte sich heraus, dass die Anzeigen als Falschmeldungen eingestuft wurden, ganz gleich, wie sehr die Opfer darauf beharrten, vergewaltigt worden zu sein. Die Spitze des Eisbergs wurde angezeigt, doch der Rest nicht. Und dennoch gab es viele langjährige Polizeioffiziere und Beamte in Führungspositionen, die all das abstoßend fanden und sich privat beschwerten. Wenn du ein Journalist warst, der Quellen brauchte, oder sagen wir mal, du warst dabei, ein fiktives Fernsehdrama zu schreiben, dann trafen sie sich mit dir auf ein Bier und ließen dich Cocktailservietten mit Informationen darüber vollkritzeln, wie Verbrechen all die Jahre verheimlicht wurden.

Ich meine, rechnen wir es doch nur einmal aus. Wie kann die Mordrate um 15 Prozent sinken, während schwere Körperverletzungen um mehr als das Doppelte zurückgehen? Gehen plötzlich alle Verbrecher von Baltimore auf den Schießstand? Oder sind sie einfach so viel besser im Zielen geworden? Ist die Sterblichkeitsrate für Opfer schwerer Körperverletzung in Baltimore plötzlich um mehr als das Doppelte gestiegen? Haben sie plötzlich im Johns Hopkins Hospital und im Universitätskrankenhaus auf einmal keine Notaufnahme mehr und die Intensivmedizin ist nun wieder im Mittelalter? Es ergibt statistisch keinen Sinn, bis man bedenkt, dass man einen Mord nicht verstecken kann, aber einen versuchten Mord kann man jederzeit ohne Probleme verschwinden lassen.

Doch diesen Typen reichte es nicht, einfach nur ihre eigenen Statistiken zu fälschen. Nein, die Regierung von Bürgermeister O'Malley ging auch noch zum letzten Jahr der vorherigen Regierung zurück und führte ihre eigene rückwirkende Auswertung der Gesamtzahl der Verbrechen durch. Und was kam dabei heraus? Nun, diese Sonderauswertung kam zu dem Schluss, dass in der Amtszeit des vorherigen Bürgermeisters die Verbrechensrate als zu niedrig festgehalten wurde, was O'Malley sogleich berichtigte, indem er einen ganzen Batzen Vergehen zu Verbrechen erklärte—und damit den Anschein erweckte, eine viel höhere Verbrechensstatistik von seinem Vorgänger geerbt zu haben. Ziemlich gerissen, oder? Es gibt kaum eine bessere Methode, später behaupten zu können, die Verbrechensrate um 30 oder 40 Prozent gesenkt zu haben, als die geerbte Statistik vorher so weit hochzuschrauben wie nur möglich. So zynisch gingen diese Leute tatsächlich vor.

Martin O'Malley erklärt also das Wunder von Baltimore und zieht ins 40 Kilometer entfernte Annapolis. Und vielsagenderweise geht die Mordrate so richtig nach unten, als sein Nachfolger im Bürgermeisteramt einem neuen Polizeipräsidenten erlaubt, sich von Personenkontrollen und Massenfestnahmen wegzubewegen und sich stattdessen auf Waffenkriminalität zu konzentrieren. Plötzlich ging die Gewalt wirklich zurück. Wenn Festnahmen wegen Drogen oder Personenkontrollen nicht mehr den Standard der Polizeiarbeit darstellen und Gewalt direkt angegangen wird, dann kann Baltimore wirkliche Fortschritte machen.

Doch nichts wird das Erbe eines Polizeipräsidiums reinwaschen können, in dem die Beamten Belohnung und Bestätigung dafür erhielten, dass sie Leute auf dem Gewissen hatten, Tatverdachte ignorierten und wahllos Leute aus fadenscheinigen Gründen festnahmen. Gehen wir also nach Sandtown und in die Sozialbausiedlung Gilmor Homes, in der Freddie Gray Polizeibeamten von Baltimore einen Tatverdacht lieferte, der in etwa einem falschen Blick gleichkommt. Er läuft weg, also kriegt er eine Tracht Prügel, als man ihn fängt, und man verlädt ihn in den Polizeiwagen, ohne dass jemand dabei auch nur einen Gedanken an den vierten Verfassungszusatz verschwenden würde.

Hast du eine Vorstellung, wie man all dem ein Ende setzen könnte oder welcher Weg aus dieser Lage herausführt?
Wir beenden den Drogenkrieg. Ich weiß, ich höre mich an, als hätte ich einen Sprung in der Platte, aber wir beenden den verdammten Drogenkrieg. Der Drogenkrieg gibt allen die Erlaubnis, alles zu tun. Er gibt Polizisten die Erlaubnis, wahllos jeden zu kontrollieren, jedem die Taschen zu leeren, jede Lüge vor Gericht zu erzählen. Du sitzt im District Court von Baltimore und du hörst: „Euer Ehren, er kam aus der Gasse und ich sah, wie er die Papiertüte hob und leicht dagegen tippte." Noch nie ist ein verdammter Drogensüchtiger in Baltimore aus einer Gasse gekommen und hat dabei eine Tüte mit Drogen hochgehalten, damit alle sie sehen können. Doch vor Gericht in Baltimore passiert es wieder und wieder. Der War on Drugs rechtfertigt jede Handlung. Wenn er drakonisch wäre, aber etwas Positives bewirken würde, das wäre eine andere Sache, aber er ist drakonisch und hat gleichzeitig desaströse Auswirkungen.

Meinst du mit dem Ende des War on Drugs also die Entkriminalisierung und das Ende der strafrechtlichen Verfolgung?
Das Problem sollte als ein medizinisches angesehen und entkriminalisiert werden—ich brauche das nicht, dass Drogen für legal erklärt werden, doch wenn heute ein Staatsanwalt von Baltimore all seinen Amtsanwälten sagen würde: „Von jetzt an werden keine Überstunden für Gerichtstermine aufgeschrieben, nicht für Herumlungern in einer drogenfreien Zone, nicht für Herumlungern im Allgemeinen, nicht für mangelnden Gehorsam; nichts von all dem wird mehr aufgeschrieben. Niemand kriegt Geld für diesen Bullshit, geht raus und macht richtige Polizeiarbeit." Wenn das alles auf einen Schlag passieren würde, dann würde die Messlatte für eine gerechtfertigte Festnahme in Baltimore erheblich höher hängen. Beseitigen wir die Motivation, schlechte und nutzlose Polizeiarbeit zu machen—und nichts anderes ist der War on Drugs geworden.

Du hast mich nicht nach der harten Tour gefragt, oder wie ich es im westlichen Revier immer hörte, „the bounce". So daneben das aus der Sicht der normalen Welt auch sein mag, es richtete sich nach einem Kodex, ob man einen Typen „the bounce" oder die harte Tour verpasste. Und die Bedingung war folgende: Er widersetzt sich der Polizei. Zwei Dinge sorgen schneller dafür, dass dir in den Arsch getreten wird, als alles andere. Das eine ist, wenn du einen Polizisten zum Rennen bringst. Du bist 18 Jahre alt und trägst Nikes, und er hat Bullenschuhe und einen Ausrüstungsgürtel. Wenn er dich einholt, dann kriegst du ein paar Beulen ab. Das gehörte schon immer zum Kodex. Rodney King könnte dir ein Lied davon singen.

Doch die andere Sache, die zu Schlägen führt, ist, wenn du dich wehrst. Die harte Tour war also reserviert für die Typen, die die Polizei bekämpften, die sich—um es im Bullenjargon zu sagen—zum Arschloch machten. Und doch, wenn man sich mal die Fakten im Falle des armen Freddie Gray ansieht, wenn man sich ansieht, wie die Festnahme ablief, wie viele Beamte sie durchführten und was sie ihm vorwarfen—wenn überhaupt etwas, denn es liegt mal wieder nicht der Hauch eines Tatverdachts vor—, und dann ist da noch die Tatsache, dass er laut seiner Akte nicht den geringsten Hang zu gewalttätigem Verhalten hatte, dann fragt man sich: Warum zur Hölle bekam dieser Typ die harte Tour ab? Wie konnte das passieren? Ist das wirklich die Festnahme, die sie an dem Tag machen wollten? Und wenn ja, war das wirklich der Kerl, der auf der Straße Prügel und dann einen groben Transport aufs Revier bekommen sollte?

Ich spreche hier viel aus der Sicht der Polizei und nicht mit meinen eigenen Worten—doch selbst aus der Perspektive dessen, was Polizisten heimlich für gerecht halten, ist das hier Bullshit und ein Albtraum. Es scheint keinen richtigen Kodex mehr zu geben—nicht, dass der Kodex jemals für irgendwen außer die Polizisten auf der Straße und vielleicht die Hardcore-Gangster komplett astrein oder gerecht gewesen wäre, doch er war wenigstens etwas.

Ich meine, ich weiß, dass es immer noch ziemlich viele Polizisten in Baltimore gibt, die sich mit ihrer Arbeit auskennen und sie mit Integrität und sogar Präzision ausführen. Aber wenn man sich vor Augen führt, dass die Stadt Baltimore in den letzten paar Jahren 5,7 Millionen Dollar dafür ausgegeben hat, Leute zu vermöbeln, dann wird deutlich, dass es viel zu viele andere gibt, für die der Kodex nicht existiert. Alles und jeder ist ein potentielles Opfer für eine Tracht Prügel—sogar Leute, denen man niemals im Leben ein richtiges Verbrechen vorgeworfen hat. Es ist verblüffend.

Wenn man diese vorherrschenden Standards zur Rate zieht, dann wird Freddie Gray schon fast zu einem plausiblen Opfer. Er war einer von der Straße. Und vorher schon haben Polizisten gewöhnliche Bürger, Steuerzahler mit Jobs, die für sie nicht von Tatverdächtigen zu unterscheiden waren, zu Boden geschlagen. Ein solches Polizeidezernat kann nur noch begrenzt auf Verbrechen reagieren oder in Fällen ermitteln, oder überhaupt zwischen Schuld und Unschuld unterscheiden. Und das kommt von einer Kultur, in der zu viele Beamte nicht das schwierige Polizeihandwerk gelernt haben, sondern nur, wie man durch die Stadt fährt, alle fertig macht und dann den Polizeiwagen ruft, um sie abtransportieren zu lassen.

Dieses Interview wurde durchgeführt von Bill Keller, dem Chefredakteur des Marshall Project, einer Nonprofit-Organisation, die sich mit der US-amerikanischen Strafjustiz beschäftigt. Keller arbeitete von 1984 bis 2014 als Korrespondent, Redakteur und Kolumnist für die New York Times. Von Juli 2003 bis September 2011 war er Redaktionsleiter der Times. Hier könnt ihr den Newsletter des Marshall Project abonnieren und ihm auf Facebook und Twitter folgen.

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