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Ein Laden in Bayern verbietet Flüchtlingen den Zutritt

Nein, manche Menschen haben nicht aus unserer Geschichte gelernt.
29.8.16

Ladenschild in #Selb schlägt hohe Wellen: „#Asylanten müssen draußen bleiben" https://t.co/XI9tHsTNwV #oberfranken pic.twitter.com/ktqVzT7TtR
— TV Oberfranken (@tv_oberfranken) 25. August 2016

In beschaulichen bayerischen Kleinstädten hat man viel Zeit für Handarbeit: Korbflechten, Laubsägen, Sticken. Basteln hilft in unserer komplizierten, oft beängstigenden Welt dabei, sich auf die einfachen Dinge zu besinnen. Und man kann sich dabei wunderbar selbst verwirklichen.

So bastelte ein Ladenbesitzer in Oberfranken ein Schild und ließ dabei nicht nur seiner Kreativität, sondern auch seiner Persönlichkeit freien Lauf. Bei dem Schild "Hunde müssen draußen bleiben", vor dem normalerweise angebundene Fiffis auf ihre Herrchen warten, ersetzte er das Wort Hunde durch Asylanten. Das Kunstwerk stellte er dann in seinem Geschäft auf.

Um auch das Hundebild zu überkleben, mangelte es entweder an Kreativität oder Zeit. Vielleicht reichte auch einfach der geistige Horizont des Bastlers nicht aus, um zu erkennen, dass ein solches Werk aussieht wie ein Vergleich zwischen Hunden und Asylbewerbern. Viele der Letztgenannten gehören dem Islam an, einer Religion, in der Hunde als unreine Tiere gelten.

Aber eigentlich braucht man keine Eins im Leistungskurs Kunst, um dieses Werk zu interpretieren. Um ehrlich zu sein, braucht man dafür nicht einmal einen Schulabschluss. Wobei es hilfreich sein kann, sich an den Geschichtsunterricht zu erinnern, und an eine Zeit vor 60 Jahren, als es ebenfalls Ladenschilder gab mit dem Hinweis, dass bestimmte Teile der Bevölkerung dort nicht bedient würden.

Anders als Laubsägearbeiten und die Siegerstücke des regionalen Häkelwettkampfs schaffte es diese Bastelarbeit aber nicht nur in die Lokalzeitung, sondern auch in die bundesweiten Medien. Das Werk wird jetzt jedenfalls von der Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft darauf interpretiert, ob ein Bestand der Volksverhetzung vorliegt.