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Diese Wespen verwandeln Spinnen in willenlose Zombies

Zoologinnen haben im Amazonas eine Wespenart entdeckt, die Spinnen ihrem Willen unterwerfen kann. Sie nutzt dafür wohl ein Hormon.

von Alastair Spriggs; Übersetzt von Sandra Sauerteig
03 Dezember 2018, 12:27pm

Bild: Philippe Fernandez-Fournier

Dass es im Amazonasgebiet von Ecuador viele gefährliche Tiere gibt, ist bekannt, doch Forschende haben nun eine Spezies entdeckt, die selbst Piranhas, Anacondas und Jaguare im Horror-Ranking schlägt: eine parasitäre Wespenart, die Spinnen regelrecht versklavt.

Die Wespen manipulieren das Verhalten von Spinnen, bringen sie dazu, ihre Kolonie zu verlassen und stattdessen einen Kokon für die Larven der Wespen zu spinnen. Anschließend warten die Zombie-Spinnen geduldig darauf, von den schlüpfenden Larven gefressen zu werden, das beschreibt eine Studie, die Anfang November in der Fachpublikation Ecological Entomology veröffentlicht wurde.

Zoologinnen der University of British Columbia dokumentierten erstmals die bizarre Beziehung zwischen Wespen der Art Zatypota und der Spinnenart Anelosimus eximius, die beide in Ecuador heimisch sind. Forschende hatten bereits beobachtet, wie Zatypota-Wespen einzelne Spinnen als Wirte nutzen – es ist jedoch das erste Mal, dass Wespen nachweislich das Verhalten von Spinnen, die in Gemeinschaft leben, manipulieren.

Nahaufnahmen der Wespen und Spinnen
Der parasitäre Kreislauf von Nahem | Screenshot: Philippe Fernandez-Fournier

Der parasitäre Kreislauf beginnt, wenn die weibliche Wespe auf der Spinne Eier ablegt. Wenn die Larven schlüpfen, heften sie sich an ihren achtbeinigen Wirt und ernähren sich von dessen Lymphflüssigkeit.

Dann passiert etwas Erstaunliches: Die Forschenden beschreiben, dass die Spinnen wie "Zombies" wirkten. Wenn die Larven eine bestimmte Größe erreicht haben, verlassen die Spinnen ihr gemeinschaftliches Nest und "spinnen einen Kokon für die Larve", so die Studie. "Dann warten sie geduldig darauf, getötet und aufgefressen zu werden."

Im Schutz des Kokons verputzt die Larve die Überreste der Spinne und wächst weiter. Neun bis elf Tage später verlässt die fertig entwickelte Wespe den Kokon. "Wenn sie ausgewachsen ist, sucht die Wespe sich einen Partner für die Paarung", sagte Samantha Straus, einer der Autorinnen der Studie, gegenüber Motherboard. "Dann geht der Kreislauf wieder von vorne los."


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Die Wespen in Ecuador sind nicht die ersten parasitären Insekten, die durch ihre gruseligen Methoden Schlagzeilen machen. Die Juwelwespe lähmt Kakerlaken mit Nervengift, steuert sie dann wie eine Marionette und nutzt sie als Brutstätte für ihre Larven. Der sogenannte Wespenfeind, die Larve des Käfers Xenos vesparum, bohrt sich in die gallische Feldwespe, um sich dort zu paaren. Doch die neu-entdeckte Wespe aus der Zatypota-Familie geht eben noch weiter.

"Die Wespe steuert das Verhalten und das Gehirn der Spinne komplett fremd und bringt sie dazu, Dinge zu tun, die sie sonst nie tun würde", sagt Samantha Straus in einer Pressemitteilung ihrer Universität. "Sie verlässt ihr Nest und spinnt ein Netz mit einer komplett anderen Struktur als sonst. Das ist für die kleinen Spinnen sehr gefährlich."

Die Forschenden vermuten, dass die Wespen den Spinnen Hormone injizieren und sie so gefügig machen. Sie glauben außerdem, dass die Wespen Spinnen ins Visier nehmen, die in einer Kolonie leben, da dies einen stabilen Vorrat an Wirten verspricht.

Straus sagt, sie plane, die Wespen in Ecuador weiterhin zu beobachten. Sie interessiere vor allem, ob die Wespen über Generationen hinweg immer wieder dieselbe Spinnenkolonie aufsuchen und welche evolutionären Vorteile dieses Verhalten mit sich bringen könnte. Fest steht schon jetzt: Die ecuadorianischen Wespen und ihre willenlose Zombie-Armee haben ab sofort einen Ehrenplatz in unseren Albträumen verdient.

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Dieser Artikel ist zuerst auf der englischsprachigen Seite von Motherboard erschienen.