Diese Rechtspopulisten haben sich nicht mehr lieb – Die ultimative AfD-Beziehungsgrafik

In der AfD geht es zu wie in einer mexikanischen Telenovela. Nur ohne Paillettenkleider und raumgreifende Frisuren. Stattdessen mit Antisemitismus und in Stuttgart.

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06 Juli 2016, 11:44am

Update: Wir haben ein kleines Update an dieser Grafik vorgenommen, weil wir darauf aufmerksam gemacht wurden, dass Björn Höcke im Dezember 2015 das Buch von Wolfgang Gedeon empfohlen hat. Die Beziehung zwischen den beiden wird deshalb jetzt nicht mehr durch ein wütendes Smiley, sondern durch ein Daumen-Hoch-Emoji symbolisiert.

Der aktuelle Machtkampf in der AfD ist ein bisschen wie eine mexikanische Telenovela. Nur ohne Paillettenkleider und raumgreifende Frisuren. Stattdessen mit Antisemitismus und in Stuttgart. Das aktuelle Drama dreht sich um den baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon. Der findet, dass das "Talmud-Judentum der innere Feind des christlichen Abendlandes" ist. Gedeon war bis gestern Abend in der Stuttgarter AfD-Fraktion, worüber Jörg Meuthen, Sprecher der Bundespartei und eigentlich Vorsitzender ebendieser Fraktion, nicht erfreut war und deswegen wiederum die Fraktion verlassen hat. Die Parteichefin Frauke Petry eilte nach Stuttgart , hat Gedeon überzeugt die Fraktion zu verlassen und dachte kurz, alle seien wieder glücklich. Da täuschte sie sich allerdings, weil Meuthen sich weigert, wieder zurück zu kommen. Er gründet jetzt einfach eine neue Fraktion, die er wenig kreativ Alternative für Baden-Württemberg nennt. Und als wäre das noch nicht genug Hauen und Stechen, Drama und verletzte Eitelkeit, wird es noch komplizierter:

Der stellvertretende AfD Chef Alexander Gauland unterstützt wiederum Meuthen und ärgert sich im Morgenmagazin über Petry. Marcus Pretzell ist der NRW-Vorsitzende aber zeitgleich auch der Lebensgefährte von Frauke Petry. Gutmöglich, dass er schon allein deshalb Meuthen doof findet. Beatrix von Storch postet zwar auf ihrer Facebook-Seite, dass sie Antisemitismus blöd findet, aber hält sich ansonsten ziemlich raus. Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke ist schon länger nicht mehr #TeamPetry und deswegen sowieso schon mal für Meuthen. Bernd Lucke ist nach seinem Austritt gegen alle, aber tritt jetzt nochmal nach und Hans-Olaf Henkel, ebenfalls Ex-AfD'ler, konnte natürlich genausowenig wie Lucke ahnen, was er mit dieser Partei auf Deutschland losgelassen hat. Heute findet er, dass die AfD einen "extrem hohen Anteil von gescheiterten Existenzen" hat. Das ist wohl wahr. Und so schließt sich unser kleiner Seifenopernüberblick.

(Weil die AfD-Dramen non-stop weitergehen, behalten wir uns vor, diese Übersicht live zu aktualisieren.)


Fotos in der Tabelle:

Alexander Gauland, Björn Höcke, Jörg Meuthen, Wolfgang Gedeon: imago
Frauke Petry: Wikimedia | Olaf Kosinsky | CC BY-SA 3.0 DE
Marcus Pretzell: Flickr | Metropolico.org | CC BY-SA 2.0
Beatrix von Storch: Flickr | Metropolico.org | CC BY-SA 2.0
Bernd Lucke: Wikimedia | Robin Krahl | CC BY-SA 4.0
Hans-Olaf Henkel: Flickr | Metropolico.org | CC BY-SA 2.0