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Musik

Persistence Tour – A Little Roundup

Ihr wisst, wir sind einfach gestrickt. Darum haben wir uns aus dem gestrigen, beachtlich vielfältigen kulturellen Angebot Berlins den Event herausgesucht, der versprach, am lautesten, zivilisationsfernsten und männerschweißdurchdrungensten zu sein.
7.12.10

Ihr wisst, wir sind einfach gestrickt. Darum haben wir uns aus dem gestrigen, beachtlich vielfältigen kulturellen Angebot Berlins den Event herausgesucht, der versprach, am lautesten, zivilisationsfernsten und männerschweißdurchdrungensten zu sein. Wir waren zu Besuch bei der Persistence-Tour, auf der unter anderem Sick Of It All, D.R.I. Blood for Blood und Unearth spielten.Ein sehr solides Line-up, das dafür sorgte, dass sich der gar nicht mal so kleine Veranstaltungsort vermittels der dicht gedrängten Menschenmassen in einen Hort der Nächstenliebe und Berührung verwandelte, während draußen der frühe Winter vor sich hin frostete. Ein Line-up aber auch, dass sich nicht unbedingt der sittenstrengen Auslegung von Hardcorepunk verpflichtet fühlt (Schöne Grüße an Blood For Blood an dieser Stelle), was dazu führte, dass die Verbrüderungsgesten mit steigendem Bierpegel ungelenker und hemmungsloser wurden. No homo. Entsprechend gestalteten sich die Szenarien im Moshpit wenig filigran. Kaum exakt getimte Circle-pits und kaum 2-step oder Kickbox-Virtuosen, dafür bierseliger Slamdance wohin man auch sah.

Ihr kennt vielleicht die an dieser Stelle des Öfteren veröffentlichte Konzertberichte unseres Kollegen Basiliko Brenner, in denen er in pejorativer Verdrossenheit beinahe ausnahmslos darüber referiert, warum es ganz furchtbar war, das fragliche Konzert zu besuchen und das ganze mit stimmungsvollen Fotos unterlegt. Wir wollten auch ein paar Fotos von kotzenden Bierleichen machen, um dem Format zu genügen. Prinzipiell war das auch kein Problem. Siehe hier:

Aber wir verloren schnell die Lust daran und machten einfach ein paar Clips während der Auftritte von Blood For Blood und Sick Of It All in der Hoffnung, sie zeichnen ein präzises und unvoreingenommenes Bild des Abends. Objektiver Journalismus, weißt du? In Your Face!

Großfresse Rob Lind hatte bekanntlich besseres zu tun als Blood For Blood Re-Union-Shows zu spielen, deswegen war Billy Graziadei von Biohazard mit dabei. So agil und wasserstoffblond wie eh und je. Gemeinsam machten sie durchaus einen guten Job, die bekannte Bandagenda, also das Ficken der Gesellschaft, auf der Bühne zu beleben. Solltest du dich wundern, dass die Soundqualität dieses Ausschnittes miserabel ist, dann liegt das an dem todesmutigen Einsatz direkt unter der Boxenbatterie. Außerdem ist die Kamera scheiße.

„Us vs. Them“ - der gebührliche Abschluss des Abends. Lou Koller bittet das Publikum auf die Bühne. Das ist nur in überschaubaren Mengen noch nüchtern genug, seiner Einladung Folge zu leisten. Aber immerhin.