Ich war einen Tag lang Praktikant bei Pornhub

Was genau unterscheidet die Pornhub-Praktikantinnen von anderen Leuten? Um das herauszufinden, beschloss ich, für einen Tag Praktikant bei der beliebten Pornowebseite zu werden.

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02 Januar 2014, 2:16pm


Von links nach rechts: Madeline, der Autor, Amber. Fotos vom Autor. Videos mit Genehmigung von Pornhub.

Junge Menschen haben es nicht leicht. Weltwirtschaftskrise, hohe Arbeitslosigkeit, niedrige Bezahlung, keine Perspektive. Viele Angehörige der sogenannten Generation Y fangen unbezahlte Praktika an, doch statt damit ihre Karriere anzukurbeln, arbeiten sie oft jahrelang umsonst.

Als 22-jähriger, der durch verschiedene Praktika zu seinem ersten richtigen Job gekommen ist, kann ich die Situation verstehen. Mitten in dieser Krise zeigte sich jedoch ein Hoffnungsstrahl bei @Pornhubinterns. Hinter dem Account verbergen sich zwei Praktikantinnen der beliebten Pornowebseite (der Link ist selbstverständlich NSFW), die sich durch ihr Praktikum und mit Hilfe von Twitter einen Namen gemacht haben.
Obwohl Pornhub am Tag auf durchschnittlich 35 Millionen Klicks und im Monat auf eine Milliarde Klicks kommt, sind Amber und Madeline die ersten Praktikantinnen des Unternehmens. Vor einem Jahr hatte Pornhub einen Wettbewerb gestartet, um zwei passende Praktikantinnen zu finden. Amber bekam den Link von einer Freundin weitergeleitet. Die großbusige Blondine hatte die letzten Jahre mit Strippen und Reisen verbracht—ein Praktikum bei Pornhub schien wie geschaffen für die Mittzwanzigerin zu sein.

Madeline wurde selbst auf den Wettbewerb aufmerksam. Mit den langen dunklen Haaren und dem intensiven Blick sieht sie so aus, wie Wednesday Addams in einem Remake der Addams Family aussehen würde, bei dem es dem Filmstudio darum ging, „den Bezug zur Generation Y" herzustellen. Sie entdeckte eine Anzeige für das Praktikum, als sie in ihrem letzten Collegejahr im Ambien-Rausch auf dem Bett lag. Was sie dort las, schien Madeline die Lösung all ihrer Probleme zu sein. Sie hatte ihr ganzes Leben lang unter Angstzuständen gelitten. „Ich war too cool for school, aber hatte keine Freunde", sagte sie über ihre Zeit auf einer katholischen Schule. „Ich war das coole Mädchen, das gemein zu den reichen Schlampen war." Als sie danach aufs College ging, verließ sie kaum noch das Haus. „Ich gehe nicht mehr raus, weil ich ein verdammter Loser bin. Ich habe keine Freunde. Ich spiele lieber Die Sims." Dieses Praktikum wird mir so gut tun, dachte sie.

Nach mehreren Runden wurden die zwei Mädchen für das Praktikum ausgewählt. Fast direkt im Anschluss daran ließ Pornhub die beiden zu den AVN-Awards nach Las Vegas fliegen, wo sie sich zum ersten Mal begegneten. „Wir waren so aufgedreht, dass wir überhaupt nicht geschlafen haben", sagte Madeline. Am Ende landeten sie auf einer Party von Ron Jeremy. Was genau dort passiert, wollen sie jedoch nicht sagen. „Ron Jeremy hat mich persönlich, emotional und körperlich beeinflusst", beteuerte Madeline.

„Es könnte sein, dass wir eine Arterienerweiterung bei ihm bewirkt haben", fügte Amber hinzu.

Mittlerweile gehen die Mädchen kaum noch zu solchen Veranstaltungen, sondern arbeiten meist von zu Hause aus. Madeline wohnt bei ihren Eltern in einem Vorort von Chicago, und Amber schlief in den vergangenen Monaten in einem Hostel, obwohl sie einen festen Wohnsitz in Montreal hat. Zu ihren Aufgaben bei Pornhub zählt es, schmutzige Witze zu twittern, Pornovideos zu kommentieren und in der Social-Media-Community von Pornhub mit Fans zu interagieren.

In ihren ersten Monaten gewannen die Mädchen nur wenige Fans, doch seit Herbst haben sie über 9.000 Follower auf Twitter, wo sie die Bewunderung von Pornobegeisterten und anderen Leuten mit zu viel Zeit auf sich ziehen. Es gibt viele Unternehmen, die ihre Praktikanten für sich twittern lassen, doch nur Amber und Madeline haben es geschafft, sich eine eigene, sektenartige Internetanhängerschaft aufzubauen.
Doch was genau unterscheidet die Pornhub-Praktikantinnen von anderen Leuten meines Alters? Um das herauszufinden, beschloss ich, für einen Tag Pornhub-Praktikant zu werden.

Weil die Mädchen eigentlich von zu Hause aus arbeiten, ließ Pornhub sie nach Brooklyn fliegen, damit ich einen Tag lang mit ihnen in einem geräumigen Motelraum abhängen konnte. Am Tag meines Praktikums weckte mich eine SMS von Madeline: „Sind da."

Als ich um 11.30 Uhr in ihr limettengrünes Motelzimmer kam, lagen die Mädchen in schwarzen Kleidern im Hotelbett. Amber fragte mich sofort, ob wir Wein trinken wollen.

„Ich bleibe nüchtern, weil ich mit den Partnern anderer Leute rummache, wenn ich betrunken bin", sagte ich.

„Ohhh! Wir haben so viel gemeinsam."

Die Unterschiede zwischen den beiden Mädchen waren sofort offensichtlich. Während Amber blond war und viel lächelte, hatte Madeline tiefschwarze Haare und neigte zum Schmollmund. Amber hatte ein Schwein-Stofftier zum Kuscheln dabei, Madeline ein hässliches Spielzeug, das wie ein Alien aussah. Während Amber mir ihren riesigen Hello-Kitty-Koffer und ihre Perlenbox zeigte, warf Madeline ihr einen tödlichen Blick zu. „Ich habe einen vernünftigen schwarzen Koffer", sagte sie.

Als ich mein Notizheft aus meiner Snoopy-Schultasche herauszog, um ein paar Sätze aufzuschreiben, die die Mädchen gesagt hatten, twitterte Madeline innerhalb weniger Minuten:

Madeleine erzählte mir, dass sie mich im Vorhinein im Internet gestalkt hatte. „Schreibst du eigentlich nur über Mainstream-Sachen?", fragte sie mich. „SELBSTVERRAT." Ähnlich wie die berüchtigte Hollywood-Bloggerin Nikki Finke hatten die Pornhub-Mädchen einen Weg gefunden, ausschließlich in Großbuchstaben zu sprechen.

Dann schaltete sich Amber in das Gespräch ein und bestand darauf, dass ich einen Pornhub-Slip und ein Pornhub-Praktikanten-Tanktop anzog. „Er muss den Slip tragen, um sein Selbstvertrauen und seine Ausstrahlung zu zeigen!" Der Slip bereitete mir ein wenig Sorgen, doch dann erinnerte ich mich daran, dass ich enge Boxerslips eigentlich immer gern getragen habe.

Im Badezimmer leuchtete mein Telefon auf, weil meine Freunde die Tweets favorisierten, die die Praktikantinnen über mich geschrieben hatten. Als ich schwungvoll die Tür öffnete, lachten die Mädchen, doch als ich in meinem neuen Outfit herauskam, fühlte ich mich meinen Praktikumskolleginnen plötzlich verbunden. Irgendetwas an der Tatsache, dass mein Sack aus dem viel zu kleinen Slip hing, ließ mich erkennen, dass die Mädchen sich nicht über mich lustig machten, sondern einfach nur einen schwarzen Humor hatten, der nicht nur unkonventionell ist, sondern auch zu ihrem Erfolg beiträgt. Ich fühlte mich spirituell mit dem, was sie das #CreamTeam nennen, verbunden. Es war an der Zeit, dass die Mädchen und ich Fotos von uns über sozialen Plattformen verbreiteten, um die Welt über unsere aufkeimende Zusammenarbeit zu informieren.

Wir diskutierten, wie ich meine Tweets kennzeichnen sollte. Die Mädchen markieren ihre mit A (für Amber) und M (für Madeline), doch mein Anfangsbuchstabe ist der gleiche wie der von Madeline.

„Soll ich meine Tweets mit MS unterschreiben?", fragte ich.

„MS ist doch eine Krankheit, oder?", sagte Madeline.

Wir entschieden, dass ich unter meinem eigenen Namen twittern sollte, um auf ihrer Social-Media-Plattform auf mich aufmerksam zu machen. In meinem ersten Tweet beschloss ich, aus Spaß zu versuchen, mir eine meiner sexuellen Fantasien zu erfüllen. Ich twitterte Harry Styles an und lud ihn zu einer One-Direction-Bukkake in unser Hotelzimmer ein.

Ich wusste, dass 1D niemals nach Brooklyn fliegen würden, um auf meine Augen zu ejakulieren, doch die Tatsache, dass ich den Jungs vom Account der Pornhub-Praktikantinnen schrieb, gab mir Mut.

Den Mädchen wurde unsere besondere #CreamTeam-Connection ebenfalls bewusst. Amber zog ihr Perlenset hervor, drehte Khias „My Neck, My Back (Lick it)" auf und fing an, mir ein Freundschaftsarmband zu basteln.

„Jetzt bin ich in Porno-Stimmung", sagte sie.

Nachdem wir mit der Herstellung des Schmucks fertig waren und über Rim-Jobs getwittert hatten, beklebten mich die Mädchen mit Pornhub-Stickern, damit wir uns etwas zu essen holen konnten.

Als wir beim nächsten Subway anhielten, sprach mich ein Typ an, der sich gerade ein Sandwich kaufte: „Ich dachte, du wärest eine Werbetafel für Pornhub." Wir erklärten ihm, dass es sich bei den Damen um die berühmten Pornhub-Praktikantinnen handelte und dass ich als Journalist eine Geschichte über sie schrieb. Wir fragten ihn, ob er sich mit uns fotografieren lassen wolle, aber er dachte, dass wir ihn verarschen. Als er zu Hause war, googelte er aus Neugier nach den Pornhub-Praktikantinnen, erkannte, dass er tatsächlich Amber und Madeline gegenüber gestanden hatte, und twitterte den Mädchen:

Als wir zurück im Hotelzimmer waren, zog ich mir wieder meinen Slip an, und wir fingen an, die Plattform der Pornhub-Community zu erkunden. Madeline hatte einen Schwanz als Profilbild gewählt und Dutzende Männer hatten ihr Bilder von ihren Schwänzen geschickt. Amber betonte jedoch, dass die User mehr als nur masturbierende Männer seien.

„Wir haben viele Poeten in der Pornhub-Community", sagte sie.

„Sie verwirklichen sich selbst", ergänzte Madeline. „So wie wenn du einen Slip trägst."

Dann suchte sich jeder von uns ein Pornovideo aus, das wir uns ansahen und kommentierten. Madeline schrieb „DRECKIGER ALTER MANN WIRD VON 18-JÄHRIGER SCHLAMPE IN WEISSEM SLIP BEDIENT."

„Jeder hat es schonmal gesehen ... Ich bin mittlerweile taub gegenüber Pornos", erzählte mir Madeline. „Ich muss es mir anders besorgen. Zum Glück stand ich schon immer auf Facesitting."

Ich fand die Schamhaare der Pornodarstellerin ekelhaft. Da ich aber eh nur auf Büsche stehe, die aus Arschlöchern asiatischer Bodybuilder wachsen, bin ich für die Beurteilung eines Hetero-Pornos wahrscheinlich nicht die beste Wahl. Nachdem wir mit dem Trollen auf der Webseite ihres Arbeitgebers fertig waren, spielten wir mit Ambers Analdusche Fangen und twitterten, ob die Fans irgendwelche Fragen hätten, um dann ein Frage-und-Antwort-Video zu drehen.


Pornhub Interns Meet Vice! Part 1 präsentiert von PornHub

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m Video besprachen wir, wie sehr es Madeline gefällt, sich auf Schwänze zu übergeben. „Sobald es geht, mache ich alles sauber", sagte sie später. „Die meisten von ihnen erinnern sich nicht daran, weil ich ihnen Ambien gebe. Ich gebe ihnen keine K.O.-Tropfen—es gibt zwar einen Typen, der das behauptet, aber der wollte nur seine feministische Freundin zurück. Oh, das kannst du übrigens abdrucken."

Ein paar von Madelines und Ambers Kommentaren haben mich verstört. Als mich in der U-Bahn ein Junge mit einer Kippa anstarrte, schrie Madeline: „Happy fucking Hanukkah!"

Ihre Äußerungen unterscheiden sich allerdings nicht wirklich von dem, was man in einem Büro oder in einer Umkleidekabine (oder in irgendeinem Internetforum) hört. Im Laufe des Tages verschickte ich auf Grindr diverse Fotos von Ärschen und Anallöchern an Fremde, die ich gern ficken wollte. Wer bin ich, dass ich mir ein Urteil erlauben dürfte?

Inwiefern unterscheidet sich das noch von Madelines makabren Witzen? Der einzige Unterschied zwischen den Pornhub-Praktikantinnen und den meisten anderen Leuten ist letztlich, dass diese Mädchen es wagen, Dinge öffentlich auszusprechen, und dass dies ihrer Karriere zuträglich ist. Es ist ihnen völlig egal, ob ihre Tweets sie für einen Job in einer konservativen Firma disqualifizieren. Warum sollte es auch anders sein? Diese Jobs gibt es sowieso nicht mehr.

Nachdem wir am Abend etwas in Williamsburg gegessen hatten, legte ich mich eine Weile mit den Mädchen ins Bett im Motel, dann machten wir uns auf den Weg in einen Stripclub. Nachdem wir einen Tag lang getwittert und Sex-Selfies geschossen hatten, öffneten sie sich mir endlich und erzählten von ihren Kritikern und von ihrer Vergangenheit.

Madeline sagte, dass ihr ständig Bibeln von irgendwelchen Christen zugeschickt werden. Sie betrachtet ihren sündhaften unbezahlten Auftritt jedoch als Weg zu ihrer Erlösung. „Ich bin nicht glücklich", sagte sie. „Ich wohne bei meinen Eltern. Ich habe keinen Job. Mein Diplom ist wirklich nützlich. Eigentlich hätte ich noch vor meinem Abschluss einen Job haben sollen. Ich weiß, dass wir nicht mehr in der Welt unserer Eltern leben, aber es ist schwer, sich darauf einzustellen. Ich wünschte, ich wäre nicht zur Schule gegangen. Ich habe das Gefühl, dass ich in der Schule meine Zeit verschwendet habe." Ihr Praktikum erwies sich als nützlicher als ihre Ausbildung und half ihr, freiberufliche Jobs als Web-Entwickler zu finden. „Pornhub hat mir großartige Möglichkeiten eröffnet", sagte sie. Im Gegensatz zu traditionelleren Jobs muss sie hier nicht aufpassen, was sie sagt oder tut.

Amber ist ebenfalls dankbar für ihr Praktikum. „Ich habe schon Angebote bekommen", sagte sie. „Ich bin absolut glücklich." Wie Madeline hatte sie ein schwieriges Leben. Sie hatte eine quälende Beziehung zu ihrer Mutter, mit 17 lief sie von zu Hause weg. Sie fing an zu strippen, in Sexclubs feiern zu gehen und zu reisen. Eines Nachts brannte ein Sexclub nieder, in dem sie gerade feiern war, doch Amber konnte dem Feuer entkommen. „Ich mache, was ich will", sagte sie, „aber ich bringe eine Menge Opfer dafür."

Ihre persönlichen Probleme haben Amber und Madeline zusammengeschweißt. „Als ich eine Trennung durchmachte, heulte ich mich bei Madeline auf Skype aus", sagte Amber. „Sie sah mich in Todesqualen."

Eigentlich sind die Pornhub-Praktikantinnen gar nicht so viel anders als ich oder andere Leute meines Alters. Sie waren im Arsch. Der einzige Unterschied besteht darin, dass sie es geschafft haben, einen Vorteil aus ihrer beschissenen Lage zu ziehen. Ich holte meinen Laptop aus der Tasche und spielte Britney Spears „Dear Diary". Amber und ich kuschelten mit ihrem Stofftier, während Madeline sich auf die Seite drehte.

Nach „Dear Diary" lief „Everytime". Madeline richtete sich auf. „Oh mein Gott. Ist das der Song aus Spring Breakers?", fragte sie. „Lass uns den ankucken." Wir fanden die Szene, in der James Franco und die Disney-Mädchen zu Britneys Song Leute ermorden, aber wir brauchten sie gar nicht sehen. Als Pornhub-Praktikant fühle ich mich so stark wie ein Musketier, das zum ersten Mal vor der Kamera flachgelegt wurde.

Eine Stunde später saßen wir auf dem Rücksitz eines Taxis und hörten „Just Like a Pill" von P!nk. Als unser Taxifahrer auf dem Highway andere Autos schnitt, dachte ich, dass das gar kein so schlechter Tod sein würde. Madeline würde es wahrscheinlich deprimierend finden, aber mir kam es wie ein Happy End vor. Ich saß mit zwei Mädchen in einem Wagen, die vom Leben gefickt worden waren und dann beschlossen hatten, das Risiko einzugehen und zu tun, was sie wollten. Für mich war dies der ideale Moment für einen Schlussstrich, doch wir starben nicht—stattdessen landeten wir in einem Stripclub namens Pumps.

Im Club trafen wir uns mit verschiedenen Bloggern und Punksängern, die die Aktivitäten der Pornhub-Praktikantinnen online verfolgen und sie treffen wollten. Wir saßen an einer langen Bar um eine Bühne. Keins der Mädchen trug Farben und ich war der einzige Typ in der Runde, bis Michael, mein schwuler Freund aus der New School, und sein heterosexueller Mitbewohner ankamen. Während ich mir Notizen in mein Heft kritzelte, lehnte sich eine Stripperin über die Bar und bat mich, ihr einen Dollar zwischen die Brüste zu stecken.

„Ich bin schwul und beruflich hier", sagte ich.

„Das sagen sie alle."

Ich gab ihr einen Dollar, damit sie verschwand. Mein schwuler Freund wurde nicht dafür bezahlt, Brüste auszuchecken, deshalb ging er weiter in eine Schwulenbar. Sein Mitbewohner blieb jedoch, um sich die Stripperinnen anzusehen. Als die Praktikantinnen den Stripperinnen Pornhub-Shirts gaben und sie baten, sich draußen mit ihnen fotografieren zu lassen, forderte ich den Hetero-Typen auf, auch mitzukommen. „Das kann ich nicht machen", sagte er. „Ich will Politiker werden."

Ich wandte mich von ihm ab und sah, wie sich die Mädchen im Spiegel für ihr Foto mit den Praktikantinnen herausputzten. Der Mitbewohner meines Freundes war heterosexuell und könnte wirklich alles machen, ohne irgendetwas befürchten zu müssen. Und gerade er hatte Angst davor, sich mit ein paar Pornhub-Praktikanten fotografieren zu lassen?

Als wir uns draußen für das Foto versammelten, vergaß ich dieses heterosexuelle Weichei. Jobs, die es vor der Wirtschaftskrise gab, existieren heute nicht mehr, College-Absolventen arbeiten für ein Existenzminimum und die Pornhub-Praktikantinnen sind die freiesten und krassesten Frauen in ganz Amerika. Ich rannte ins Bild und ein Typ aus der Bar schoss ein Foto. Anstelle von „Cheese" rief Madeline „Millennials". Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen—Madeline und Amber hatten wirklich gar nichts mit ihrer Generation gemeinsam. In diesen wirtschaftlich düstersten Zeiten sind die Mädchen mitsamt ihren sexy Selfies zu einem Symbol der Hoffnung geworden.