waffenbesitz

Über 600 Reichsbürger besitzen legale Schusswaffen

Dabei hätte der Staat ihnen schon lange den Waffenschein entziehen sollen.
Foto: imago | Christian Ohde

Obwohl die Landesinnenminister schon vor zwei Jahren bemerkt haben, dass es nicht so clever ist, selbsternannten Reichsbürgern Waffen zu erlauben, dürfen auch heute noch über 600 von ihnen legal eine Knarre kaufen.

Vor zwei Jahren erschoss ein Reichsbürger in Bayern einen 32-jährigen Polizisten. Die Landesinnenminister entschieden daraufhin, den Reichsbürgern die Waffen wegzunehmen – und den Waffenschein. Den dürfen Verfassungsfeinde nach deutschem Waffengesetz ohnehin nicht besitzen. Und genau das sind Reichsbürger. Sie erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als souveränen Staat an und halten sich deshalb weder an das Grundgesetz, noch fügen sie sich Entscheidungen von Behörden und Gerichten.

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Laut einer Recherche der Süddeutschen Zeitung und des NDR besitzen zwei Jahre später immer noch über 600 von ihnen sowohl Waffen als auch einen Waffenschein. Laut dem Verfassungsschutz wird den Reichsbürgern nicht nur eine hohe Waffenaffinität zugesprochen, sie gelten auch oftmals als gewaltorientiert und haben eine Verbindung in die rechtsradikale Szene. Erst im März gab der Verfassungsschutz bekannt, dass sich unter den 18.000 Reichsbürgern 950 Rechtsextremisten befinden.


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Anfang Oktober nahm die Polizei in Sachsen und Bayern Mitglieder der rechtsterroristischen Vereinigung "Revolution Chemnitz" fest. Die sollen laut Bundesanwaltschaft geplant haben, "gewalttätige Angriffe und bewaffnete Anschläge nicht nur auf Ausländer, sondern insbesondere auch auf politisch Andersdenkende zu verüben". Laut der Süddeutschen Zeitung gibt es in Sachsen noch 37 Reichsbürger mit einer offiziellen Waffenerlaubnis, in Bayern sollen es noch immer 155 von 300 sein.

Grund für das schleppende Vorankommen sei laut den Behörden fehlendes Personal – und das obwohl die Reichsbürger namentlich bekannt sind.

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