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NPD verteilt Knüppel, damit sich Bürger gegen Flüchtlinge wehren können

Und das war leider nicht die einzige bescheuerte Idee, die der Partei im Sommerlager einfiel.

von VICE Staff
23 August 2016, 8:00am

Die NPD verteilt Holzknüppel | Screenshot: Facebook

Als Urmensch war ein Knüppel verdammt sinnvoll, um die eigene Höhle gegen Fremde zu verteidigen. So konnte man Säbelzahntiger in die Flucht schlagen oder aufdringliche Mammuts. Heute aber sind Höhlen etwas aus der Mode gekommen. Schließlich gibt es immer Probleme mit der Heizung und der Handyempfang ist auch miserabel.

Die NPD allerdings fühlt sich dort trotzdem ganz wohl, passend zur eigenen Gesinnung, die vor einigen Jahrzehnten hängengeblieben ist, wollen sie auch ihre braune Höhle, das deutsche Vaterland, mit Knüppeln verteidigen. Die Bedrohung hat aus ihrer Sicht aber keine Säbelzähne, sondern einen Asylantrag in der Hand.

Die Jungen Nationaldemokraten, die Jugendorganisation der NPD, postete letzte Woche ein Video mit dem Titel "Wir trommeln zum Sturm!". Dort berichteten sie von ihrem Sommerlager in Mecklenburg-Vorpommern. Während Kameraden im Hintergrund ihre kalten Herzen am Feuer wärmen, erklärt ein NPD-Politiker, sie haben auch beim Bürgerbüro von Udo Voigt vorbeigeschaut, der für die Partei im Europaparlament sitzt. Außerdem haben sie plakatiert und Straßentheater gespielt. Schön, so ein Sommerlager der NPD!

Dann erklärt er, sie haben am vergangenen Donnerstag die Aktion "Den Bürgerschutz Selber Organisieren?" gestartet. Dazu verteilte die Partei Holzknüppel an die Bevölkerung.


"Natürlich nicht, um Jagd auf Asylanten zu machen", erklärt der NPDler. Sondern, um "darauf hinzuweisen, dass der Stellenabbau der Polizei uns in Teufels Küche bringen wird, vor allem in Verbindung mit dem ungehemmten Zuzug krimineller Asylanten." Klingt sehr nach: Jagd machen auf Flüchtlinge.

Bürger hätten nach §32 des Strafgesetzbuchs das Recht zu Notwehr. Dort heißt es:

(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.
(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Aber natürlich gilt ein Flüchtling allein noch lange nicht als Grund für Notwehr —auch nicht vollverschleiert, mit langem Krausebart und Koran unter der Achsel. Wer das glaubt, hat beim sommerlichen Grillen den Kopf wohl so nah an die glühende Kohle gehalten, dass ihm die Platine im Hirn zerschmolzen ist.

Die Lagergruppe streifte übrigens auch in muslimischen Frauengewänder gehüllt durch Schwerin. Dabei hielten sie Schilder mit der Aufschrift: "Heute leben wir von eurem Geld. Morgen nehmen wir uns euer Land." Der Staatsschutz ermittelt deshalb wegen Volksverhetzung und beschlagnahmte die Niqabs, die Schilder und auch das Fuchskostüm des ebenfalls anwesenden NPD-Maskottchens. Das wirbt für die Landtagswahl am 4. September in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Slogan: "Schlaue Füchse wählen NPD."

Die Vorhersagen für die Wahlen sind leider düster. Laut aktuellen Umfragen liegt die NPD bei vier Prozent und die AfD sogar bei 19 Prozent. An der Stelle empfehlen wir das Spiel Afd oder NPD?, bei dem man den Parteien Zitate zuordnet. Da bleibt einem das Grillwürstchen im Halse stecken.