Blut, Schweiß und Tränengas beim Belgrader Fußball-Derby

Es wäre nicht das jährliche Großereignis des serbischen Fußballs, wenn es nicht ordentlich krachen würde.

Diesen Samstag roch es in Belgrad nach Blut, Schweiß und Tränen. 25.000 Menschen strömten auf die Straßen, um dem 29. Belgrad-Marathon zuzusehen. Stunden später besuchten weitere 40.000 Menschen das 151. ewige Derby zwischen den Belgrader Rivalen Roter Stern und Partizan.

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Unter den Teilnehmern waren mehrere herausragende kenianische Läufer und Läuferinnen, sodass relativ leicht absehbar war, wer gewinnen würde, doch beim Derby kann man den Ausgang nie vorhersagen. Und so kam es dann auch: Die Kenianerin Stella Barsosio gewann den Marathon der Frauen und der Kenianer Abel Kibet Rop gewann bei den Männern, während das Fußballspiel unentschieden endete. So gesehen hat zwar niemand gewonnen, aber die Menschheit selbst war der große Verlierer des Tages, denn Stadionbesucher verhielten sich so gewalttätig, dass Eltern ihre Kinder noch vor Spielende in Sicherheit bringen mussten.

Fans mit offenen Kopfwunden—und einer, der vielleicht zwei Finger verloren hat—, Kämpfe zwischen rivalisierenden Hooligans, Kämpfe mit der Polizei, zertrümmerte Stadionsitze ... insgesamt bot sich ein recht vertrautes Bild.

Ein paar abenteuerlustige Touristen hatten sich zum Derby in die Stadt gewagt, entweder um mitzukämpfen oder um Selfies zu machen, während im Hintergrund Männer einander die Fresse polierten. Die Touristen reisen danach wieder ab, doch wir sind immer noch hier, mit all dem Chaos, der Hooligan-Gewalt und dem Fußball als Nebensache.

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