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Vice Blog

Gott ist pervers

In die Wüste zu wandern, sonnenverbrannt zurückzukommen und dann zu behaupten, man hätte mit Gott gesprochen, ist die älteste Lügengeschichte auf der Welt. Jedes Mal, als irgendein Depp mit solch einer Geschichte zur...
30.9.10

In die Wüste zu wandern, sonnenverbrannt zurückzukommen und dann zu behaupten, man hätte mit Gott gesprochen, ist die älteste Lügengeschichte auf der Welt. Jedes Mal, als irgendein Depp mit solch einer Geschichte zurückkehrte, hatte er natürlich keinerlei Beweismaterial dabei, weil er keine Kamera mitgenommen hatte. Also her mit den Bildern, sonst glaube ich kein Wort.Neulich bin ich selbst durch die Wüste gewandert, und bin Gott begegnet. Und ich habe Photos von ihm gemacht. Er hat einen Oberlippenschnauzer und sieht wie Meister Proper aus. Gott hat ein aufregendes Leben. Vor Jahren ist er unter dem Namen „The holy Man“ in den Boxring gestiegen, hat in den 80ern in unzähligen Filmen mitgespielt, in der Armee gedient und ist dort zum Hauptmann aufgestiegen. Heute lebt er in Tuscon, Arizona, in einem kleinen Zimmerchen in seiner Bar. Er ist der Besitzer eines Sex-Zwingers, welcher sich im gegenüberliegenden Zimmer befindet.

Jim Anderson ist bei den einheimischen Arschlöchern, Studentenvereinigungs-schlampen und wiederkehrenden Touristen, die übrigens alle zu seinen Stammgästen zählen, als Gott bekannt. Das Leben an sich beschreibt er folgendermaßen: „ Die ersten zehn Jahre verbringst du mit sabbern. Die letzten zehn Jahre verbringst du mit sabbern. Die Zeit dazwischen sollst du feiern!“

Die Bar befindet sich an einer toten Straße Richtung Tuscon Downtown. Dort, wo die Züge an den Neonschildern der abgewrackten Motels aus den 50er Jahren vorbeirauschen. In der Bar kann man zwischen Schnaps und zwei Biersorten auswählen. Wenn man sich danach fühlt, kann man einen Cocktail bestellen, benannt nach einer widerwärtigen Sexstellung.

Damit ihr euch das Meet Rack Metal besser vorstellen könnt, erzähle ich nur so viel, dass ich bei meinem letzten Besuch, eine nonchalant sitzende, verschrumpelte Alte, oben Ohne vorgefunden habe, während ein besser gekleidetes älteres Pärchen sie notgeil anstarrte. Daraufhin sagte die Alte, dass sie dem Typen für 20 Dollar unter dem Tisch einen runterholen würde. Auf der Veranda hörte ich Schüler lärmen, die im Begriff waren Tischtennis zu spielen.

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Gott hat fast 2000 seiner Stammgäste den Abdruck seines Gesichts in die Haut eingebrannt. Dafür haben sie 50 Cent Rabat für das Bier in seiner Bar bekommen- lebenslang. Strahlend sagte er mir: „Ich habe das sogar einem Mädchen in die Arschbacke eingebrannt, weil sie in mein Gesicht scheißen wollte.“

Während eines entfesselten Liebesspiels, wollte eine besoffene Vorstadtmutter den Stempel mit seinem Gesicht auf ihrer Arschbacke haben. Als sie am nächsten Morgen wach wurde, sah sie den Abdruck und war verdammt irritiert. Sie verklagte ihn sogar und beide endeten vor Gericht. Da er Gott und sie ein niemand ist, hat er selbstverständlich gewonnen. Dies ist eine beeindruckende Geschichten und wurde feinsäuberlich auf einer Wand des Meet Rack festgehalten.

Der einzige Raum, in dem es nicht um die Selbstdarstellung seiner Person geht, ist der Sexraum. Dort befindet sich ein gynäkologischer Untersuchungsstuhl, eine Liebesschaukel, ein Aufspannrad und ein plüschiger Ameisenbär mit einer Dildonase.

Jahrzehntelang verursachte Gott der heimischen Polizei so viele Unannehmlichkeiten, bis sie beschlossen haben ihn in Frieden zu lassen. Ein staubiger Brief an der Wand, von irgendjemanden der irgendwas zu sagen hat, berichtet darüber, dass Gott seine Alkohollizenz entzogen wird, wenn er nicht aufhört nackt rumzulaufen. Ob am Tag oder in der Nacht, Gott ist immer bereit eine Führung durch seine Bar zu geben. Er wird dir die Geschichte zu jedem einzelnen verblichene Foto und zu jedem Zeitungsausschnitt an der Wand erzählen. Wenn er mit dem Finger daraufzeigt, wirst du seinen Ring bemerken. Es ist ein riesiger Penis mit fetten Eiern aus Gold. Gott hat mir ein Foto gezeigt, auf dem er neben dem Terminator Arnold Schwarzenegger steht. Er sagt: „Kennst du den Gouverneur von Kalifornien? Hier ist er mit meiner Kellnerin.“

Er hat mir auch erzählt wie es damals war, mit Elvis, Maichael Gazzo, Jaws von James Bond, Joe Theismann, Telly Salavans, Sammy Davis Jr., Burt Reynolds, Jonathan Winters, Abe Vigoda, etc. rumzuhängen.

Es ist schwer zu sagen wann er Witze macht und wann nicht. „Da kam eines Tages ein Mädchen rein und ich musste mir ihre Zunge genau anschauen. Sie konnte gleichzeitig einen Pimmel lutschen und dir das Arschloch lecken. Ein Gutes Mädchen mit einer guten Zunge.“ Abhängig von seiner Gemütslage und deiner Lebenseinstellung, kann diese Führung für dich entweder unvergesslich lustig oder auch extrem traurig werden. Es kann die Geschichte der Wiedergeburt eines Arschlochs sein, oder ein melancholischer Trip durch verwelkte Erinnerungen eines Typen, der in einem kleinen Zimmerchen hinter der Bar schläft, wo sich Pornomagazine stapeln und draußen eine pinke Schrottkarre parkt, mit riesigen verschrumpelten Eiern an der Stoßstange.

Er sagte mir, dass ihn neulich jemand gefragt hat, ob er selbst wirklich denkt, dass er Gott ist. Er sagte: “Innerhalb dieses Gebäudes bin ich das und nirgendwo sonst. Ich bin mein eigener Gott. Vor niemandem sonst.“ Ich habe ihn gefragt, ob er jemals Ferien macht und er sagte: “Ich war neulich in Thailand. Es war meine beste Ferienzeit. Die haben dort Mädchen zwischen 15 und 20 und du kannst mit ihnen alles machen, was ein Eichhörnchen mit einem Baum machen kann.“

Ich habe den Gott in der Wüste gefunden. Und er ist beschissen.