Ich bin ein großer Fan von 3D-Druckern—aber nicht von all dem schrottigen Plastiknippes auf den Geräte heute meist noch immer beschränkt sind. Richtig überzeugt haben mich die Maschinen immer dann, wenn sie etwas ausspucken, was sich sonst nicht so einfach fertigen lässt: Individualisiertes gedrucktes Sex-Spielzeug, Teile deiner Drohne, Mini-Me-Reproduktionen, und so weiter.Ich lasse mich jedoch gerne vom Gegenteil überzeugen, wenn die 3D-Drucker ihren alltäglichen Nippes aus tatsächlichem Müll herstellen. Aus Schrott wieder etwas Neues zu drucken ist genau die Idee, die hinter dem Projekt Plastic Bank steckt.
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Das Konzept ist einfach: Sammle den Müll aus Flüssen und den Weltmeeren und verwandle ihn in die Plastikfasern, die dann in 3D-Druckern verwendet werden können.
Wie Ecopreneurist berichtet, haben sie vor kurzem dieses kleine Plastikwerkzeug mit Hilfe eines Makerbot gedruckt. Laut ihren Angaben ist es das erste Erzeugnis eines 3D-Druckers, der aus wiederverwertetem Plastikmüll aus den Ozeanen stammt. Zugegebenermaßen ist das Ergebnis nicht gerade überwältigend, aber dennoch ist das Plastik in dem kleinen Werkzeug immer noch sinnvoller aufgehoben, als an unseren Stränden oder in den Weltmeeren.Aufgrund seines additiven Produktionsprozesses kann 3D-Druck außerdem schon heute im Vergleich zu anderen Herstellungsverfahren dabei helfen die Menge an überschüssigem Material zu reduzieren. Die Produktion der Zukunft möglichst nur noch auf recycelten Grundstoffen aufzubauen klingt für mich tatsächlich nach einer ziemlich überzeugenden Idee.Die riesigen Mengen an Plastikschrott in unseren Flüssen, in den Tiefen unserer Ozeane und als in den Weltmeeren treibende Inseln scheinen nicht auszureichen, uns davon zu überzeugen, dass wir dringend aufräumen müssen. Plastic Bank möchte das Müllsammeln nun attraktiver machen, in dem sie dem Schrott zu neuem Wert verhelfen. Sie wollen ihr Verfahren beispielsweise in ärmeren Gemeinden einführen, und haben im vergangenen Monat ihre ersten „Banken" als lokale Projekte in Kolumbien und Peru gestartet.Ich persönlich kann mich der optimistischen These von Plastic Bank leider noch nicht ganz anschließen, dass sie „Teil der Beseitigung von Armut und Plastikmüll in den Weltmeeren sind." Für das Erreichen dieser Ziele wird es noch ein wenig mehr brauchen. Aber das Recyceln von Plastikmüll ist in jedem Fall eine gute Sache. Plastic Bank hat erst kürzlich für ihre Arbeit einen Preis vom Recycling Council of British Columbia in Kanada gewonnen. Dort hat das Unternehmen auch seinen Hauptsitz—und sammelt die Rohstoffe für den oben abgebildeten recycelten Schraubenschlüssel.In jedem Fall dürfte die Entwicklung die Menschen dazu bringen über Nachhaltigkeit im 3D-Drucker-Betrieb nachzudenken. Wenn wir sogar angespülten Plastikschrott in druckbares Material verwandeln können, dann ist es doch wohl höchste Zeit, dass wiederverwertetes Material im Produktionsapparat für den Privathaushalt zum Standard wird.
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