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Kunst

Diese per Arduino gesteuerten Skulpturen simulieren die Inhaltsleere politischer Debatten

Sagen Politiker in ihren Reden genau so wenig wie die Schaufensterfiguren mit den Prismaköpfen aus Georgios Cherouvims Installation „Debate“?
10.12.14

Bilder mit freundlicher Genehmigung des Künstlers

Georgios Cherouvims interaktive Installation Debate zeigt eine einfache Konversation zwischen zwei Anzug tragenden Rednern. Die Szene könnte einer beliebigen politischen Debatte oder einer Firmen-Versammlung entspringen, mit einer Ausnahme: Die Figuren haben gigantische, blinkende Köpfe und sie sprechen ausschließlich im R2-D2-Style.

>> "Woraus besteht unser Bewusstein?" fragt diese audiovisuelle Installation

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Gesteuert werden die Schaufensterpuppen aus Plastik von einem Arduino-Mikrocontroller, mit einem speziell entwickeltem Programm zur Simulation von Konversation. Leere rechteckige und dreieckige Prismen formen die Köpfe der Redner und schicken Zeichenfolgen algorhitmisch simulierter Konversation, basierend auf verschiedenen Parametern: Wie lange hat ein Redner dem anderen bereits „zugehört“, wie lange war die letzte Redepause, wann wurde ein Sprecher zum letzten Mal komplett „ignoriert“.

„Die Handlung führt niemals zu einem Ergebnis. Es ist keine deterministische Performance“, so Cherouvim gegenüber The Creators Project. „Ihre Sprache ist unverständlich und führt dazu, dass der Betrachter das Interesse an der Konversation und Politik im Allgemeinen verliert.“ Chevrouim ist der Meinung, dass seine programmierten Plastikskulpturen sich nicht wesentlich von den Staatsdienern unterscheiden, die sie nachahmen.

Cherouvim ließ sich bei der Installation von einem GIF namens Spokesman inspirieren, das er selbst kreiert hatte. Es zeigt seinen Namensgeber in Anzug hinter einem Rednerpult, mit einem Kopf, der genauso bedeutungslos blinkt wie jede oberflächlichle, politische Rede.

Debate feierte auf Cherouvims erster Solo-Ausstellung, Monomorphia, in Athen seine Premiere. Weitere Werke im Stil der Spokesman-Ästhetik waren zu sehen, darunter Fotografien, Tanz und Steinreliefs. Seht hier ein paar Bilder und ein Video, um hinter die Kulissen der Installation zu blicken und besucht die Website der Monomorphia, um weitere Kunstwerke von Cherouvim kennenzulernen.

>> Besucht auch die Website von Georgios Cherouvim