FYI.

This story is over 5 years old.

Das unsterbliche Webdesign von Heaven's Gate

Bis zu ihrem kollektiven Selbstmord haben die Mitglieder des Kults Heaven’s Gate ihr Sektenleben als professionelle Webdesigner finanziert.
16.4.14

Am 26. März 1997 wurden 39 Personen in schwarzen Pullis und Nike-Turnschuhen in einer gemieteten Villa im Süden Kaliforniens tot aufgefunden. Es handelte sich um Mitglieder der religiösen Gruppe Heaven’s Gate, die mit Hilfe großer Dosen von Phenobarbitalen und Wodka einen präzise durchgeführten Selbstmord begangen hatten. In jeder ihrer Taschen fanden die Behörden einen Fünf-Dollar-Schein und drei Vierteldollarmünzen—die interplanetare Beförderungsgebühr.

Sie hatten versucht eine Mitfahrgelegenheit zur „Nächsten Stufe“ auf einem Raumschiff zu bekommen, das sich ihrer Vorstellung nach hinter dem, auf die Erde zurasenden, Hale-Bopp Kometen verbarg. Für sie war es kein Selbstmord—sie glaubten ihre fehlbaren physikalischen „Vehikel“ zu verlassen und zu einer Existenz jenseits des menschlichen Daseins aufzusteigen. Auf diese Pflicht hatten sie sich zuvor akribisch in isolierten Anlagen in Salt Lake City, Denver und in der Nähe von Dallas vorbereiteten, bevor sie ihren finalen Ruheplatz in einem Vorort von San Diego bezogen.

Neben ihrer spektakulären Abreise von dieser Welt ist im Rückblick die komplizierte Beziehung zur Technik das erstaunlichste an der Sekte Heaven’s Gate: Als mediale Bilder des kollektiven Selbstmordes bleiben wohl in erster Linie die Nike-Turnschuhe, violetten Kragen und die akkuraten Stockbetten in denen die Körper lagen in Erinnerung. Weit weniger bekannt ist, dass sie ihren Lebensstil mit der Programmierung von Webseiten finanziert hatten.

Wir können auf einer Ebene produzieren, die so effizient und qualitativ nirgendwo sonst in der Computerindustrie zu finden ist.

Die Mitglieder von Heaven's Gate ließen sich kollektiv kastrieren und widmeten ihr Leben allein dem Webdesign. Machte sie das zu Überfliegern im jungen Internet? Unser Motherboard hat die Antwort.