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Noisey

Ich war am Truckerfestival und wollte sterben!

Zwei Wochen nach dem Greenfield nehmen all die eidgenössischen Wannabe-Cowboys das Festivalgelände in Beschlag. Wir waren dabei!
30 Juni 2014, 1:10pm

Die Festivalzeitung vom 21. „Trucker- und Countryfestival Interlaken" ist recht freigiebig mit Superlativen—über die Besucher steht da: „So spannende Menschen wie am Truckerfestival gibt es sonst nirgends! Über Generationen hinweg verschwinden Sprachgrenzen, sozialer Status wird unwichtig und Westernspass, Lebensfreude und Geniessen nehmen Überhand!"

Übersetzt heisst das: Lass dem Niveau keine Chance. Gleichzeitig ist es für uns von VICE eine Einladung zu gepflegtem Peoplewatching. Darum sind wir da.

Aber für küchensoziologische Untersuchungen entsprechen die Besucher zu exakt dem Cast von „My Name is Earl", um 13 Uhr—nach dem zweiten Bier (7 Franken plus Depot)—glauben die Fotografin und ich schon eher an die Pseudowissenschaft der Physiognomik: Alle Besucher haben angestrengte Stirnfalten. Nachdenkliche Cowboyposen halt. Frauen wie Männer entscheiden sich für Brust oder Bauch und drücken die gewählte Körperpartie bis zum Anschlag raus.

Cowboyhüte sind die Converse des Anlasses. Konföderierten Flaggen schlagen Stars&Stripes-Aufnäher zahlenmässig. Eine Frau trägt einen pinken Pulli mit der Aufschrift „Broke but beautiful."

In einem ewigen Labyrinth aus Ständen—einem „Westerndorf" in Truckerfestivalsprech—kann man Schirmhüte von Frisco, Country-Kreuzfahrten von Hotelplan und andere Dinge gewinnen, die ich mit dem „Sofort kaufen!"-Button für 1 Franken bei Ebay einstellen würde. Eines der grössten Zelte hat das ROCKSTAR-Magazin. Der auf Dauerschleife getrimmte Moderator sagt dort drin Dinge wie „Und jtz müend üsi Girls de Wage widr butze. Loos!"

Und damit beginnt die Exkursion in diesen Redneck-Himmel, in diesen White Trash-Themepark erst. Am Ende des Tages habe ich mir geschworen, jedes karierte Hemd in meinem Besitz zu verbrennen.

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