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Diese beiden Bilder sind identisch – und das Gehirn spielt dir einen Streich

Die Bilder sehen aus, als ob sie aus unterschiedlichen Winkeln aufgenommen wurden. Doch sie sind identisch, versprochen.
Giulia Trincardi
Milan, IT
16.2.18
Bild: Daniel Picon | imgur

Zwei Bilder einer Straße in Mexiko lassen weltweit Menschen an ihrem Verstand zweifeln. Beide Bilder zeigen eine ganz normale Straße, links sieht man eine Häuserwand, rechts oben im Bild einen weißen Van. Die Aufnahmen scheinen sich nur durch ihre Perspektive zu unterscheiden, denn auf dem rechten Bild wirkt die Straße stärker geneigt, als auf dem linken Bild. Oder etwa doch nicht?

Der Nutzer djeclipz hat die Bilder des Franzosen Daniel Picon auf Imgur hochgeladen. Die Bildbeschreibung verspricht, dass beide Bilder identisch sind, Pixel für Pixel. Der Post wurde inzwischen über 3 Millionen Mal angesehen. Ein Thread auf Reddit, der sich den Bildern widmet, hat aktuell 1.440 Kommentare, in denen über die wohl viralste Straße Mexikos diskutiert wird.

Tatsächlich spielt uns das Gehirn einen gewaltigen Streich, wenn wir die Bilder anschauen. Verantwortlich dafür ist eine optische Täuschung, die als Leaning Tower Illusion" bekannt ist. Dieses Phänomen wurde 2007 erstmals von Forschern der McGill University erklärt und zur "Illusion des Jahres" gekürt. Dazu benutzten sie zwei identische Aufnahmen des Schiefen Turms von Pisa. Legt man die beiden Bilder nebeneinander, wirkt der rechte Turm um einiges schiefer als der linke – derselbe Effekt, den wir auch bei der mexikanischen Straße sehen.

Besonders gut sichtbar wird der Leaning-Tower-Effekt auch bei Bildern von Bahngleisen | Bild: Wikimedia Commons | Tomwsulcer | Lizenz: CC0 1.0

Schuld daran ist der Fluchtpunkt. Wenn wir zwei Türme sehen, die tatsächlich parallel stehen, haben sie einen gemeinsamen Fluchtpunkt – sie laufen weiter oben im Bild immer enger auf einen Punkt zu und unser Gehirn weiß, dass sie in der Realität parallel sind.

Wenn wir jedoch einen Turm duplizieren und die Kopien nebeneinander legen, spielen uns unsere Augen einen Streich. Anstatt die kopierten Türme als separate Bilder zu betrachten, fügen wir sie zu einem Bild zusammen. Da die Türme nun keinen gemeinsamen Fluchtpunkt mehr haben, sehen sie für uns so aus, als ob sie räumlich auseinander gehen.