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Michael Jackson

Diese sechs Künstler wurden für ihre berühmten Meisterwerke nicht bezahlt

Der Erfinder des Smileys konnte sich verständlicherweise kein Lächeln abringen.

von David Widen
08 Juni 2016, 3:36pm

Collagen von The Creators Project Netherlands

In der Kunstwelt könntet ihr es mit einer allzu schüchternen Art ziemlich schwer haben: Es könnte nämlich jemand anders kommen, sich eure Idee schnappen und damit steinreich werden, während ihr nur dabei zuseht. Es gibt mehr als genug Beispiele von Künstlern, die vielleicht ein wenig zu wortkarg gewesen waren, um selbst das Beste aus ihrem Logo, einem unglaublichen Gitarrenriff oder einer neuen Idee herauszuholen—die sechs folgenden Geschichten zählen aber vielleicht zu den eindringlichsten Anekdoten. Eine Runde Mitleid für diese Pechvögel. Und begeht bloß nie die gleichen Fehler!

1. Nike 

Das Logo einer der bekanntesten Sportmarken der Welt stammt nicht etwa von einer renommierten Marketingagentur, sondern von einer Studentin. Die Grafikdesign-Studentin Carolyn Davidson kreierte 1971 den berüchtigten „Swoosh“. Nike-Gründer Phil Knight, der ihr den Auftrag gegeben hatte, war zu Beginn aber nicht wirklich von dem Ergebnis begeistert und zahlte Davidson für das Logo bescheidene 35 Dollar.

Nach Nikes Börsengang im Jahr 1983 bekam Davidson dann endlich auch ein Stück vom Kuchen ab: Knight lud sie zum Mittagessen ein, schenkte ihr einen Ring mit einem Diamanten in Swoosh-Form und überreichte ihr einen Umschlag mit Nike-Aktien, die heute einen Wert von etwa 630.000 Dollar haben. Knights Schuldgefühle waren scheinbar einfach zu groß gewesen—doch leider können wir euch schon an dieser Stelle verraten, dass Davidsons Geschichte die einzige auf unserer Liste mit einem Happy Ending ist.

2. Bob Ross

Ich weiß nicht mehr, an wie vielen Samstagabenden ich alleine zuhause saß und völlig fasziniert der beruhigenden Stimme von Bob Ross lauschte. Dank seiner glücklichen, kleinen Wölkchen und seiner klischeehaften, aber magischen Nass-in-Nass-Technik weiß ich, wie sich innere Ruhe anfühlt. Äußerst bekannt sind auch seine Mal-Sessions, die von 1983 bis 1994 vom amerikanischen Fernsehsender PBS ausgestrahlt wurden—für die Bob aber nicht einen einzigen Penny sah. Ihm ging es dabei nämlich nicht ums Geld, sondern nur ums Malen. Doch zum Glück konnte er aufgrund der Bekanntheit, die er durch die Show erlangte, unzählige DVDs und Malutensilien verkaufen und musste nicht am Hungertuch nagen. Aber trotzdem—so viele Jahre Arbeit, ganz umsonst?

3. „Bitter Sweet Symphony“

Musik-Plagiate gibt es wahrscheinlich schon seit es die Musik selbst gibt. Wir alle kennen beispielsweise das Lied „Blurred Lines“, das ganz offensichtlich ein wenig von Marvin Gayes „Got to Give it Up“ abgekupfert hat, oder Vanilla Ice, der bis heute fest davon überzeugt ist, dass sein Song „Ice Ice Baby“ keinerlei Ähnlichkeit mit Queens „Under Pressure“ aufweist. Und im Fall von The Verve hört sich der Teil mit der Geige im Lied „Bittersweet Symphony“ verdächtig nach Rolling Stones „The Last Time“ an. Für den damaligen Manager der Stones war das Grund genug, die junge Newcomer-Gruppe in aller Öffentlichkeit an den Pranger zu stellen. Erstaunlicherweise hatten The Verve aber bereits die Erlaubnis vom Plattenlabel Decca Records erhalten, das Sample zu verwenden.

Trotzdem wurde nach einem langwierigen Prozess entschieden, dass The Verve nichts an dem Song, der ironischerweise sogar zu ihrem größten Hit wurde, verdienen sollten. Alle Lizenzgebühren gingen direkt an die Stones und Klein. Einen noch bittereren Beigeschmack erhielt das Lied für die Gruppe mit Sicherheit, als es 1998 für einen Grammy nominiert wurde. Kurz danach trennte sich die Gruppe und der Leadsänger Richard Ashcroft startete seine Solokarriere.

4. Der Smiley 

Von der Hippie-Bewegung der 1960er bis hin zum heutigen Whatsapp-Emoticon hat der klassische „☺“ viele unterschiedliche Gesichter gehabt. Harvey Ball, der Vater des Smileys, wurde vor etwa 50 Jahren von der Versicherungsgesellschaft Hanover Insurance damit beauftragt, ein Zeichen zu entwerfen, das die Mitarbeiter motivieren sollte. Es dauerte ganze zehn Minuten und der Ur-Smiley war geboren. Harvey Ball erhielt dafür 45 Dollar und verschwendete leider keinen Gedanken daran, sein Design rechtlich sichern zu lassen. In den 1970ern ging der Smiley dann viral, als Bernard und Murray Spain begannen, T-Shirts mit dem lächelnden Kreis zu verkaufen. Im Jahr 2000 verkauften sie ihre Franchise für rund 500 Millionen Dollar. Und Harvey Ball? Bevor er 2001 verstarb, beschäftigte er sich trotz des entgangenen Geldes weiterhin mit dem Smiley und rief die World Smile Corporation ins Leben, deren verkaufte Smiley-Produkte Kinderhilfsorganisationen in der ganzen Welt zugutekommen.  

5. Das AC/DC Logo

Das AC/DC Logo mit dem Blitz ist wahrscheinlich genauso kultig wie die Band selbst. Tatsächlich wurde es 1977 von Gerard Huerta entworfen, und war ursprünglich nicht als Logo der Band gedacht. In seiner Rechnung an die Band schrieb Huerta, dass sein Zeichensatz ausschließlich für das Cover des Albums Let There Be Rock verwendet werden sollte. Auf dem nächsten Album prangte dann wieder ein anderes Logo, doch ein Manager entschied später, dass man aus Huertas altem, rotem Logo noch was rausholen könnte. Ohne den Designer darüber zu informieren, wurden seitdem alle weiteren Alben-Cover, Poster und andere Fanartikel mit dem Blitz-Logo von Huerta bestückt.

6. Beat it, Van Halen!

Es gibt auch die Sorte von Künstlern, die so vor Talent strotzen, dass sie kein Geld für ihre Meisterwerke fordern. Eddie Van Halen zum Beispiel gehört definitiv dazu. An einem Tag im Studio mit Michael Jackson schrieb er innerhalb von 20 Minuten eins der berühmtesten Gitarrensoli der Welt. „Hier, du kannst es haben“, soll er angeblich nur gesagt haben. In einem Interview mit CNN erklärte Van Halen später einmal, dass es nur eine „kleine Gefälligkeit“ gewesen sei.

„Quincy Jones (Michael Jacksons Manager) rief mich an und fragte, ob ich dabei sei. Zwar war die Regel bei uns in der Band, dass wir außerhalb der Gruppe keine Musik machen, aber alle anderen Bandmitglieder waren verreist, so konnte ich nicht wirklich jemanden fragen. Ich dachte mir ‚wer wird schon merken, dass ich es bin, der in dem Song dieses schwarzen Jungen Gitarre spielt?‘ Das witzigste daran war aber, dass ich das Lied vorher noch umschrieb.“ Van Halen wurde nie auf dem Cover erwähnt, stattdessen steht hinter dem Wort Gitarre lediglich ein großes Fragezeichen. Jones soll Van Halen als Dankeschön ein Sechser-Pack Bier versprochen haben, doch selbst dazu ist es laut dem Gitarristen nie gekommen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf The Creators Project Netherlands. 

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