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Woran Frauen denken, wenn sie beim Sex darauf warten, dass ihr Partner kommt

Manchmal führen uns unsere Gedanken beim Sex von einem Teller Nachos bis hin zur Weltherrschaft und dem Wunsch nach einem eigenen Klon. Das ist nicht immer sexy, aber ganz normal, wie die Erfahrungen dieser Frauen zeigen.

von Sophie Saint Thomas
14 Oktober 2016, 7:28am

Foto: Adrianna Calvo | Pexels | CC0

Normalerweise wird einem immer gesagt, man sollte während dem Sex an seinen Partner denken. Unsere Gedanken driften allerdings nur allzu gerne mal ein wenig ab—ob du nun über einen einvernehmlichen Gangbang fantasierst, um ganz sicher die Zielgerade zu erreichen oder ob dir ein wichtiger Abgabetermin einfällt und du plötzlich an niemand anderen mehr denken kannst als an deinen Verleger.

Es gibt aber auch noch die Art von Gedanken beim Sex, die einem meist dann durch den Kopf gehen, wenn man selbst schon längst gekommen ist und nur noch darauf wartet, dass der Partner endlich fertig wird, damit man sich wieder seinen Nachos zuwenden kann. Ob du nun einfach nur abgelenkt bist oder nach und nach aus der postkoitalen Benommenheit erwachst und wartest, bis sich der verschwitzte Körper über dir endlich erschöpft zur Seite rollt—manchmal kommt man beim Sex vom Thema ab und denkt am Ende an seine Katze, einen schlechten Witz oder wünscht sich, man hätte einen Klon, der für einen einspringen würde. Als wir die Sexualpädagogin und Psychologin Dr. Denise Renye gefragt haben, ob es normal ist, dass man solche intrusiven Gedanken beim Sex hat, meinte sie: „Definitiv, aber ich käme auch sehr in Bedrängnis, wenn ich sagen würde, dass irgendetwas nicht normal ist, wenn es um Sex geht."

Hört, hört. Um mehr darüber zu erfahren (und natürlich aus Jux und Tollerei) haben wir Frauen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung gefragt, wohin sie ihre Gedanken wandern lassen, wenn sie beim Sex auf ihren Partner warten.

Mehr lesen: Warum manche Frauen beim Sex einfach nichts spüren

Weiß er, was Sex ist?

Es gibt Zeiten, da habe ich einfach keine Lust auf Sex und fange an, mich nach meinem Kater umzusehen. Ich frage mich dann meistens, ob er weiß, was da gerade passiert. Weiß er, was Sex ist? Warum hat er immer das Bedürfnis, uns ausdruckslos anzustarren, während wir gerade Sex haben? Reagiert er auf den Geruch oder die Pheromone? Wird er durch mein Liebesleben verstört oder wecken wir seinen angeborenen Geschlechtstrieb? Danach ist es dann meistens endgültig vorbei bei mir.

Dann gibt es aber auch Zeiten, in denen ich einfach nur das Interesse oder die Konzentration während dem Sex verliere und mich in einen seltsamen Wettkampf mit mir selbst stürze, wie: „Wie schnell schaffe ich es, dass der andere kommt?" Dadurch verwandelt sich diese komplette Erfahrung in eine seltsam befriedigende Aktivität, bei der ich die volle sexuelle Kontrolle über den anderen habe. Wenn ich jemandem einen blase oder lecke, dreht sich in meinem Kopf irgendwann alles um meinen inneren Wettstreit, um sexuelles Können und technische Fähigkeiten und darum, sich nur darauf zu konzentrieren. Am Ende macht mich das aber meistens wieder total an. —Marie

Wann gibt es Abendessen?

Du hast von Katzen gesprochen: Ich finde es immer seltsam, wenn Leute ihre Tiere bei sich im Schlafzimmer haben. Selbst wenn ich masturbiere, setze ich meine Haustiere immer vor die Tür, weil ich das Gefühl habe, dass sie wissen, was ich da tue und das macht mich dann ziemlich gehemmt. Was deine Frage angeht [woran ich denke, wenn ich keine Lust mehr habe, mein Partner aber noch nicht gekommen ist]: Wenn ich diejenige bin, die penetriert wird, dann muss ich oft über Essen nachdenken, weil mein Magen laut rumort, wenn ich penetriert werde oder wenn mich jemand leckt. Deswegen denke ich meistens ans Abendessen—oder ans Mittagessen. —Candace

Nein, ernsthaft, wann gibt es Abendessen?

Ganz ehrlich, ich denke immer darüber nach, was ich essen möchte, wenn wir fertig sind. —Säble

Einmal habe ich während dem Telefonsex zehn Level bei Angry Birds durchgespielt.

Everything's coming up roses

In diesen bedauernswerten, aber unvermeidbaren Situationen fallen mir meistens alle möglichen Dinge ein—von irgendwelchen blöden Scherzen bis hin zu komplett irrationalen Ängsten.

Wäre es nichts witzig, wenn ich anfangen würde „Everything's coming up roses" zu singen und so zu tun, als wäre ich Liza Minnelli?

Was wäre, wenn ich plötzlich die Kontrolle über meine Gedärme verlieren würde und einfach ins Bett machen würde?

Ich sollte ihm dazu gratulieren, dass er mich entjungfert hat. ENDLICH!

Wäre es noch zu früh, ihn zu fragen, ob wir den Butt Plug ausprobieren wollen ... bei ihm?

Die beste Art, um die Langweile zu töten, ist es, dafür zu sorgen, dass sich der andere ein wenig unwohl fühlt. Ich denke aber auch oft darüber nach, was für eine Nummer ich ihm geben werde, während er noch immer in mir drin ist. —Madison

Vorsicht vor Sex mit Schriftstellerinnen

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass mein Partner mich nicht aus den Socken haut oder dass ich noch nie großartigen Sex hatte (hatte ich), aber ich fühle mich hyper-produktiv und es fällt mir [in letzter Zeit] schlichtweg schwer, Sex zu begründen. Wenn ich unkonzentriert werde oder abdrifte, denke ich meistens über den ganzen Kram nach, den ich noch so zu tun habe: Deadlines, Korrekturen, Rechnungen, dass ich meiner Katze noch ihre Flohmedizin geben muss, dass ich dieses oder jenes noch für dieses oder jenes machen muss. Manchmal stolpere ich aber auch über das Thema Sterblichkeit und muss dann darüber nachdenken, wie vergänglich das Leben und wie schlecht die Welt ist. Ich denke aber auch viel zu oft einfach nur darüber nach, ob ich die Person, mit der ich schlafe, überhaupt mag oder ob sie mir nicht doch einfach ziemlich egal ist. Wupsi. —Beca Grimm

Telefonsex eignet sich perfekt für Multitasking

Einmal habe ich während dem Telefonsex zehn Level bei Angry Birds durchgespielt. Ich habe nur ab und an mal ein bisschen gestöhnt und irgendwelche Schlüsselsätze gesagt, von denen ich wusste, dass sie ihn anmachen, so wie: „Dein Schwanz ist so groß", „Ich bin so feucht und bereit für deinen Schwanz" und „Ich liebe es, wie sich dein Schwanz in mir anfühlt." Wenn ich die Stimme des anderen höre und schmutzige Sachen gesagt bekomme, macht mich das in der Regel so an, dass ich beim Telefonsex schon nach kurzer Zeit komme—danach wird es mir aber meistens ziemlich schnell langweilig. Ich würde meinen Partner aber natürlich nie hängen lassen! —Matilda

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Wo zur Hölle ist mein Klon?

Ich hatte einmal was mit einer Frau aus den USA. Sie war sechs Jahre älter als ich und ich dachte die ganze Zeit darüber nach, die Weltherrschaft an mich zu reißen, was damit beginnen sollte, dass ich Präsidentin des mächtigsten Landes der Erde werde. (Ihr schien der Sex total zu gefallen, weswegen sie auch nichts mitbekommen hat.) Wir waren damals in einem Hotel in Kentucky. Ich dachte auch darüber nach, wie sehr ich mir einen Klon wünschen würde, der einfach durch die Tür hereinspaziert kommt, um das Ganze für mich fertig zu machen, weil ich so müde war. Dann habe mich gefragt, ob ich den Klon wirklich sehen wollen würde, dachte am Ende aber, dass ich ihn lieber nicht sehen wollen würde, weil es mich zu sehr verunsichern würde, meine potenziellen Speckfalten zu sehen. Anschließend habe ich angefangen, über die Theorie des Multiversums nachzudenken und habe mich gefragt, was ich in diesem Moment wohl gerade in einem anderen Universum tun würde. Irgendwann habe ich dann überlegt, wie ich ein Buch wie 50 Shades of Grey schreiben könnte—nur besser (was aber auch nicht schwierig wäre)—und ich es dann so vermarkten könnte, dass ich Millionärin werde. —Emily


Foto: Adrianna Calvo | Pexels | CC0

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