Ist MDMA das langersehnte Heilmittel gegen Tinnitus?

Neuseeländische Forscher untersuchen derzeit, ob sich die beliebte Partydroge positiv auf das unangenehme Klingeln im Ohr auswirkt.

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16 März 2017, 2:00pm

Foto: Thawt Hawthje / Flickr | CC By 2.0.

Du kennst sicherlich das Gefühl, wenn es nach dem Clubbesuch in deinen Ohren klingelt und pfeift. Sobald du zu Hause in deinem Bett liegst, ist dieses unangenehme Gefühl meistens wieder vorbei. Aber was, wenn die störenden Nebengeräusche im Ohr bleiben? Vielleicht bist du dann einer von vielen Betroffenen, die unter Tinnitus leiden.

Neuseeländische Forscher haben nun Versuche gestartet, um zu sehen, ob Tinnitus sich mit MDMA behandeln lässt. Die Forschungen dazu begannen bereits vor zwei Jahren. In diesem Zusammenhang wurde einigen Versuchsteilnehmern entweder eine geringe Dosis MDMA oder ein Placebo verabreicht, anschließend wurden sie über vier Stunden beobachtet.

Viele der Teilnehmer, die MDMA einnahmen, berichteten nach drei Stunden von einer partiellen Minderung des Tinnitus. Allerdings gab es auch einen großen Placebo-Effekt unter den Teilnehmern. Die Forscher verabreichten über zwei Versuche Dosen von 30 mg oder 70 mg der Droge. Beide Dosen sind geringer als das, was du benötigst, um "drauf" zu sein.

Etwa vier Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Tinnitus

"Unser Ziel ist es, ein Medikament gegen Tinnitus zu finden. Denn dieser kann katastrophale Auswirkungen haben", so Grant Searchfield, Professor an der Universität Auckland. "Ob es nun MDMA ist oder ob dieser Versuch dazu dient, zu identifizieren, was im Gehirn vor sich geht, ist immer noch offen."

In Österreich sind laut einer Untersuchung der Österreichischen Tinnitus-Liga etwa eine Million Menschen von Tinnitus betroffen. Bislang gibt es noch kein Heilmittel gegen dieses störende Hörphänomen. Lediglich Mittel und Behandlungen, die den Patienten helfen, mit ihrem Tinnitus zu leben und den emotionalen, kognitiven und psychischen Einfluss mildern, stehen zur Verfügung.

Derzeit untersuchen die Forscher die neuronalen Scans aus den Versuchen, um zu entscheiden, wie sie weitermachen. Für weitere Forschung benötigen sie allerdings neue Fördergelder.

Die Forschungsreihe ist eine gemeinsame Studie der Universität Auckland und der Universität Otago. Die Idee dafür entstand, als Leute den Forschern davon berichteten, wie MDMA gegen ihren Tinnitus half.

In den letzten Jahren haben Studien ergeben, dass die Einnahme von MDMA und Ecstasy unmittelbar dein Stresslevel erhöht und MDMA für Frauen gefährlicher ist als für Männer. Klinische Studien im Jahr 2013 ergaben, dass MDMA potentiell eine Posttraumatische Belastungsstörung behandeln kann. Die Erforschung von MDMA zu medizinischen Zwecken ist also nichts Neues. Wissenschaftler der Stanford University forderten letztes Jahr außerdem eine eingehende Erforschung der Effekte der Droge.

Dieser Artikel ist zuerst bei THUMP erschienen.

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