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Gelangweilte Briten denunzieren ihre Mitbürger

Jeder spioniert gerne und am liebsten spioniert man fremden Leuten hinterher.
5.10.10

Jeder spioniert gerne und am liebsten spioniert man fremden Leuten hinterher. Also fühlt sich die Gesellschaft geradezu verpflichtet, dieses Potientzial richtig zu nutzen. Das erhoffen sich jedenfalls die Behörden der Grafschaft Devon im Südwesten Englands. Hier wurde ein Internetportal ins Leben gerufen, wo jeder mal Voyeur spielen kann.

In einem Live CCTV Stream kann man die Bilder von sämtlichen Überwachunskameras in der Grafschaft bewundern. Jeder Schritt, den der Bürger aus Devon beim Kaufen seiner Orangenmarmelade macht, wird live in das Internet übertragen und man dort kann man nach verdächtigem Verhalten suchen.
„Internet Eyes“ hat sich verpflichtet, jedem Abonnenten der regelmäßige Berichte, gesichteter Verbrechen vorlegen kann, eine Prämie von £1,000 zu zahlen. Da gibt es Berichte von Teenys die Nüsse und Energydrinks klauen, bis hin zu einer Gruppe militanter Islamisten, die hunderte Leute bei Aldi auf eine Massenhinrichtung vorbereiten. Sicherlich sind die durchschnittlichen, freiwilligen Spanner von „Internet Eyes“ nie Zeugen eines wirklichen Verbrechens oder eines terroristischen Aktes, die meisten schauen einfach nur zu, wie die Bewohner Devons einkaufen gehen. Ein nervenaufreibendes Hobby wenn es sich nicht so grässlich langweilig anhören würde.
Das Oberhaupt dieses geheim-faschistioiden Vereins, der Manager von „Internet Eyes“, Tony Morgan sagt:
„Die Abonnenten erhalten einen Zugang zu vier Bildschirme gleichzeitig und wenn sie etwas Verdächtiges sehen, können sie die „Alarm“ Taste drücken.
Darauf wird dann sofort eine Text- und Bildnachrricht zu dem Ladenbesitzer oder Manager geschickt, die dann darüber entscheiden, wie sie weiter vorgehen.“

Das ganze Ding stinkt nach Reality-TV, nur statt sexuell unreife Mädchen dabei zu beobachten, wie sie um ihre tägliche Grütze streiten, beobachtet man wie ein Mann einen Lotterieschein kauft, während man darauf hofft, dass er vielleicht ein Twix in seiner Tasche verschwinden lässt. Denn dann heißt es handeln. Schnell den Alarm Knopf drücken und Bericht erstatten. Danach schnell zurück um zu schauen, wie der Sicherheitsdienst den Dieb fertig macht. Nun hat man das gute Gewissen, seine staatsbürgerlichen Pflichten erfüllt zu haben und als Bonus bekommt man noch eine gute Summe ausbezahlt.
Zugegeben es ist einen Schritt entfernt von diesem anderen, modischen Internet-Meme, wo sich Verrückte in Selbstmord-Chatrooms, ermutigen lassen , sich mit Bleichmittel selber zu vergasen.
aber ich bin mir nicht so sicher ob „Internet Eyes“ ein Erfolg wird, aber wie auch immer, ich werde mich registrieren und lass euch wissen wie ich Verbechen auflöse…