FYI.

This story is over 5 years old.

Musik

Musikreviews

09 April 2011, 11:29am

Hier sind unsere Reviews zu 31KNOTS, RIVAL SCHOOLS, IMAGINARY CITIES und HUNX & HIS PUNX.

RIVAL SCHOOLS
Pedals
Photo Finish/Warner

Walter Schreifels ist ein ziemlich cleveres Kerlchen. Er löst seine Bands einfach nach einer Platte auf, um dann so viel Zeit vergehen zu lassen, dass es bei einem zweiten Album in der fernen Zukunft niemandem auffallen würde, wenn er das erste einfach noch mal veröffentlicht. Tatsächlich ist mittlerweile so viel Zeit vergangen, dass ich nicht mal mehr weiß, was aus meiner Copy des ersten Rival Schools-Albums geworden ist. Ich tippe auf Kollateralverlust durch Umzug, Heimtücke einer Ex-Freundin oder Tausch gegen Nahrung. Wie auch immer, ich kann meine Theorie leider nicht historisch-vergleichend untermauern. Auf alle Fälle klingt „Pedals“ über weite Strecken so als käme sie ohne stichhaltigen Beweis aus.

Q.E.D. VON SCHLECK

IMAGINARY CITIES
Temporary Resident
Grand Hotel van Cleef

Eins muss man dieser Platte zugute halten, sie legitimiert dank ihres „unbedenklichen“ Veröffentlichungsumfeldes und sonstigen Drumherums (einer der Beteiligten spielt wohl hin und wieder mit den Weakerthans) die vermeintlichen guilty pleasures ihrer Zielgruppe. Leute, es ist ok, Sade anzubeten. Es ist total in Ordnung zu Adele ein Tränchen in eure Trainingsjacken zu weinen (keine Ahnung, ob ihr das noch macht. Also Trainingsjacken tragen.) An der Stelle muss man dieser Platte allerdings auch etwas vorwerfen: sei doch konsequent und lass den Powerchord-Mist und die Gossip-Plagiate einfach weg. Hast du doch gar nicht nötig.

EMIL KLEINLAUT

HUNX & HIS PUNX
Too Young to Be in Love
Hardly Art

Ich bin tolerant und habe keinerlei Probleme mit schwulen Liebesliedern. Ich freue mich für Hunx, dass er seine sogenannte „alternative“ Sexualität vor beeinflussbaren Teenagern zur Schau stellen darf, die sich vermutlich leicht von all den Schnippie-Schnapp-Duh-Wup-Melodien verführen lassen. Mir ist auch egal, ob zwischen New York Dolls und Grease-Megamix überhaupt noch Platz für musikalische Innovation ist. Ich denke nur, es sollte ihm nicht erlaubt sein, diesen haarsträubenden falschen Akzent zu adoptieren. Wenn es nach mir ginge, sollte man ihn einer ausgiebigen Elektrochemotherapie unterziehen, bis er davon geheilt ist.

ELLIOT ROSEWATER

31KNOTS
Trump Harm
Polyvinyl Records

31knots machen genau die Art von angeweirdetem Indie-Rock-mit-Punk-Versatzstücken, der sich bei Polyvinyl Records so gut bettet. Trotzdem haben sie mit gefühlten 20 Alben nie wirklich was gerissen, weil sie eher zu den Bands gehören, von denen man sich damals bei MySpace gerne die drei Tracks angehört hat bevor MySpace untergegangen ist. (Im Fall von 31Knots sogar, bevor es Myspace überhaupt gab.) Abseits des traurigen Schicksals dieses sozialen Netzwerks und der unüberschaubaren Diskografie dieser Band, bleibt das hier immer noch ein hörenswertes Album.

FRANK FAPPA