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Neue Musik

Jennifer Rostock melden sich mit neuem Video und ihren schlechtesten Songs zurück

Neuer Hit, neues Video! Und ein kleiner Jennifer Rostock-Seitenhieb in Richtung Kraftklub.

von Hagen Terschueren und Noisey Staff
25 August 2017, 11:27am

Screenshot von YouTube aus dem Video "Jennifer Rostock - Alles Cool" von JenniferRostockVEVO

Jennifer Rostock melden sich mit einer neuen Single und zugehörigem Video zurück. Wobei, zurück kann man eigentlich gar nicht sagen, schließlich ist das letzte Album erst ziemlich genau ein Jahr alt. Doch der Nachfolger steht bereits in den Startlöchern und wird WORST OF heißen. Dieses Versprechen hält "Alles Cool" allerdings überhaupt nicht, denn hier stimmt so ziemlich alles.

Für das Video hat sich die Band wieder mit Justin Izumi zusammengetan, der auch schon das Video zu "Hengstin" gedreht hat. Es zeigt sich ziemlich schnell, dass das eine sehr gute Idee war, denn das eigentlich sehr schlichte Video ist einfach verdammt schön anzusehen. Es gibt keine großen Sets, keine aufwendigen Szenen oder eine Geschichte, stattdessen tut die Band einfach, was sie halt tut: Instrumente spielen und singen. Der Clou sind die Kontraste, die Beleuchtung und die Kamerawinkel, die das Video wie etwas Neues und Eigenständiges wirken lassen und eben nicht wie die tausendste Wiederholung der ganzen "Ich filme die Band, wie sie ihren Song spielt"-Sache.


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Auch das schönste Video nützt nichts, wenn der Song dahinter nicht funktioniert. Doch glücklicherweise kann ich auch hier Entwarnung geben: allein die Marimba-Melodie würde für sich schon ausreichen, um "Alles Cool" zum Ohrwurm des Wochenendes zu machen. Doch auch beim Rest des Songs ist alles cool. (Ihr wusstet alle, dass dieses Pun irgendwo auftauchen würde.) Eigentlich adressiert das Lied eine Situation, in der viele nach einer Trennung schon einmal gesteckt haben dürften: Alles ist scheiße, aber man ist viel zu cool, um sich das einzugestehen und tut so, als wäre nichts. Und natürlich können wir Freunde sein. Gar kein Thema.

Doch in dem Liebeslied versteckt sich auch ein kleiner Diss gegen Kraftklub. Sängerin Jennifer Weist war nämlich wohl nicht sehr gut auf die Chemnitzer zu sprechen, als diese in "Dein Lied" Trennungsschmerz thematisierten, indem die Ex-Freundin als "verdammte Hure" bezeichnet wird. Das zog eine größere Debatte um Sexismus und Kunstfreiheit nach sich. In dem Kontext lesen sich folgende Zeilen aus "Alles Cool" noch einmal ganz anders:

"Wärst du 'ne Frau, dann könnte ich singen du bist 'ne Hure. / Misogynie ist schließlich Teil unserer Kultur. / Wär' ich ein Mann, dann wär' beleidigt sein OK. / Ja is' nur blöd, dass einer Frau sowas nicht steht."

WORST OF von Jennifer Rostock erscheint am 29.09.2017

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