Schon wieder: Drogenbande befördert sich mit Poser-Fotos ins Aus

Denn wer will schon still und heimlich mit Verbrechen steinreich werden? Zeig der Welt, was du kannst!

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05 Juli 2017, 12:04pm

Liam Wall posiert mit ungefähr 20.000 Pfund in bar | Foto: South Wales Police

Man sollte meinen, dass Drogendealer inzwischen gelernt haben, dass es eine schlechte Idee ist, ihre Einnahmen zusammen mit ihrem Gesicht in Kameras zu halten. Nach all den Leuten, die in den letzten Jahren auf diese Weise erwischt wurden, sollte diese recht logische Tatsache doch zu ihnen vorgedrungen sein. Sogar in Goodfellas spielt genau das eine zentrale Rolle, und diesen Film sollte jeder Dealer, der was auf sich hält, mindestens 30 mal gesehen haben.

Aber nein. Schon wieder wurde eine Drogenbande hops genommen, weil sie mit dicken Geldbündeln und einer Riesenmenge Kokain posiert hat, wie Wales Online berichtet. Nun mussten sich Liam Wall, Lee Smith, Connor Morse und Christopher Elgifari vor dem Cardiff Crown Court verantworten. Sie hatten "die größte Drogenhotline von Cardiff" betrieben ("Lewis Line" genannt) und damit "tägliche Umsätze von mehr als 6.000 Pfund" kassiert (das sind über 6.800 Euro). Alle vier Angeklagten bekannten sich der Verschwörung zum Handel mit Drogen der Klassen A und B schuldig, für den Zeitraum September 2015 bis Dezember 2016.

Laut dem Staatsanwalt Heath Edwards konfiszierte die Polizei Drogen im Wert von umgerechnet 25.000 Euro. Darunter waren zwei Kilogramm Amphetamin und ein Kilogramm Cannabis. Edwards beschrieb die Operation der Bande als "langfristiges und lukratives Drogenunternehmen".

Lee Smith mit einem ganzen Batzen Kokain vor einem Babybett | Foto: South Wales Police

Wall, Morse und Elgifari wurden im November 2016 festgenommen, als sie aus dem englischen Liverpool nach Wales zurückkehrten. Die Beamten fanden Drogen im Wert von mehr als 13.000 Euro in ihrem BMW. Zu diesem Zeitpunkt stritten sie noch alles ab. Sie wüsste nichts von den Drogen, laut Elgifari waren sie auf einem "Roadtrip in die Berge" gewesen.

Auf Walls Handy fanden die Ermittler belastende Nachrichten und Fotos, darunter ein Bild, in dem Wall etwa 20.000 Pfund in bar hält (ca. 22.800 Euro). In einem anderen wiegt Smith eine Ladung Kokain. Nach der Gerichtsverhandlung sagte der leitende Ermittler Detective Constable Rod Lewis: "Sie hielten sich für unantastbar. Sie haben sich liebend gern mit großen Mengen Drogen und Geld fotografieren lassen. Für mich als ermittelnden Beamten natürlich großartiges Beweismaterial."

Wall, 27, bekam neun Jahre und sieben Monate Haft. Smith, 28, und Morse, 22, bekamen jeweils acht Jahre Haft, und der 25-jährige Elgifari muss für drei Jahre und sieben Monate hinter Gitter.

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