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Vice Blog

Meine ehemalige Mitbewohnerin hat gerade die X-Games gewonnen

15.8.10

Ich habe Alexis Sablone das erste Mal vor etwa fünf Jahren getroffen, als ich bei Woodward gearbeitet habe. Sie hat die ganze Zeit eine Mütze getragen und ihr Kofferraum war vollgestopft mit eS-Schuhen und den putzigsten Skateboards, die ich je gesehen habe. Sie sahen aus wie Skateboards für Gnome. Vom einen Ende zum anderen kamen sie kaum über meine Kniescheibe hinweg.

Ein paar Jahre später zog ich nach New York und wir haben uns eine Wohnung geteilt. Sie hatte gerade ihren Schulabschluss hinter sich und kein Interesse daran mit dem Skateboarden Geld zu verdienen (trotz dem Drang ihrer ehemaligen Sponsoren). Sie hat die Miete mithilfe ihrer ätzenden Arbeit in einem schicken Restaurant in der Upper West Side bezahlt. Letztendlich hing es ihr zum Hals heraus Arschlöchern Cappuccino oder Crème Brûlée zu bringen (oder was Leute in der Upper West Side eben essen). Deswegen hat sie wieder angefangen an Skate-Wettbewerben teilzunehmen. Vor eineinhalb Wochen hat sie die X Games gewonnen, und letztes Wochenende wurde sie Zweite beim Maloof Money Cup, Ich habe sie angerufen, um ihr einige äußerst kritische Fragen zu stellen.

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Vice: Erstmal möchte ich dir herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der X-Games sagen und für den zweiten Platz beim Money Cup.
Alexis: Gut, danke.

Besteht die Medaille von den X-Games aus echtem Gold?
Ich glaube nicht, dass es echtes Gold ist. Sie ist ziemlich schwer und sieht aus wie ein Ninjastern. Ich habe darüber nachgedacht sie öffentlich zu tragen. Sie war auch richtig scharf.

Also hat sie die Form eines Sterns?

Ja, so in der Art. Nichtsdestotrotz hat sie mehr Ecken als ein Ninjastern - sie ist an mehreren Seiten sehr eckig.

Wie schwer ist sie und wo bewahrst du sie auf?
Sie wiegt so ein Pfund und ich werde sie wahrscheinlich gemeinsam mit den anderen, die ich habe, auf ein Regal in der Toilette legen. Man bekommt sie alle in diesen fusseligen Säckchen, ich behalte sie einfach auf meinem Klo in meinen Beuteln. Ich habe sogar gerade die vom Maloof Cup für 20 Dollar an ein Mädchen verkauft, die sie haben wollte, warum auch immer.  Die war ziemlich groß, ich glaube, sie war aus Glas, woran ein paar sonderbare Strasssteine geklebt waren. Ich dachte es wäre eine Qual, die im Gepäck zu haben, also sei's drum.

Zwanzig Mäuse waren alles, was du dafür bekommen hast?
Naja, ich wollte das Geld gar nicht, und ich konnte nicht glauben, dass sie mir tatsächlich Geld dafür zahlen wollte, also sagte ich nur "OK".

Wir haben so ein Jahr zusammengewohnt. Wie war ich so als Mitbewohner?
Hmm, ich denke, es war ein sehr angenehmes Jahr. Ich weiß nicht, du warst besser im Abspülen, das war toll.

Ja, das war ich, und das leitet gleich zu meiner nächsten Frage über: Warum war das Abspülen dir so fremd? Hast du überall, wo du zuvor gewohnt hast, stets Einwegteller verwendet?
Naja, es war mir nicht fremd. Ich gebrauche Geschirr einfach nicht so… Wieso sollte ich es also abspülen? Ich benutze so einen Teller, den ich dann einfach nochmal hernehme. Du warst derjenige, der viel gekocht hat, so viel, dass ich nicht einmal gewusst habe, was du gekocht hast, aber du hast dir selbst einen Salat und einen Burrito oder sowas in der Mikrowelle gemacht und hast für alles verschiedene Teller genommen, auch Müslischalen, du hast viel Müsli gegessen. Ich hatte meinen Haferbrei- und Teebecher, aus diesem Becher, dieser Schale habe ich alles gegessen.

Aber du hast deine Schale, deinen Becher einfach auf dem Tisch stehen lassen.
Ja, weil ich ihn für jede Mahlzeit wiederbenutzt habe, wieso sollte ich ihn also in die Spüle stellen, wo das Ding nur seifig werden würde? Ich will nicht, dass mein Essen nach Spülmittel schmeckt.

Du hast mich ziemlich zur Sau gemacht wegen der Menge an Spülmittel, die ich gebraucht habe. Spülmittel sind ein wichtiger Bestandteil des Abspülens.
Ja, aber wenn man zu viel davon verwendet, hinterlässt es Rückstände. Ich habe nichts gegen Seife in der Dusche oder für die Hände, für all das bin ich, aber wenn man von etwas isst… Du hasteinen Haufen von dem Dawn-Zeug verwendet, oder welches Spülmittel das auch immer war, und das ist einfach pure Chemie. Man wird den seifigen Geschmack wirklich nicht los.

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Doch die Chemikalien säubern die Teller von Scheiße und Keimen!
Was für Keime? Es gibt nur dich und dein Essen.

OK, was ist mit Duschen? Du hast gesagt, dass du dich in der Dusche voll einseifst - warum war sie dann immer so schmutzig?
Du warst absolut verantwortlich für den Saustall, der unsere Dusche war. Das Badezimmer war ekelerregend.

Was? Ich war der einzige, der das Ding jemals geputzt hat!
Weil du der Einzige warst, der es verdreckt hat.

Wie soll es möglich sein, dass ich der Einzige war, der unsere Dusche verdreckt hat?
Weil du in etwa zweimal täglich geduscht hast und in der Dusche voll gehaart und alles im Abfluss gelassen hast.

Ich habe in der Dusche gehaart?
Ja, deine strähnigen Arschhaare hast du in der Dusche verloren.

Aber ich habe meine Haare ausgewaschen. Das Hauptproblem war der Dreck und die Seifenreste, und du warst mindestens genauso schuld daran wie ich. Bleichmittel bringt die ganze Scheiße raus, und du hast nie etwas benutzt.
OK, also zuerst einmal sind deine Haare länger als meine und zweitens habe ich keinen Haarausfall und du schon. Das ist alles was ich dazu sagen will.
Wenn meine Haare wirklich so schlimm ausfallen würden, dann hätte ich doch schon längst eine Glatze.
Weißt du was Jon? Ich habe es dir schon einmal gesagt und ich hasse es noch mal machen zu müssen, aber du wirst eine Glatze bekommen. Stell dich einfach.
Du hast eine ziemlich schräge Diät. Ich werde jetzt raten, was du im letzten Monat alles gegessen hast. Dann sag mir wie nah ich dran war: Jogurt, Gurken, Zuckerfreier Kaugummi, Kohl, Karotten, Ginger, und Salsa.
Warum hast du Haferflocken ausgelassen? Weil das esse ich auch, und das ist ziemlich normal.
Verzeih, ich habe Haferflocken ausgelassen. War ich davon abgesehen recht nah dran?
Yeah. Obwohl, ich habe auch Gemüse gegessen…hast du Kohl gesagt?
Ja, habe ich.
Ähmmm, und was ist mit, ähmmm, ich esse hin und wieder Bananen. Und Tee.
Oh ja, Tee.
Aber mit Ausnahme von den Sachen warst du eigentlich richtig, das ist so ziemlich alles.

Nächste Frage: Hast du die Tür zu meinem Schlafzimmer zerbrochen?
Nein, ich war das nicht!
Es sieht genauso aus, als hätte Chewbacca meinen Türknopf herausgerissen.
Ich war es aber nicht.
Du hast hoffentlich bemerkt, dass ich in deinem alten Schlafzimmer penne, oder?
Ohhh, die Tür zu meinem Zimmer. Ich kann mich an irgendetwas mit der Tür erinnern. Aber ich glaub das war schon vorher so, als wir das Apartment bekommen hatten. Unsere Wohnung war ziemlich ghetto.
Das stimmt auch, aber es war niemals so-der Türknopf ist schon fast am Ende. Es sieht so aus, als hätten hier Termiten alles um den Türknopf herum gefressen.
OK, jetzt reicht es. Ich habe mich einmal aus versehen eingeschlossen und musste es daher aufbrechen. Aber warum bist du nicht einmal ein echter Mann und tust da einen Haken oder irgendetwas anderes dran?
Ich bin kein richtiger Mann.
Naja du hast noch weniger Privatsphäre, da ihr ungefähr fünf Leute in einer Zwei-Zimmer Wohnung habt, um die Miete zu sparen.
Erstens sind hier nur drei Leute! Und außerdem ist es schon fast ein Drei-Zimmer Apartment. Deine Breakdance-Spiegel sind noch voll intakt. Machst du noch Breakdance? Ist das immer noch etwas, was du gerne machst?
Haha, ich habe so ziemlich damit aufgehört. Aber ich habe immer dein Gesicht geliebt, wenn ich die Welle gemacht hat, da es dich immer so genervt hat!
Warte, wie bitte? Das hat mich nie genervt.
Doch, hat es, ich meine, du warst auf jeden Fall davon amüsiert.
Ich habe dich ausgelacht! Es hat mich nicht aufgeregt.
Hör mal zu Jon, ich will deine Tanzschritte gar nicht erst sehen und ich bin mir sicher, dass du noch nicht einmal mit der Welle anfangen könntest.
Ich kann ein paar Tanzschritte, die ganz in Ordnung sind.
Mit der Welle konnte ich es immer perfekt auf der rechten Seite, aber es war immer die linke Seite, die ich nie so richtig hinbekommen habe.
Dann hast du einfach aufgegeben?
Naja, nein, hin und wieder kommt irgendetwas über mich und ich übe noch mal ein bisschen, aber ich habe das Gefühl, dass meine Zukunft woanders liegt.
Wenn du jetzt raten müsstest, wie oft ich dich erbarmungslos im Billiard geschlagen habe, was würdest du sagen? Und du darfst auch auf die nächste runde Zahl aufrunden.
[Lange Stille] Willst du mich verarschen? Du willst mich doch verarschen.
Nein, will ich nicht.
Jon, dann bist du noch wahnhafter, als ich gedacht habe. Du hattest vielleicht zweimal Glück, als wir Bowlen waren, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir im Billiard ganz nah beieinander sind. Ich habe dich auch schon mal geschlagen.
Daran kann ich mich nicht erinnern.
Doch. Wo wir nicht nah beieinander sind ist wenn wir Skate spielen. Du solltest endlich mal ein paar Flip-Tricks lernen, Jon, dass ist deine größte Schwäche-du bist ein Skateboarder.
Ich fühl mich ganz gut mit meinem eher schwachen Repertoire von Flip-Tricks. Glaubst du, wenn du weniger Zeit mit dem Skaten verbringen würdest und mehr mit Billiard, dass du dann vielleicht eine Chance hättest mich zu schlagen?
Nein, da dieser Vorschlag dämlich ist, weil wir eh fast gleich gut sind. Mein Spiel ist nicht gerade konstant, und du hast mich immer dann erwischt, als ich gerade am schlechtesten gespielt habe, und mein schlechtestes Spiel ist ungefähr so gut wie dein normales.
Das heißt, dass immer, wenn wir gespielt haben, du einen schlechten Tag hattest?
Genau, du hast es erfasst.
OK, für wen skatest du im Moment?
Es und Organica.
Wie hoch kannst du einen Kickflip ziehen?
[Lange Pause] Wahrscheinlich über deinen Kopf.
Das ist alles, was ich habe.
OK, gutes Interview Jon. Ich bin stolz auf dich.
Danke.