Drogenersatz

Polizei hält Donutglasur für Crystal Meth

Wenn man Stereotypen glaubt, führen Cops eine innige Beziehung mit Donuts, sodass man eigentlich meinen müsste, dass sie Donutglasur auf gut 30 Meter Entfernung als solche identifizieren können. Leider scheint das wohl doch nicht so zu sein.

von Alex Swerdloff
01 August 2016, 12:00pm

Foto von Jim, the Photographer via Flickr

Wenn man Stereotypen glaubt, führen Cops eine innige Beziehung mit Donuts, sodass man eigentlich meinen müsste, dass sie Donutglasur auf gut 30 Meter Entfernung als solche identifizieren können. Leider scheint das wohl doch nicht so zu sein.

Zumindest nicht im Falle eines Pensionärs aus Orlando, Florida, der wegen Besitz von Methamphetaminen verhaftet und angezeigt wurde, was eigentlich nur ein paar heruntergefallene Krümel Donutglasur waren.

Der 64-jährige Daniel Rushing hat es sich zur Tradition gemacht, sich jeden Mittwoch einen Donut von Krispy Kreme zu holen. Doch er ahnte nicht, dass sein kleiner Leckerbissen so verhängnisvoll sein würde.

ARTIKEL: Drogenhändler schmuggeln Kokain gern in Kürbissen

Im Dezember hat Rushing einen Freund zur Chemotherapie gefahren und hat danach noch eine Freundin abgeholt, die in einem 24-Stunden-Supermarkt arbeitet, um sie nach Hause zu fahren. Doch dann wurde er von der Polizei angehalten, die das Geschäft schon länger im Blick hatte, weil sich Anwohner über Drogenmissbrauch und -handel beschwert hatten. Daniel Rushing sollte aus seinem Auto aussteigen und einem der Polizeibeamten fiel dann eine „kristallartige Substanz auf dem Fußboden in der Nähe seiner Füße auf."

Wie Rushing erzählt, hat er ihnen „immer wieder gesagt, dass das Donutglasur ist. Zuerst sagten sie, dass es Crack sei, dann meinten sie: ,Nein, das ist Meth, Crystal Meth.'"

Im Festnahmeprotokoll heißt es, dass zwei Drogenschnelltests positiv anschlugen, daraufhin wurden Rushing Handschellen angelegt, er wurde abgeführt und in einem Bezirksgefängnis komplett gefilzt. Dann wurde er wegen Besitz von Methamphetamin und einer Waffe (er hatte eine Erlaubnis zum verdeckten Tragen einer Waffe) angezeigt und kam für zehn Stunden eine Zelle. Nachdem er eine Kaution in Höhe von 2.500 Dollar gezahlt hatte, kam er frei.

Erst ein paar Wochen später sprachen ihn die Ergebnisse eines staatlichen kriminaltechnischen Labors von den Vorwürfen frei.

ARTIKEL: Lolly-Koks und Meth mit Schokogeschmack

Daniel Rushing plant jetzt, die Stadt Orlando zu verklagen. „Ich wurde grundlos verhaftet", sagt er.

Wieso schlagen zwei Schnelltests fälschlicherweise positiv an? Die Zeitung Orlando Sentinel hat die Polizeibehörde gefragt, wie oft so etwas vorkommt, und eine Sprecherin meinte: „Bisher haben wir dazu keine entsprechendenDaten. Wir haben derzeit keine Möglichkeit, die Zahl bzw. die Ergebnisse der Drogentests am Ort des Geschehens nachzuverfolgen."

Wie es in der New York Times heißt, sind solche fehlerhaften Ergebnisse ein ziemlich großes Problem. In einer Untersuchung fand man heraus, dass in sagenhaften 21 Prozent der Fälle Substanzen von der Polizei fälschlicherweise als Methamphetamin identifziert wurden, davon waren die Hälfte nicht einmal überhaupt Drogen.

Da hat man auch keine Lust mehr, Donuts im Auto zu essen.