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Was Kinder über den Tod sagen

"Ich möchte auf die krasseste Art sterben, die es gibt: Während eines Faustkampfes mit einem Hai."
12.7.12

Bild: Elias Levy | flickr | by CC 2.0

Sadie ist 10 Jahre alt und am besten mit Belle (10) befreundet (sag das nicht Eva). Sadie ist auch am besten mit Eva (10) befreundet (sag das nicht Belle). Außerdem ist das Nachbarsmädchen (8) ihre beste Freundin (was du weder Belle noch Eve erzählen darfst). Ihr Bruder heißt Wolf (17). Dora ist 13 und die Schwester von Will (15) und Bean (11).

VICE: Kennt ihr jemanden, der gestorben ist?
Sadie: Meine Katze.
Belle: Mein Opa, als ich ein Jahr alt war.
Dora: Mehrere Typen, die ich umgebracht habe.
Will: Nicht viele Menschen sterben.
Eva: Mein Charakter in Minecraft. Ungefähr 80 mal.

Wie würdet ihr am liebsten sterben?
Bean: Ich möchte auf die krasseste Art sterben, die es gibt: Während eines Faustkampfes mit einem Hai, wobei ich ertrinke.
Nachbarsmädchen: Auf eine schöne Art. Durch viel Geld. Und ich bin das beliebteste und schönste Mädchen der Welt.

Wie kannst du denn davon sterben?
Sadie: Sie ertrinkt in ihrem Geld.
Wolf: Ich würde gerne sterben, so wie mein Hamster gerade stirbt. Mit warmen Decken und in Ruhe. Und mit einfühlsamen Stimmen.
Sadie: Wenn ich 1000 Jahre alt bin.
Belle: Ich will nie sterben.

Würdet ihr lieber wegen Arthritis qualvoll zusammengerollt herumliegen oder sterben?
Sadie: Schmerzen haben ist besser als sterben.

Nehmen wir an, ihr sterbt, wenn ihr 5000 Jahre alt seid. Wie wollt ihr dann sterben?
Sadie: Auf eine natürlich Art.

An einer Krankheit zum Beispiel?
Sadie: Nein! Ich meine einfach, dass mich keiner erschießt oder so. Ich würde auch ungern im Magen eines riesigen Fisches sterben, wenn mich einer verschluckt. Da drin kannst du ja eine Weile überleben. Ich würde aber total verrückt werden. Da drin überlebst du eine Minute, bis dich die Magensäure verätzt und dich tötet. Du siehst also, wie sich dein Fleisch von deinen Knochen ablöst, bevor du stirbst.

Was denkt ihr, passiert nach dem Tod?
Wolf: Ich weiß es nicht. Ich muss es herausfinden. Ich glaube, dass Gott im Himmel herrscht, also kommt Jesus auf die Erde und holt die Leute Menschen ab. Wenn es eine Apokalypse gibt, holt er ihre Körper ab, wenn sie noch leben und ihre Seelen, wenn sie tot sind. Nächstes Jahr soll es eine Supernova geben. Eine Sonneneruption, die die Erde erreicht und die Apokalypse auslöst. Und wir werden in den Himmel kommen oder nach Eden.

Was ist mit der Hölle?
Wolf: Nun ja, ich bin ein guter Mensch und Gott weiß das. Ich komme wahrscheinlich in den Himmel. Aber ich habe Zaubershows gesehen, also komme ich vielleicht in die Hölle.
Belle: Etwa zwei Wochen nach dem Tod beginnst du zu verwesen.
Sadie: Nichts passiert. Für mich. Andere Leute sind traurig, weil ich sterbe.
Nachbarsmädchen: Ich werde dann zu einem Geist.

Wie wird euer Leben als Toter sein?
Nachbarsmädchen: Ich werde Sadie heimsuchen. Wenn sie schläft. Und genau dann, wenn sie ihre Augen öffnet, ist mein Kürbisgesicht vor ihr.

Was soll mit eurer Leiche passieren?
Sadie: Ich will in einem Haus liegen, ganz allein und mit verschlossener Tür.

Ein Mausoleum?
Sadie: Ja, aber ich will nicht in einem Sarg liegen. Ich will dort in einem Stuhl sitzen.

Du wirst verfaulen und Insekten und Maden werden auf dir sein.
Sadie: Das ist mir egal.

Wer wird dich besuchen kommen, wenn sie durch das Fenster schauen müssen und dich dann sehen, wie du dort in einem Stuhl sitzt ganz voll mit Maden?
Sadie: Du kannst mein Haus besuchen.

Aber wie soll ich reinkommen? Das Haus ist ja nur für dich. Wäre es nicht toll, eine Metallbox für deine Knochen zu haben, um die herum Leute im kühlen, schattigen Mausoleum sitzen und über dich nachdenken können? Wer wird denn schon in der Hitze draußen stehen und deinem Körper beim Verfaulen zusehen wollen?
Sadie: Na ja, das ist meine Meinung! Das ist es, was ich machen will.

OK. Ich finde das widerlich. Aber ich muss es respektieren.
Sadie: Wenn ich zurück ins Leben kommen sollte und dann in einem Sarg stecke, das wäre widerlich.
Nachbarsmädchen: Sadie ist so böse. Wolfgang, erinnerst du dich? Du wolltest, dass deine Leiche draußen herumliegt, damit sie von Tieren gefressen wird.
Wolf: Nein.
Nachbarsmädchen: Die Tiere sterben dann aber. Sie verhungern. Wolfgang sollte sich darum kümmern.
Sadie: Fülle den Magen eines Vielfraßes und es wird zu Scheiße. Das ist der Kreis des Lebens.
Wolf: OK, das mache ich.
Nachbarsmädchen: Dadurch wird das ganze Rudel von deinem Fleisch leben können.
Sadie: Es ist besser, wenn ein Mensch stirbt, anstatt dass ein Mensch und ein Haufen Tiere sterben.
Wolf: OK! Ich mache es ja. Lasst meine Leiche einfach im Wald liegen.
Nachbarsmädchen: Wolf, wie kannst du es wagen, so mit deinem Körper umzugehen? Ein Wissenschaftler wird ihn vor den Tieren finden und ihn zu einem Roboter machen!