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"Es ist weird, mit anderen Menschen im Lift zu sein" – Ein Interview mit MYNTH

Heute kam die neue EP von MYNTH heraus und mit 'Echo' liefert euch das Duo aus Salzburg einen herrlichen Nachklang zu 'Parallels'.
16.2.18
Screenshot via YouTube

Ende letzten Jahres ist MYNTHs neues Album Parallels erschienen und für diejenigen von euch, die die Songs schon rauf und runter gespielt haben und schon auswendig kennen, gibt es gute Neuigkeiten: Heute ist ihre neue EP Echo erschienen. Echo, weil es ein Echo zu Parallels ist, nur puristischer und im Gegensatz zu den Songs am Longplayer auch selbst produziert und gemischt.

Die Songs von der EP sind keinesfalls ein Überbleibsel aus den Albumsessions, sondern eigenständige Meisterwerke. Nur die Salzburger Zwillinge Giovanna und Mario schaffen es eine Fahrstuhlfahrt in ein derartiges Klangerlebnis wie ihren Song "Elevator" zu verwandeln. Wenn Giovanna mit ihrer unverwechselbaren Stimme singt, dann wollen wir alle sofort in einen Fahrstuhl steigen und unseren persönlichen "Elevator Crush" kennenlernen.

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Wer sich bereits MYNTHs Album Parallels gekauft hat, hat wahrscheinlich ein kleines, mysteriöses Kärtchen entdeckt, auf dem ein Datum, eine Internetadresse und ein geheimnisvoller Code gedruckt sind. Mit diesem Code konnte man die EP schon ein paar Tage vor dem offiziellen Release herunterladen. Außerdem findet sich auf Echo ein wirklich großartiges Enigma-Cover: "Mea Culpa". Die beiden sind nicht nur unermüdlich, was neues Material angeht, sie schaffen es dazwischen auch noch, uns ein paar Fragen zu beantworten:

Noisey: Wir gehen davon aus, dass ihr seit unserem letzten Interview so einiges erlebt habt. Wie würdet ihr die Erfahrungen, die ihr in der Zwischenzeit gemacht habt, zusammenfassen?
MYNTH: Wir haben viel über uns gelernt und einen kleinen Platz in der Musikwelt gefunden, wo wir uns sehr wohl fühlen. Wir haben viele coole Leute kennengelernt und schätzen jedes Live-Konzert, das wir spielen dürfen. Dass wir dabei die letzten beiden Jahre auch viel um die Welt gekommen sind, freut uns natürlich ganz besonders.

Bei unserem letzten Interview habt ihr auch beide noch nebenbei studiert. Habt ihr euer Studium jetzt beendet oder der Musik zuliebe doch geschmissen?
Wir haben unser Studium nun beide mit Ach und Krach abgeschlossen – der Musik zuliebe. Nun können wir so befreit wie noch nie Musik machen.

In welchem Setting sollte man sich eure EP am besten anhören?
Ich denke "You there?" und "Mea Culpa" sind die perfekten Songs für klassische grau-in grau-Wien-Tage, wie man es von Oktober bis März hier hat, was ja massiv runterziehen kann. Wenn dann aber doch mal die Sonne rauskommt und sich der Frühling ankündigt, sind "Elevator" und "Junction" perfekt.

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Bei eurer Tour ist Salzburg der letzte Stopp. Wird das euer emotionalster Gig?
Auf jeden Fall. Wir haben das ganz bewusst als Tourabschluss gewählt, da hier alles angefangen hat und es immer schön ist dorthin zurückzukehren. Aber generell ist jede Show für uns sehr emotional.

Ihr seid jetzt schon mehrmals international aufgetreten. Welches Konzert war bisher euer größtes Highlight?
Das Highlight war auf jeden Fall die Show in Mexico City am Zocalo. Wir dachten, das ist irgendein kleines Festival und dann standen wir auf einmal auf einer Bühne vor 5000 Leuten. Das war irre. Versucht mal zu vergessen, dass dieses Interview fast ausschließlich ÖsterreicherInnen lesen werden. Wer sind eure Lieblingsfans?
Je weiter östlich es geht, desto herzlicher und dankbarer kommen uns die Leute vor, aber natürlich kann man das nicht pauschalisieren.

Wurde der Song "Elevator" von einem persönlichen Erlebnis inspiriert?
Kein spezielles Erlebnis. Aber obwohl wir eigentlich recht soziale, aufgeschlossene Menschen sind, finden wir es trotzdem immer extrem weird und unangenehm mit anderen Menschen im Lift zu stehen. Man weiß nicht, was man reden soll und wo man seine Blicke hinwerfen soll. Und über diese Weirdness und Spannung im Lift, die man natürlich auch auf andere Alltagssituationen umlegen kann, geht es in dem Song.

Wenn man Songs schreibt, dann wird es meist ziemlich schnell persönlich. Wie viel wisst ihr gegenseitig über euer Privatleben? Erzählt ihr euch alles? Das ist ja bei Geschwistern oft sehr unterschiedlich.
Wir erzählen uns schon meistens recht viel aus unsrem Privatleben, aber durch Songs kommen oft Dinge zu Vorschein, denen ich vielleicht gar nicht so viel Wichtigkeit gegeben hätte, aber merke, wie sehr sie beispielsweise Giovanna belasten. Und dann passiert es sehr oft, dass wir noch viel darüber reden, bis der Song dann letztendlich fertig ist. Euer Instagram-Feed ist ein Kunstwerk an sich – habt ihr dafür einen Spezialisten engagiert oder wer von euch beiden lebt sich hier als Instablogger aus?
Haha danke, das freut uns. Giovanna ist der Insta-Champ. Aber generell für Grafiken und allem, was dazugehört, haben wir unsren guten Freund Leo Scheichenost von HFA-Studios, der dem Ganzen auch ein Gesicht gibt. Was ist das schönste Wort, das in den Lyrics eurer EP vorkommt?
Mea Culpa. Haben eure Neujahrsvorsätze bis Februar überlebt? Was habt ihr euch für 2018 vorgenommen und was wird dieses Jahr noch für euch bringen?
Der größte Neujahrsvorsatz war es, die EP fertig zu mischen, das ist sich zum Glück ausgegangen. Und ja, wie jedes Jahr der alkoholfreie Jänner. Ist mit drei Jokern dann auch ganz gut gelungen, haha.

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