Dynamo Dresden

Dynamo-Capo Lehmi will Aufstiegschaoten „den Kopf abreißen"

Der Capo brodelte nach den Ausschreitungen rund um den Aufstieg von Dynamo Dresden. Neben Kritik für die Polizei drohte er einigen Ultras mit Rausschmiss.
20.4.16

„Was war richtig Scheiße?", fragte der Moderator vom Dynamo Fan-Talk 19:53 nach dem Aufstieg der Dresdner ausgerechnet Stefan „Lehmi" Lehmann. Der Dynamo-Capo pustete erstmal tief durch und antwortete nur: „Alles. Also der ganze Magdeburg-Auftritt war eigentlich der letzte Scheiß dort." Ein ernüchterndes Fazit nach dem so glorreichen Aufstieg in die zweite Liga.

„Angefangen von unseren Jungs und von den Bullen", kritisierte Lehmi die Ausschreitungen vor, während und nach dem Spiel. „Es war eine perverse Mischung—die hat da überhaupt nicht hingehört." Die klaren Worte kommen jedoch nicht von ungefähr. Das 2:2 im Derby beim FC Magdeburg forderte viele Verletzte und sorgte statt für Aufstiegsjubel-Eindrücke eher für unschöne Bilder von Wasserwerfern und vermummten Chaoten. Nachdem einige Dynamo-Anhänger die Tore zum Stadion in Magdeburg stürmen wollten, wurden ganze 700 Dynamo-Fans bestraft und nicht ins Stadion gelassen. Die Polizei Sachsen-Anhalt sprach von über 300 vorübergehenden Festnahmen und 15 verletzten Polizisten.

Protokoll eines Dynamo-Fans: So kommt man zum eigenen Aufstieg nicht rein

„Hier in Dresden, das ist echt eine Katastrophe. Ich habe zwei Namen auf dem Tisch liegen, denen werde ich den Kopf abreißen, definitiv", kündigte Lehmi weitere Konsequenzen nach dem Platzsturm bei der Aufstiegsfeier in Dresden an. Im Dynamo-Stadion feierten zehntausende Fans friedlich den Aufstieg—bis einige wenige Chaoten unter einem Pfeifkonzert der eigenen Fans mit Böllern und Rauchtöpfen den Platz stürmten. „Hier sind normale Leute gewesen, die haben sechs Stunden gewartet, bis die Mannschaft kommt, und dann drehen hier welche vollkommen am Rad. Da gibt es auf jeden Fall nochmal richtige Schellen, hier fliegen welche raus, definitiv", so Lehmann.

Intern scheinen die Dresdner Ultras Konsequenzen ziehen zu wollen. Auch der Verein distanzierte sich von den Chaoten. „Eine bis dahin rauschende und stimmungsvolle Aufstiegsfeier wurde binnen Minuten von einer Horde vermummter, gewaltbereiter, selbstherrlicher und asozialer Hohlköpfe – anders kann man sie nicht nennen – zerstört", war auf der Vereinshomepage zu lesen. „So bleibt es—bei aller Freude, die wir uns nicht nehmen lassen wollen—ein Aufstieg mit gemischten Gefühlen." Leider wieder mal bei Dynamo Dresden.