Freaknik war ein alljährliches Spring Break-Wochenende in Atlanta, für Studenten, die traditionell schwarze Colleges besuchten. Das Hauptaugenmerk des Events lag auf Chaos und Ärschen. Man kann also sagen: Cha-ASS. Ich mag behaupten, dass während Freaknik mehr wackelnde und klatschende Ärsche zur Schau gestellt wurden, als irgendwann sonst in der amerikanischen Geschichte. Freaknik begann still und leise 1982 und wurde, nachdem es über eine viertel Millionen Menschen (zumeist Typen) anzog, von der Stadt irgendwann abgeschafft. Das letzte offizielle Freaknik fand 1999 statt, eine Arsch-Party-um-alle-Arsch-Partys-zu-beenden.Zu seinem Höhepunkt war Freaknik ein illegaler Streik, ohne Plan oder Agenda, Mardi Gras ohne die Paraden oder Kultur, eine Sportmeisterschaft ohne Trophäe—Magie lag in der Luft, die einen dadurch verzauberte, dass alle Regeln außer Kraft gesetzt wurden. Ohne wirkliche Struktur bestand die Hauptaktivität darin, zu cruisen. Die Menschen fuhren für Stunden durch die Gegend, aber bewegten sich kaum mehr als ein paar Blocks. Die gepflasterten Straßen verwandelten sich in eine bizarre Version von American Graffiti. Einwohner der Stadt, die sich nicht an der Party beteiligten, waren gelähmt und entsetzt von den auf den Straßen und Autos tanzenden Feierwütigen. Die Männer (meistens mit den riesigen Videokameras dieser Ära ausgerüstet), flehten darum, dass sie Ärsche filmen durften. Es gab Sex im Gebüsch, Pisse auf der Straße, generellen Hooliganismus, Feuer und Schwefel, das vom Himmel regnete, Menschenopfer, Hunde und Katzen paarten sich. Die lokalen Medien stellten dafür immer ihre Verkehrsüberwachungs-Helikopter bereit, um über das Event zu berichten, als wäre es eine Art Escape from New York-Zombieaufstand. Noch Monate danach waren die Zeitungen mit Briefen aufgebrachter Einwohner gefüllt, die androhten, nach Chattanoog zu ziehen und beinahe immer davon schrieben, das öffentliches Urinieren ein „Symptom der Rechtlosigkeit“.Man muss aber festhalten, dass Atlanta schon immer eine ziemlich radikal getrennte Stadt war. Atlanta ist die Heimat von Stone Moutain (Der konföderierte Mt. Rushmore, jetzt eine hauptsächlich schwarze Nachbarschaft) und das alles fand zusätzlich in einer Zeit statt, in der es Kongress-Anhörungen gab, in denen es um Rap-Lyrics ging, und der urbane schwarze Jungendliche wortwörtlich der schwarze Mann der Gesellschaft war. Man sollte das Event also in diesem Kontext betrachten. Die Vorfälle von Belästigung und die sexuellen Übergriffe, die vorkamen sind natürlich unentschuldbar sind, waren immer die Trumpfkarte der Argumentation, weshalb Freaknik verboten werden sollte. Trotzdem waren die Sag-zu-allem-ja-Attitüde, der Spaß um den Willen des Spaßes, die „Unsere Straßen“-Mentalität (obwohl sie vielleicht kindisch war) in einer Zeit ohne Social-Networks, GPS oder Handys, eine gute Art, das Wochenende zu verbringen, wenn man damals in seinen frühen 20ern war.Diese beiden Videos kann man leider nicht embedden, aber sie sind essentielles Freaknik Material.Nummer 1Nummer 2
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