Fotos von italienischen Männerhaushalten

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Fotos von italienischen Männerhaushalten

Diese Fotos zeigen, dass italienische Junggesellen in den eigenen vier Wänden auf eine „Bella Figura" gut und gerne verzichten können.
18.5.15

Bei den Eltern auszuziehen, ist ohne Frage der Beginn eines besonders spannenden Lebensabschnitts. Ob ihr nun Studenten seid oder arbeiten geht, entscheidend ist, dass sich euer Konzept von „zu Hause" radikal verändern wird: Ihr habt endlich die konkrete Möglichkeit, frei über euren Lebensraum zu verfügen. Und da ihr im schlimmsten aller Fälle mit Personen zusammenlebt, denen ihr relativ wurscht seid, könnt ihr auch über eure Zeit ganz frei bestimmen. Natürlich entstehen durch den Auszug auch neue Verantwortungen, zum Beispiel, dass man ohne Hilfe der Mama dem Schmutzteufel an den Kragen gehen oder in der Wohnung für Ordnung sorgen muss. Aber gut, wir wollten euch hier eigentlich nicht erklären, wie Alleinwohnen funktioniert.

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MUNCHIES: Nur so macht man gute, italienische Würste!

Nachdem wir schon so einige Wohnungen in mehreren Ländern besucht haben, wollten jetzt auch unsere Kollegen aus Italien mehr zu dem Thema wissen. Aus diesem Grund haben sie in Rom—mit der Kamera im Anschlag—verschiedene Zimmer (Achtung: auch Badezimmer!) männlicher Junggesellen unter die Lupe genommen und sich dabei auch Fragen à la „Wie oft wechselt ihr die Bettwäsche?" nicht verkneifen können.

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Filippo, 28 Jahre
Beruf : Angestellter im Kino.
Mitbewohner: Einer.

VICE: Seit wann wohnst du hier schon und wie ist so dein Mitbewohner?
Filippo: Ich wohne hier seit fünf Jahren und teile mir die Wohnung mit einem Jungen aus der Toskana, den man getrost als Putzteufel bezeichnen kann. Er ist die ganze Zeit nur am Putzen, weswegen ich meine Tür lieber geschlossen halte, damit er nicht das Chaos in meinem Zimmer sieht.

Verbringst du viel Zeit zu Hause?
Ich bin meistens nur abends hier. Tagsüber bin ich kaum zu Hause. In letzter Zeit habe ich mein Zimmer aber auch wie eine Art Baustelle benutzt. Ansonsten komme ich gegen 19 Uhr von der Arbeit und sehe dann fern oder sitze vor meinem Computer.

Hältst du dich für unordentlich?
Ich halte mich für eine extrem ordentliche Person bzw. für eine Person, die in der großen Unordnung ihres Zimmers extrem viel Ordnung sieht und deswegen stets den Durchblick behält.

Wie oft putzt du?
Ungefähr einmal alle drei Wochen … Ob du's mir glaubst oder nicht!

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Wo isst du?
Ich esse immer ein Stockwerk höher, wo meine Eltern wohnen. Alle zwei Wochen schleppe ich einen Berg an Schmutzwäsche nach oben und nehme mir saubere Klamotten mit.

Wovon bezahlst du deine Miete?
Ich zahle gar keine Miete, weil mir die Wohnung gehört.

Peppe, 22 Jahre
Beruf : Student der Politikwissenschaft an der LUISS (eine Privatuniversität).
Mitbewohner: Drei.

VICE: Wenn du dich selbst einschätzen müsstest, würdest du sagen, dass du ordentlich bist?
Peppe: Das wechselt ganz schön. Am schlimmsten sieht es bei mir nach dem Wochenende aus. Unter der Woche geht es hingegen und man kann hier auch essen, ohne Angst zu haben, krank zu werden.

Was war der längste Zeitraum, in dem du nicht geputzt hast?
Also im letzten Jahr hatte ich echt mal einen schwarzen Monat, was das Putzen betrifft. Da habe ich bestimmt drei bis vier Wochen keinen Schwamm angefasst.

Wie oft wechselt du die Bettwäsche?
Es kommt darauf an. Manchmal schon nach fünf und manchmal erst nach zwanzig Tagen. Sagen wir so: Wenn ich mich in meinem Bett nicht mehr wohl fühle.

Welcher Teil vom Alleinwohnen fällt dir am schwersten?
Ich glaube, es sind die Augenblicke, in denen du zum ersten Mal eine Aufgabe lösen musst, was vorher immer deine Eltern für dich erledigt haben.

Wovon bezahlst du deine Miete?
Ich gehe nicht nebenbei arbeiten, also müssen die meine Eltern zahlen.

Kommen sie dich auch mal besuchen?
Sie haben mich hier noch nie besucht. Die wollen glauben nicht wissen, wie ich wohne, nachdem meine Mutter im letzten Jahr meine erste eigene Wohnung in Rom gesehen hat.

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Was hat sich für dich verändert, seitdem du alleine wohnst?
So einiges. Mein Terminkalender, meine Gewohnheiten. Vor allem, dass ich jetzt selber für eine Wohnung verantwortlich bin. Ich habe zwar mehr Freiheiten, muss dafür aber auch die Wohnung sauberhalten, was ziemlich nervig ist.

Habt ihr konkrete Regeln, was das Putzen betrifft?
Nein, nichts Festgeschriebenes. Das Problem ist, dass auch meine Mitbewohner dazu neigen, ihre Sachen stehen und liegen zu lassen, weswegen es schnell chaotisch werden kann. Unter der Woche sieht die Wohnung hingegen meist ganz passabel aus.

Anonym, 30 Jahre
Beruf: Manager eines Agrarunternehmens.
Mitbewohner: Generale Lafayette, ein Basset Hound.

VCIE: Seit wann lebst du hier und wie oft putzt du?
Anonym: Schon seit Ewigkeiten, seit den 80ern! Die Wohnung gehört mir. Und ich putze etwa jeden zweiten Tag.

Wo stammen all diese Gegenstände her?
Von meinen vielen Reisen. Ich war schon überall. Die Vase dort drüben habe ich in Istanbul gekauft. Und die im Zimmer gegenüber stammt aus Anchorage in Alaska. Mir gefällt Vintage, besonders Vintage-Möbel aus anderen Kulturen. Vor allem der Stil aus den 50ern und 60ern hat es mir angetan.

Und das Mosaik im Bad?
Darüber spricht man nicht. Du müsstest eh ein Psychologe sein, um die Bedeutung hinter dem Kunstwerk zu verstehen … OK, Spaß beiseite … Weiß und blau, weil ich Lazio-Fan bin!

Wie viel Zeit verbringst du zu Hause?
Ich bin vor allem abends da.

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Und was machst du dann?
Bumsen! Was sonst?

Was hält deine Freundin von deinen Putzkünsten?
Sie denkt, dass ich unordentlich bin. Dafür wickle ich meine Kaugummis stets in Papier ein!

Und der Hund?
Lafo ist ein extrem fordernder Hund. Es ist fast so, als hätte ich ein Kind. Diesen Februar wurde er elf, mein Generale Lafayette.

Carlo, 22 Jahre
Beruf: Student der Politikwissenschaft an der Sapienza (größte—und verplanteste—Universität Roms).
Mitbewohner: Fünf.

VICE: Seit wann wohnst du hier?
Carlo: Schon seit rund drei Jahren. Es ist eine Studentenwohnung, die an Studenten mit wenig Geld vergeben wird. Die Wohnung ist aber an gewisse Studienleistungen gebunden. Lege ich pro Jahr nicht eine festgelegte Anzahl an Prüfungen ab, verliere ich zum folgenden Semester die Wohnung.

Bist du unordentlich?
Ich halte mich für sehr unordentlich. Ich wohne nämlich in einem Doppelzimmer, wo mir immer wieder auffällt, dass mein Teil des Zimmers deutlich chaotischer aussieht.

Was war der längste Zeitraum, in dem du nicht geputzt hast?
Eineinhalb bis zwei Monate. Vor allem letztes Jahr, als ich aufgrund von Prüfungsstress alles andere links liegen lassen musste.

Wie viel Leute halten sich hier auf?
Wir wohnen hier zu sechst. Aber selten sind wirklich alle hier. Ein paar der Jungs kommen aus der Gegend rund um Rom und sind deswegen häufiger mal bei ihren Eltern zu Besuch. Ich selber komme aus Sizilien, weswegen ich nur über Weihnachten, Ostern und in den Sommerferien nach Hause fahre und 90 Prozent der Zeit hier anzutreffen bin.

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Kommt jeder in euer Gebäude oder gibt es irgendwelche Regeln?
Wenn du hier nicht wohnst, musst du beim Portier deinen Personalausweis abgeben und bis Mitternacht das Gebäude verlassen. Das geht jetzt schon seit einigen Jahren so. Sie haben beschlossen, strenger durchzugreifen, nachdem es hier Probleme mit Drogen und Prostitution gab. Außerdem haben hier auch Unbefugte über Monate hinweg geschlafen, ohne Miete zu zahlen.

Francesco, 32 Jahre
Beruf: Wirtschaftswissenschaftler.
Mitbewohner: Eine Katze.

VICE: Wie oft putzt du?
Francesco: Wie oft ich putze? Hahah! Was willst du damit ausdrücken? Wie dem auch sei, ein Mal in der Woche.

Hast du eine Putzfrau oder legst du selbst Hand an?
Alle zwei Wochen kommt eine Putzfrau.

Und wie ist es dann möglich, dass du ein Mal pro Woche die Wohnung putzt?
Die Putzfrau kommt einmal alle zwei Wochen, während ich jeden Tag abwasche. Also eine Art Mittelwert.

Wie oft wechselt du die Bettwäsche?
Hahahahah. Niemals! Es gibt hier auch schon einige gelbliche Flecken … Ich wechsle sie auf jeden Fall ein Mal im Monat … also noch schlimmer als in Trainspotting.

Es sieht am Ende gar nicht so schmuddelig aus …
Aber nur deswegen, weil ich einen Parkett habe.

Was hält deine Freundin von dem Zustand deiner Wohnung?
Sie ist nicht so glücklich darüber. Sie hält mich für unordentlich. Ich lasse mein Zeug gerne liegen, auch im Bett. Und am liebsten in kleinen Stapeln.

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Was hat sich verändert, seit du bei deinen Eltern ausgezogen bist?
Einfach alles. Ich muss jetzt schließlich selber für Ordnung sorgen.

Anonym, 26 Jahre
Beruf: Jus-Referendar.
Mitbewohner: Einer.

VICE: Vorher hast du mit deiner Mutter zusammengewohnt, oder? Hat sich seitdem vieles in deinem Leben verändert?
Anonym: Absolut. Ich habe mir aber eigentlich noch mehr vom Auszug versprochen. Klar habe ich mehr Freiheiten als vorher, ich hatte es mir aber irgendwie noch besser vorgestellt.

Was hält deine Mutter von deiner Wohnung?
Sie hat es sich zwar nicht anmerken lassen, aber tief im Herzen war sie bestimmt echt angeekelt. Sie meinte zwar „Ah, echt schön der Teppich!", aber bis auf den sah die Wohnung wie ein großer Scheißhaufen aus!

Gibt es in eurer WG feste Regeln?
Am Anfang gab es die schon. Die haben aber nur eine Woche Bestand gehabt, seitdem macht jeder, was er will.

Hältst du dich für unordentlich?
Ich hielt mich für unordentlich, bis ich meine Mitbewohner kennengelernt habe. Mittlerweile glaube ich, dass ich eigentlich ein ganz ordentlicher Typ bin.

Wie oft putzt du?
Nie. Das macht meine Putzfrau, die ein Mal in der Woche kommt.

Und wie oft wechselst du die Bettwäsche?
Manchmal nach einer Woche, manchmal erst nach zwei. Lieg ich damit noch in der Norm? Hahaha.

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