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Hangover-News

Israel verringert seine Truppenzahlen im Gazastreifen, der „Islamische Staat“ dehnt seine Herrschaft aus, ein Muslim darf nicht Schützenkönig sein und 50 Kilo Kokain sind aus einer Asservatenkammer gestohlen worden.
4.8.14

Du hast nicht mitbekommen, was am Wochenende in der Welt da draußen passiert ist, weil du nur in deiner eigenen Welt warst? Dein Schädel brummt, alles ist zu laut, aber du willst dich trotzdem auf den aktuellsten Stand bringen? Dann haben wir hier für dich unsere allwöchentlichen Hangover-News:

„Darum hat Österreich Probleme: Starker Anstieg der Flüchtlingszahlen!“

Foto mit freundlicher Genehmigung von @the_boomerang.

So geschmacklos titelte die Krone am Wochenende—im Artikel selbst war von einer „seit Jahren nicht da gewesenen ‚Rekordzahl’“ die Rede—und wenn die Krone so etwas schreibt, sollte man die Hintergründe gleich doppelt prüfen, gerade wenn die Zeitung das Wort Rekordzahl schon selbst unter Anführungszeichen stellt. Kobuk hat die Zahlen überprüft: 2002 gab es im Juli 76 Prozent mehr Asylanträge als im Juli 2014. Vergleicht man die Asylanträge eines ganzen Jahres, so sind die Asylanträge dieses Jahr jedoch im Vergleich zu Vorjahr gestiegen: um 5 Prozent … Diese Anfragen kann Österreich selbstverständlich verkraften. Österreich hat keine Probleme wegen 5 Prozent mehr Asylanträgen. Das Problem ist der Umgang damit—insbesondere der des österreichischen Boulevard.

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Israel zieht Großteil seiner Soldaten aus dem Gazastreifen ab/Vermisster israelischer Soldat ist tot

A special IDF committee has concluded that Lt. Hadar Goldin was killed in combat in Gaza on Friday. May his memory be a blessing.

— IDF (@IDFSpokesperson) 2. August 2014

Die israelische Armee hat begonnen, große Teile ihrer Bodentruppen aus dem Gazastreifen abzuziehen und Einheiten in Richtung palästinensisches Küstengebiet zu verlagern. Premierminister Netanjahu sagte allerdings, dass der Armeeeinsatz nicht beendet sei und man so lange im Gazastreifen bleiben werde, bis alle Kriegsziele erreicht seien. Klarheit gibt es nun bezüglich des angeblich von der Hamas verschleppten israelischen Soldaten Hadar Goldin. Die israelische Armee bestätigte nun, dass der 23-Jährige am Freitag bei Kämpfen im Gazastreifen getötet worden sei.

Neue Isolationsinitiativen braucht das Land

Foto: Flickr | Kretyen | CC BY 2.0

Über die Sonntagszeitungen kündigten die SVP und die freikirchlich-konservative EDU eine Initiative an, die die Entwicklungshilfe um die Hälfte kürzen soll. Nur wenige Tage nach der Ankündigung eines Volksbegehrens zur faktischen Abschaffung des Asylrechts ist dies bereits das zweite neue Spassprojekt aus der Serie „Psychologischer Mauerbau mit CH-Gütesiegel“. Der Entwurf des Initiativtextes sieht unter anderem vor, dass Länder, in denen nicht-staatliche Akteure Minderheiten diskriminieren, gar keine Entwicklungshilfe mehr erhalten sollen. Nicht-staatliche Akteure, die Minderheiten diskriminieren gibt es wohl in allen Ländern. Höchstens in Nordkorea oder Eritrea könnte es sein, dass die jeweilige Superdiktatur das „Diskriminierungsmonopol“ innehat.

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„Islamischer Staat“ dehnt Herrschaft im Irak aus

Die irakische Terrorgruppe „Islamischer Staat“ hat ihre Herrschaft im Norden des Landes ausgebaut. Sie konnte die Städte Sindschar und Samar sowie zwei weitere Ölfelder unter Kontrolle bringen. Die kurdische Verwaltung berichtet, dass IS den Mossul-Staudamm, den größten Staudamm des Landes, erobern konnte.

Australisches Ehepaar lässt behinderten Jungen bei Leihmutter zurück

Für große Empörung in Australien sorgte ein Ehepaar, das das Kind, das ihnen von einer thailändischen Leihmutter ausgetragen worden ist, nicht annehmen wollte, weil der Junge das Down-Syndrom hat. Die gesunde Zwillingsschwester des Jungen wollte das Paar sehr wohl annehmen, nicht aber den Jungen, der dringend eine Herzoperation benötigt, die sich die Leihmutter nicht leisten kann. Australier hatten bis gestern bereits 150.000 Euro Spenden gesammelt, um der Mutter zu helfen.

Einem Todeskandidaten wurde 15-fache Dosis gespritzt

Für eine neue Debatte über die Todesstrafe in den USA sorgte jetzt ein neuer Fall in den USA. Dem verurteilten Doppelmörder James Wood wurden bei seiner Exekution am 23. Juli 15 Giftspritzen gesetzt. Die Exekution hätte eigentlich nur zehn Minuten dauern sollen, am Ende dauerte Woods Todeskampf zwei Stunden. Woods hätte in der Zeit 600 Mal nach Luft geschnappt, sagen seine Anwälte. Die Behörden dagegen behaupten, dass er bei der Hinrichtung nicht gelitten habe und während dessen komplett „komatös“ gewesen sei.

50 Kilogramm Kokain aus Pariser Asservatenkammer gestohlen

Foto: Wikimedia | Drug Enforcement Administration | Public Domain

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve spricht von einer „ernsten Angelegenheit“: 50 Kilogramm Kokain im Wert von zwei bis drei Millionen Euro wurden aus der Asservatenkammer eines Pariser Polizeipräsidiums geklaut. Die Vermutung lag nahe, dass es sich um einen Dieb aus den Reihen der Polizei handeln müsste. Am Samstag wurde nun ein 34-jähriger Polizist festgenommen. Er war den Ermittlern unter anderem wegen seines Besitzes mehrerer wertvoller Immobilien aufgefallen.