FYI.

This story is over 5 years old.

News

Ein Interview mit Kurt Prinz

Als vor etwas mehr als 5 Jahren Vice hier in Österreich gegründet und bei der ersten Vice Party das Fluc in Schutt und Asche gelegt wurde, war Kurt Prinz schon an vorderster Front dabei.
21.9.11

Als vor etwas mehr als 5 Jahren Vice hier in Österreich gegründet und bei der ersten Vice Party das Fluc in Schutt und Asche gelegt wurde, war Kurt Prinz schon an vorderster Front dabei. Genauer gesagt war er derjenige, der immer genau dann abgedrückt hat, wenn ihr euch gerade mit einer idiotischen Pose blamiert habt. In weiterer Folge wurde er zu unserem ersten und obersten DOs and DON'Ts Fotografen, der über die Jahre mit einer Vielzahl von Schnappschüssen unser kleines, sadistisches Herz zum Lachen gebracht hat. Leider haben wir dabei übersehen, dass er eigentlich ein richtig guter Fotograf und ja, sogar Künstler ist. Um euch (und uns) diesen Fehler vergessen zu lassen, drucken wir in der heurigen Photo Issue eine Serie ab, die er in Transsilvanien geschossen hat. Aber keine Angst, es geht nicht um irgendeinen Teenie-Vampir-Scheiß sondern um rießge Goldgräberstätten, die ein Leben in der Gegend quasi unmöglich und ein paar Aktionäre sehr reich machen.

VICE: Servus Kurtl. Du warst damals bei der ersten Vice Party im Fluc dabei und hast Fotos gemacht. Kannst du dich noch an irgendwas erinnern?

Anzeige

Ja das war mit Abstand DIE BESTE Vice Party ever in Wien. Es war das letzte Konzert von Pungent Stench bevor sie sich aufgelöst haben. Schade, dass es in letzter Zeit so wenig Vice Partys gibt, wo Metal Bands auftreten, war wirklich super damals. Abwechslungsreiche Mucke, alle Freunde auf einem Haufen, Gags, Gags Gags, Stimmung, Dancing Shoe, shackadelic sweet stuff, drinking-countdown extra Package to the groovy heart girl, dancefloor experience.

Ähm, ja, es war ziemlich lustig. Seit damals hast du immer wieder Party Fotos und kleinere Sachen gemacht, aber eine große Geschichte ist es irgendwie nie geworden…

Ja, das liegt aber nicht an mir, das ist eher so ein Problem, das ihr habt. Mit der Zeit verliert man auch die Motivation überhaupt Sachen zu schicken. Das Vice ist nicht gerade einfach…

Ok, ich hab schon verstanden. Das Interview ist vorbei, haha. Wobei, lass uns vorher noch über die schöneren Dinge reden. Du hast seit Neuestem eine Praktikantin?

Na, hab ich auch schon vorher gehabt. Richtig ist, ich hab jetzt WIEDER eine Praktikantin. Da war einmal die Yvonne, dann die Elisabeth, warte, ich will niemanden vergessen, eine Anna war auch einmal da. Das war die Tochter einer Arbeitskollegin meines Vaters. Der hab ich dabei geholfen, auf der Graphischen genommen zu werden und dann wollte sie gleich ein Praktikum machen. Ich hatte aber auch zwei Praktikanten, die waren nur ganz kurz da. Sebastian und ein Typ, der nie wieder aufgetaucht ist… Jedenfalls ist die Tatsache, dass ich Praktikantinnen habe, nichts Neues.

Anzeige

Gibt’s einen bestimmten Grund, dass es hauptsächlich Praktikantinnen waren?

Nein, Qualifikation war das einzige entscheidende Kriterium. Außerdem haben sich fast nur Mädels gemeldet.

Genau wie bei uns! Bei dir gibt’s auch echt viel zu tun, wenn du nicht gerade fünf Wochen auf Urlaub bist. Dieses Kunst Dings scheint ziemlich gut zu laufen. Ihr habt ja jeden Monat eine neue Ausstellung in irgendeiner Galerie.

Ja, lieber David, das hast du gut recherchiert. Am 30. September im Werk gibt’s auch schon wieder die nächste Gelegenheit abzustirnen. Das wird ziemlich gut, glaub ich. Der Rokko-Anal wird mit seinen Coathangers auch dabei sein, und noch eine andere Band, deren Name mir grad nicht einfällt. Unser Plan ist es, wie damals bei OVERTÜREN- 2/3-Höhepunkte am Vortag eine Art Humandeformation vornehmen, im Zuge dessen die Arbeiten, die am nächsten Tag ausgestellt werden, erst entstehen sollen. Die Party und Ausstellung findet dann auch in den Überresten des Sets vom Vortag statt.

Das hört sich gut an. Eure erste Ausstellung Desillusation im 15. damals ist ja schon legendär. Martin hätte sich dort fast mit Psycho Chris wegen einer Flasche Champagner geprügelt und es war riesen groß und in jedem Raum waren andere Freaks.

Ja, das war der Anfang der totalen Verstirnung und unsere erste Ausstellung. Wir hatten damals 600m2 zur Verfügung und haben es tatsächlich geschafft, alles komplett zuzuhängen. Wir haben dafür auch fast vier Wochen dort gelebt und Tag und Nacht gearbeitet. Danach gings so richtig los. Ein Jahr später kam Experimkrement in der Anker Brot Fabrik, was noch einmal alles viel größer war. Dort haben 600 Leute vor der Tür randaliert, weil sie rein wollten und die Polizei musste ausrücken, um die Menge in Schach zu halten. Auch in Bezug auf das Line-Up war das ziemlich fett. Es haben an einem Abend Apparat, Fuckhead, Nitro Mahalia, die MusikarbeiterInnen Kapelle und einen Haufen anderer Leute gespielt. Das weirde war die Mischung, von Noise bis Minimal.

Ihr habt sogar auf der Art Basel ausgestellt, oder?

Ja, der Kunstmarkt ist echt absurd und manchmal schwer zu ertragen. Es ist schon cool, das zu erleben und daraus Schlüsse zu ziehen. Aber ich freu mich auch schon wieder darauf, klassische Reportagen zu machen.

Kurt Prinz hat natürlich eine Websitedie er im Stundentakt updatet. Und wann ihr das nächste Mal Stirnprumzer sehen und erleben könnt, steht ja im Interview.