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10 Fragen

10 Fragen an ein Model, die du dich niemals trauen würdest zu stellen

Wie viel geht bei den Shootings und sind Models wirklich dumm? Wir haben 'Germany's Next Topmodel'-Siegerin Sara Nuru gefragt.
10.8.16
Foto: Christian Hasselbusch

Models gehören zu den sagenumwobendsten Wesen überhaupt. Ihr Leben wird einerseits wie ein Märchen dargestellt: Rampenlicht, Jetsetleben, Fußballspieler und Designerkleider, die so viel kosten wie ein Kleinwagen. Auf der anderen Seite klingt ihr Alltag wie eine Hororrgeschichte: Models müssen mit den Fotografen schlafen und ernähren sich von Salatblättern ohne Dressing. Oder stimmt das alles nicht?

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Sara Nuru hat 2009 die vierte Staffel von Germany's Next Topmodel gewonnen. Seitdem war sie in zahlreichen Werbekampagnen zu sehen und moderierte für ProSiebenSat1 die Übertragung der Oscar-Verleihung. Ihr erstes Fotoshooting hatte Sara mit 15, steht also schon seit 12 Jahren vor der Kamera.

VICE: Haben es schöne Menschen im Leben einfacher?
Sara Nuru: Außer vielleicht mal Freigetränke an der Bar—nicht wirklich.

Schon mal schmierige Angebote von Kunden oder Fotografen bekommen?
Nein, noch nicht. Hat das was zu bedeuten? Stimmt was nicht mit mir?

Ist es nicht gruselig, eine Karriere zu haben, die auf Schönheit aufbaut, die ja von Jahr zu Jahr verfällt?
Es ist durchaus beängstigend, wenn man sich ausschließlich auf die—wenn es gut läuft—10 bis 15 Jahre verlässt. Jene, die das erkennen, wissen diese Zeit gut zu nutzen und machen einen Plan für die Zeit danach.

Bei den Shootings kommen ja viele junge, wunderschöne Menschen zusammen. Geht da tatsächlich so viel, wie man es sich vorstellt?
Leider nicht.

Gibt es viele dumme Models?
Es gibt dumme Models, wie es dumme Ärzte, dumme Ingenieure und ganz bestimmt auch dumme Journalisten gibt.

Fühlst du dich manchmal wie ein Stück Fleisch?
Eher wie ein Kleiderständer.

Hat dir der Sieg bei Germany's Next Topmodel überhaupt etwas gebracht?
Wenn man bedenkt, dass ich vor meinem Sieg für 7,28 Euro die Stunde bei American Apparel gejobbt habe und heute meine eigene Firma habe, einen Job ausübe, der mir Spaß macht, und dabei noch die Welt bereisen darf, ist es nicht ganz so schlecht. Zudem kann ich meine Bekanntheit für sinnvolle Dinge einsetzten. Mit der Stiftung "Menschen für Menschen" habe ich in Äthiopien, dem Herkunftsland meiner Eltern, Schulen gebaut. Der Sieg hat mir also definitiv was gebracht.

Foto: Christian Hasselbusch

Was nervt am meisten am Modeln?
Die Illusion, die aufrecht gehalten wird. Der Schein, dass alles immer glamourös ist. Es ist oftmals ein Job wie viele andere auch, man geht morgens hin, hofft, mit möglichst wenig Kollegen reden zu müssen, und freut sich noch vor der Mittagspause auf den Abend mit Netflix.

Muss ein Mann auch schön sein, damit du dich in ihn verliebst?
Schönheit und Intelligenz werden grundsätzlich überbewertet—nur das Gehalt muss stimmen. Nein, Spaß beiseite. Entweder ich verliebe mich in eine Person oder eben nicht, das entscheidet nicht das Aussehen.

Hast du eine Essstörung?
Die Zeiten, in denen Models sich ausschließlich von Orangensaft mit Wattebauscheln ernährten, sind lange vorbei! Der Trend geht heute zum exzessiven Sportwahn; #strongisthenewskinny. Beides ist nicht meins. Ich genieße meine Pasta, meinen Wein und bestelle mir im Anschluss das Tiramisu und den Grappa hinterher … Ob ich eine Essstörung habe—ganz bestimmt.