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Popkultur

Fingermouthing soll der neue Selfietrend sein

Es hat weniger mit Softporn zu tun, als der Name erahnen lässt. Wir ordnen Selfiegesichter von Duckface bis T-Rex-Hands nach Eitelkeit und unser Praktikant stellt sie nach.

von VICE Staff
05 Juli 2016, 8:47am

Das Leben als Instagram-Star ist nicht leicht. Täglich warten Tausende gelangweilte Follower auf etwas Neues, aber der einzige Nachrichtenwert, den man zu bieten hat, ist ein neuer Lippenstift. Versucht mal, 4.000 unterschiedliche Fotos von der gleichen Sache zu machen: Dem eigenen Gesicht. Da haben Menschen, die Büroartikel für Onlineshops fotografieren, einen abwechslungsreicheren Berufsalltag.

Eine Breaking News ist es da geradezu, wenn eine oder einer seine Gesichtszüge auf einem Selfie neu arrangiert. Vor ein paar Tagen wurde eine neue Selfieära ausgerufen, weil ein paar Menschen, die hauptberuflich Selfies machen, eine ähnliche Fotopose versuchten.

Fingermouthing

Screenshot: Instagram | kyliejenner

Obwohl es sich wie ein Softporno-Titel anhört, bedeutet es leider nur, dass man auf Selfies seine Finger vor dem Gesicht halb lasziv, halb geheimnisvoll baumeln lässt. Ungefähr so:

Eitelkeit: 4 von 5

Obwohl die Pose subtil daher kommt, lenkt sie Aufmerksamkeit auf den Mund und zeigt gleichzeitig die kunstvollen Fingernägel. Außerdem kommt hier eine steinaltes Prinzip zur Anwendung, der schon beim Dreitagebart und der Pony-Frisur funktioniert: Einen Teil des Gesichts verdecken, damit der Rest spannender scheint.

T-Rex-Hands

Screenshot: Instagram | jlo

Wie das geht: Halte deine Hand leicht aufgespreizt, ähnlich wie die Klaue eines T-Rexes, ins Gesicht, in die Taille oder vor den Körper.

Eitelkeit: 3.5 von 5

Experten von der TeenVogue diskutieren zwar heiß darüber, dass Fingermouthing nur eine Evolution der T-Rex-Hands sei.

Der Narzissmusfaktor ist allerdings niedriger. Man braucht schon ein Minimum an Selbstironie, um mit Handgelenken vor seinem Gesicht zu fuchteln wie ein kurzarmiger Dino.

Fish Gape

Screenshot: Instagram | selenagomez

Wie das geht: Mund leicht öffnen wie ein überraschter Karpfen mit Atemnot. Lasziv dreischauen, eventuell ein bisschen Zähne zeigen.

Eitelkeit: 3 von 5

Einerseits braucht das perfekte Karpfengesicht recht viel Übungsarbeit vor dem Spiegel. Anderseits ist die Wahrscheinlichkeit, damit gut auszusehen, relativ gering. Viel mehr erinnern Fish-Face-Selfies an Gesichter von Sexpuppen.

Sparrowface

Screenshot: Instagram | kartiekasi

Wie das geht: Man reißt seine Augen so weit wie möglich auf und macht seinen Mund so klein wie ein "piepender Spatz".

Eitelkeit: 2,5 von 5

Bestenfalls sieht man mit dieser Gesichtsgymnastik aus wie Sailor Moon. Schlimmstenfalls, als wurde man mit einer Verstopfung auf dem Klo erwischt. Vielleicht wurde dieser Trend genau deshalb außerhalb Japans nie wirklich groß.

Duckface

Screenshot: Instagram | kimkardashian

Wie das geht: Mache einen Schmollmund mit zusammengepressten Lippen. Sauge gleichzeitig die Backen ein.

Eitelkeit: 1 von 5

Das Duckface ist die älteste aller Selfie-Sünden. Inzwischen rät sogar die Brigitte vom Entengesicht ab. Außerdem hat eine Studie herausgefunden, dass Menschen, die auf Fotos Duckfaces machten, öfter neurotisch und emotional instabil sind. Aber vielleicht gilt das Duckface irgendwann als retro, wie die Tattoo-Halsbänder, die zurückkamen, obwohl man sie für die schlimmste Modesünde der 90er gehalten hatte.