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Realer Freund, virtuelle Freundin

Letzten Oktober schrieben wir über die Subkultur der Otaku, japanische Männer, die echte Beziehungen zu Fujoshis entwickelt haben—imaginäre weibliche Charaktere.
6.9.10

Letzten Oktober schrieben wir über die Subkultur der Otaku, japanische Männer, die echte Beziehungen zu Fujoshis entwickelt haben—imaginäre weibliche Charaktere. Nisan, ein Mann aus Tokio, und Nemutan, seine 2D-Freundin und Liebhaberin (die Zeichnung eines präpubertären Animemädchens) wurden in der NY Times so beschrieben:

Sie fuhren zu einem Strand, nicht weit vom Haus entfernt, das er in einem Tokioter Vorort mit seinen Eltern teilt. Es war der erste vieler Ausflüge, die sie gemeinsam unternahmen. Als sie sich kennen lernten, sind sie mehrere hundert Meilen gen Westen gereist - nach Kyoto, Osaka und Nara, sie haben in seinem Auto geschlafen oder die Sofas von Freunden besetzt, um Geld zu sparen. Sie machten Touri-Fotos unter Kirschbäumen, sie freuten sich wie Kinder auf Karussells und schlürften Nudeln an Straßenecken. Jetzt, nach drei gemeinsamen Jahren, sind sie immer noch praktisch unzertrennlich. "Ich habe wegen ihr so viele atemberaubende Sachen erlebt," erzählt mir Nisan, während er warmherzig Nemutans Bein streichelt. "Sie hat mein Leben wirklich verändert."

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Ein koreanischer Mann ging so weit, sein Anime-Körperkissen zu heiraten.

Jetzt wird es immer normaler für japanische Männer nicht nur 2D-Mädchen wie Nemutan zu daten, sondern virtuelle Mädchen. In LovePlus +, dem neoromatischen japanischen Date-Simulations-Videospiel, können Männer sich mit virtuellen Mädchen verabreden und sie sogar heiraten.

Heute ist der erste Geburtstag von LovePlus +. Das Ziel des Spiels? Nicht nur zu daten, sondern auch eine Beziehung aufrecht zu erhalten. LovePlus + bringt Dating-Simulationsspiele ein ganzes Stück weiter. Man bekommt nicht nur eine Freundin - man formt die Freundin so, wie man es wünscht, und man kann sich hervortun, indem man seinen Charme und sein Aussehen verbessert (z.B. dein Maß der Attraktivität), indem man übt, korrekte Entscheidungen über Essen und Tätigkeiten trifft, etc. Deine Freundin entwickelt sich mit der Zeit, je nach den Eigenschaften des Spielers. Man kann seine Freundin anrufen und ihr eine SMS schicken, man kann sie sogar durch eine Berührung des Bildschirms küssen.

In diesem Winter hatte ein Junge - dessen Charaktername Sal9000 ist - mit seiner virtuellen Freundin Nene (eine der drei virtuellen Freundinnen, aus denen man bei LovePlus + wählen kann) eine offizielle Hochzeitsfeier, die live auf einer japanischen Videoseite übertragen wurde.

Sal9000 spielt im Sand mit Nene

Wenn man in LovePlus + etwas abschließt… oder eine Aufgabe vollendet, können du und deine Freundin Atami besuchen, ein echten Ferienort im Süden Tokios, der in den letzten zwanzig Jahren unter der Wirtschaftskrise, dem starken Wettbewerb und dem Bevölkerungsrückgang in Japan litt. Vielleicht deshalb hat sich Atami bereit erklärt, LovePlus zu sponsern, in einer Sommerkampagne, die Touristen anlocken und die Popularität steigern sollte.

Diesen Sommer war Atami sehr beliebt und hat Horden von echten Jungs mit ihren virtuellen Freundinnen angelockt, die oft den doppelten Preis für ihr Hotelzimmer zahlen (für zwei Gäste, obgleich einer virtuell ist). Und die ganze Stadt Atami spielt mit der virtuellen Welt: Es gibt Produkte der Marke LovePlus, und Passbildautomaten, wo Männer Bilder mit ihrer virtuellen Freundin daneben machen können (die in den Rahmen eingeblendet werden).

Obwohl Küssen die aufregendste sexuelle Aktivität ist, die in LovePlus + vorkommt, frage ich mich, was manche dieser einsamen Männer in ihren Doppelzimmern mit ihren taschengroßen Freundinnen anstellen.