Hangover-News

5 News vom Wochenende, die du nicht verpasst haben solltest

Ein Typ findet durch Twitter seinen obdachlosen Vater, Touristen landen wegen "pornografischer Tänze" im Gefängnis und eine ARD-Journalistin versteht aus lauter Begeisterung für die Grünen Ironie nicht.
29.1.18

Wer zum Start in die neue Woche noch eine Lektion darin braucht, dem nervigen neuen Boss klug eins auszuwischen, der kann sich ein Beispiel an Hillary Clinton nehmen. Ihren ausgeprägten Sinn für kleine Spitzen hat die US-Politikerin gestern Nacht bei der Grammy-Verleihung bewiesen: In einem Filmchen, in dem Promis sich angeblich als Vorleser für das Hörbuch des Trump-Enthüllungsschinkens Fire and Fury bewerben, tauchten nicht nur John Legend, DJ Khaled und Cher auf. Als letzte Einstellung ist plötzlich Clinton hinter dem Buch zu sehen.

Der Satz, den sie als Erstes vorgelesen hat? "He had a longtime fear of being poisoned." Well played.

Doch auch abseits der Musikmegashow in New York war am Wochenende einiges los. Wir haben dabei: westliche Touristen, denen nach einer Party in Kambodscha wegen "pornografischer Tänze" Gefängnis droht; viel Lob und nicht immer erkannte Ironie zur neuen Grünen-Spitze und einen Fall, bei dem das Internet mal richtig freundlich war. Unsere News vom Wochenende, die du nicht verpasst haben solltest:

Twitterer findet obdachlosen Vater

Dass Social Media nicht nur eklig geht, beweist der Fall von Norman. Der Deutsche arbeitet als Au-pair in Boston.

Einen Tag nach Weihnachten hatte er sich entschieden, seine Follower um Hilfe zu bitten.

In Hamburg machten sich die Leute auf die Suche nach seinem obdachlosen Vater – und nach über 20.000 Retweets und vielen Medienberichten, unter anderem in der Welt, konnte Norman tatsächlich den Kontakt herstellen und eine Reise zu ihm planen.

Samstag war es soweit. Nachdem es für einige Stunden so aussah, als platze das Treffen, twitterte Norman schließlich dieses Foto.

Touristen in Kambodscha wegen "pornografischer Tänze" festgenommen

In Kambodscha ist am Wochenende eine Backpacker-Party übel ausgegangen: Nahe der Tempelanlage Angkor Wat hat die Polizei eine Veranstaltung in einer privaten Villa hochgenommen und laut Fox News fast 90 Menschen kurzzeitig festgenommen. Bis auf zehn sind die meisten schnell freigelassen worden. Den in Haft Verbliebenen werden aber nun "pornografische Tänze" vorgeworfen. Ihnen droht im schlimmsten Fall ein Jahr Haft, möglicherweise dauert es sechs Monate, bis überhaupt ein Prozess beginnt. Am Sonntag hat die Polizei des Landes Fotos des Abends veröffentlicht – zu sehen sind Touristen, die wie beim Sex teils aufeinander auf dem Boden liegen, davon einige Männer nur in Badeshorts. Es ist unklar, welche und wie viele der Gezeigten von den Partyfotos die zehn Festgenommenen sind. Unter ihnen sind unter anderem fünf Briten, zwei Kanadier und je ein Norweger, ein Niederländer und ein Neuseeländer. Das britische und das kanadische Außenministerium haben laut BBC und CTV News bereits bestätigt, an dem Fall zu arbeiten.

Grüne lösen Begeisterung aus – bei einer ARD-Journalistin bisschen zu viel

Foto: imago | localpic

Journalisten müssen ja meistens dann berichten, wenn irgendwas auf der Welt schiefläuft. Wie schön ist es da, sich zur Abwechslung mal wieder während der Berichterstattung zu verlieben – und dann noch auf einem eigentlich so unromantischen Event wie einem Parteitag. Am Wochenende betrat ein neues Traumpaar den deutschen Politbetrieb, das die Journalisten zum Schwärmen bringt: Robert Habeck und Annalena Baerbock. Sie sind die neuen Vorsitzenden der Grünen. Das Besondere an ihnen ist, dass sie beide zum pragmatischen Flügel der Partei gehören, bisher musste immer einer der Vorsitzenden ein Linker sein, der oder die andere dann ein Realo. Vor allem Habeck wird von vielen Medien als Heilsbringer für die Partei gefeiert. "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben", titelt die taz ironisch über die beiden. Dass das mit Ironie so eine Sache ist, weiß nun auch ARD-Journalistin Tina Hassel. Sie verpasste den bissigen Unterton ihres Welt-Kollegen Robin Alexander, der sich über die Schwärmerei seiner Journalisten-Kollegen lustig machte:

Käufer will sein Dorf in Brandenburg wohl nicht mehr

Aus der Abteilung "Was wurde eigentlich aus?" gibt es heute Neues zum Dorf Alwine in Brandenburg. Wir erinnern uns: Im Dezember hatte ein anonymer Käufer die winzige Siedlung mit sechs Häusern für rund 140.000 Euro gekauft. Jetzt sieht es so aus, als trete der Käufer zurück. Er gab an, nicht geschäftsfähig zu sein, berichtet die Lausitzer Rundschau. Das betreuende Auktionshaus hält das aber für eine fadenscheinige Begründung und prüft nun eine juristische Auseinandersetzung.

FPÖ legt bei Landtagswahl in Österreich schon wieder zu

Es war ein saftiger Wahlkampf im österreichischen Bundesland Niederösterreich, bei dem besonders der Spitzenkandidat der rechten FPÖ, Udo Landbauer, die Schlagzeilen prägte. Er war Vize-Vorsitzender der Burschenschaft Germania, in deren Liederbuch die Schoa in zynischer Form gutgeheißen und indirekt zum Massenmord an Juden aufgerufen wurde. Landbauer behauptete, die Lieder nicht zu kennen, und danach war unklar, ob die FPÖ ihren Siegeszug der letzten Wahlen fortsetzen konnte. Gestern dann konnte die Partei zwar um sechs Punkte zulegen, kam insgesamt auf 14,8 Prozent und erlangte damit weniger Stimmen, als vor der Lied-Affäre vorhergesagt wurden. In dem Bundesland ist die konservative ÖVP traditionell stark, ihr gelang mit 49,6 Prozent erneut, bei den Sitzen ihre absolute Mehrheit zu verteidigen. Am Ende lässt sich sagen: Offenbar schreckt selbst die Verharmlosung des Holocaust die Wähler heute nicht mehr wirklich ab.

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