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China verbietet endlich das Essen von bedrohten Arten

Die bisher existierenden Gesetze zum Schutz von exotischen oder bedrohten Tierarten befassen sich eher mit dem Jagen oder dem Verkauf dieser Tiere. Damit gab es ein großes Schlupfloch, das jetzt geschlossen wurde.
8.7.16
Foto von David Brossard via Flickr

Wenn es um das Essen von allen möglichen exotischen Tieren geht, kommen die krassesten Storys wohl aus China: Anfang des Jahres zum Beispiel rief ein Mann in Chengdu die Polizei, weil von der Decke seiner Wohnung Blut tropfte, eine Etage drüber hat die Polizei dann eine Art Schlachthof mit allen möglichen Körperteilen von roten Pandas, Kragenbärgen und Affen, darunter auch zwei Goldstumpfnasen, entdeckt, die Tierhändler wurden verhaftet.

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In der traditionellen chinesischen Medizin werden einigen kritisch bedrohten Tierarten bzw. bestimmten Körperteilen von ihnen hochpotente Wirkungen zugeschrieben oder sie gelten traditionell als Delikatesse: Tigerpenisse, Schuppentiere, Nashornhörner—wo Nachfrage ist, ist auch ein Markt. Endlich gibt es jedoch gute Nachrichten aus China: Das Töten und Essen von Tieren auf der offiziellen Liste der bedrohten Arten ist jetzt illegal.

Letzte Woche hat die chinesische Regierung beschlossen, dass die Verarbeitung und der Weiterverkauf von Lebensmitteln hergestellt aus staatlich geschützten Wildtieren verboten ist. Außerdem versprachen sie, die Liste der geschützten Tierarten alle fünf Jahre zu aktualisieren, je nachdem ob die Anzahl der Tiere steigt oder sinkt. Wie es auf Shanghaiist heißt, war es anscheinend vorher legal, aus Pandafleisch Burger zu machen.

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Die bisher existierenden Gesetze zum Schutz von exotischen oder bedrohten Tierarten befassen sich eher mit dem Jagen oder dem Verkauf dieser Tiere. Damit gab es ein großes Schlupfloch: Kochen und Essen der Tiere im eigenen Zuhause oder in einem Restaurant war, nachdem das Fleisch sich irgendwie seinen Weg dorthin bahnen konnte, legal. Jetzt kann man auch strafrechtlich verfolgt werden, wenn man ein geschütztes Tier verspeist. Vorher hat man sich tendenziell eher darüber beschwert, dass der Riesensalamander im Restaurant viel zu teuer sei.

Hoffentlich kann es durch das neue Gesetz gelingen, dass sich einige der bedrohten Arten wieder etwas erholen, auch wenn sie sich in ihrem Vermehrungsdrang wahrscheinlich etwas zurückhalten werden, sonst landen sie am Ende doch wieder auf dem Teller.