FYI.

This story is over 5 years old.

Sex

​Meine krassesten Erlebnisse als Domina

Von menschlichen Ponys zu koksenden Rich-Kids mit Vorliebe für riesige Strap-ons—diese Kunden werde ich niemals vergessen.
30.4.15
Domina sitzt auf dem Gesicht von einem Mann
meine-krassesten-erlebnisse-als-domina-202-body-image-1430301037

Foto: captain.orange | Flickr | CC BY-ND 2.0

Ich arbeite seit einer ganzen Weile als Domina. Seit ungefähr fünf Jahren gehe ich diesem ungewöhnlichen Job nach, in den ich nach meiner Zeit als High-Class-Escort irgendwie reingerutscht bin. Dominant zu sein, liegt mir einfach mehr und die Kunden sind spannender. Außerdem fällt es mir leichter, jemandem vorzuspielen, dass ich es geil finde, ihm den Hintern zu versohlen, als so zu tun, als sei ich komplett verliebt. Ich habe mir allerdings auch Grenzen gesetzt. So würde ich niemals in irgendeiner Form „Kaviar spenden" (Exkremente sind einfach nicht mein Ding), jemanden ankotzen oder ihm irgendwelche bleibenden Narben verpassen. Auspeitschen gehört meiner Meinung nach eher in ein professionelles Studio.

All meine Kunden, so freaky ihre Wünsche auch sein mögen, sind Menschen, die ich respektiere und die mir durch ihre nette Art meinen Nebenjob versüßen. Jeder einzelne von ihnen ist ein hohes Tier in einem respektablen Job und auch wenn es nicht meine Art der Entspannung ist, so sehe ich kein Problem darin, wenn Männer (oder auch Frauen) so ihrem stressigen Alltag entfliehen wollen.

Anzeige

Jetzt, wo das klargestellt ist: Ich habe bis jetzt eine Menge komischer, lustiger und krasser Sachen erlebt. Hier kommen meine vier Lieblingsgeschichten.

meine-krassesten-erlebnisse-als-domina-202-body-image-1430300721

Foto: tox brown | Flickr | CC BY 2.0

Der Overnighter mit dem Strap-on

Über die Agentur gebucht wusste ich nichts von meinem Kunden, außer dass ich mit ihm eine ganze Nacht im Sofitel am Gendarmenmarkt verbringen würde. Darüber freute ich mich ziemlich, denn über Nacht bleiben hieß, mindestens 1.500 Euro mit nach Hause zu nehmen.

Ich sollte also in der Lobby auf ihn warten. Die Agentur hatte mir gesagt, dass ich ihn an einem Buch in der Hand erkennen würde. Nach einiger Zeit des Wartens erschien ein etwa 25-jähriger, nicht allzu großer, aber ausreichend attraktiver Mann, in der Hand ein Buch über die Jazzgeschichte Amerikas. Er erkannte mich gleich, übergab mir das Buch, in dem meine Gage für die Nacht enthalten war, und wir begaben uns in die zweistöckige Hotelsuite.

Mein Kunde war ein Kind aus reichem Hause, das Jura studiert hatte—zumindest hatte er das behauptet. Obwohl er ein Mehrgänge-Menü auf das Zimmer bestellt hatte, rührten wir nichts davon an. Er packte nämlich ziemlich schnell eine Menge Koks aus, bestellte Champagner und öffnete seine mitgebrachte Tasche, die einen riesigen schwarzen Strap-on, einen kleinen weißen Vibrator und Gleitgel enthielt. Der Mann verschwendete keine Zeit.

Wir zogen uns aus, nahmen gemeinsam ein heißes Bad und zogen dann ins Schlafzimmer um, wo er sich aufs Bett legte und ich mir den Dildo umschnallte, mit dem ich ihn „richtig hart rannehmen" sollte (seine Worte). Ich tat wie mir geheißen, während ich mir die ganze Nacht seine sexuellen Fantasien anhören musste. Unter anderem konnte er nicht aufhören, mir davon zu erzählen, wie ein riesiger 2,13 Meter großer schwarzer Footballspieler mit riesigem Schwanz seine Freundin gefickt hatte, während er dessen Fuß lutschen musste und wie ein Hund auf dem Boden neben dem Bett kauerte.

Anzeige

Da ich ja nicht zum Spaß da war, musste ich so tun, als würde mich das Ganze total anmachen und interessieren, was mit zunehmendem Drogenkonsum immer schwieriger wurde. Als er unsere Zeit dann auch noch deutlich verlängerte, konnte ich—trotz Auge aufs Geld—einfach nicht mehr. Nicht mehr zuhören, keinen Strap-on mehr tragen und vor allem kein Koks mehr durch meine wunde Nase ziehen. Ich verabschiedete mich mit 2000 Euro in der Tasche und dem Kater meines Lebens im Anflug und fiel vollkommen erledigt ins Bett. Schlafen konnte ich in den kommenden Stunden natürlich trotzdem nicht. Verdammte Drogen.

Der Schweinemann an der Leine

Bei diesem Kunden erhielt ich vorher eine mehrseitige PDF-Datei mit Anweisungen, wie ich mich kleiden und vor allem, wie ich mich ihm gegenüber verhalten sollte. Angesprochen werden wollte er grundsätzlich nur mit „kleines Schweinchen", außerdem wollte er, dass ich ihn an eine Hundeleine nehme und mit ihm durch die Hotelsuite spaziere. Ich zog mir also wie angewiesen ein schwarzes bodenlanges Kleid an, kämmte meine Haare zu einem strengen Pferdeschwanz, kramte die Lack-Heels aus der Kiste und machte mich auf den Weg. Mein Kunde erwartete mich nackt vor der Badewanne kniend, sein Schwanz pulsierend vor Erregung.

Auch interessant: Unsere Doku über Deutschlands einzige Powerdominatrix, Anna Konda

Während ich ihm die Leine anlegte und ihn (ohne lachen zu dürfen) fragte, ob das kleine Schweinchen sich auch ordentlich saubergemacht hatte, starb er fast vor Aufregung. Ich führte ihn ein wenig durch die gebuchte Hotelsuite, stellte ihm einen Napf mit Wasser auf den Boden, aus dem er trinken durfte, und setzte mich dann aufs Bett, während er davor kniete und meine Schuhe ablecken durfte. Während des ganzen Dates wurde von ihm ausdrücklich gewünscht, dass keiner aus seiner Rolle fallen durfte, was die Zeit bis zum Ende der vierstündigen Session wie eine Ewigkeit erscheinen ließ.

Nachdem ich einige Male mit ihm an der Leine durch die Suite getigert war und er meine Schuhe sauber geleckt und ich ihn genug beschimpft hatte, durfte ich endlich gehen. Verabschiedet haben wir uns übrigens dann mit einer Umarmung und einem dicken Dankeschön seinerseits.

meine-krassesten-erlebnisse-als-domina-202-body-image-1430300211

Foto: Grey Hutton

Der Urin-Liebhaber mit dem Kindheitstrauma

Diesen Kunden traf ich in einem Hotel in Berlin-Mitte. Auch hier hatte ich keinen Vorlauf und keine Ahnung, was genau mich erwarten würde. Wir setzten uns zunächst in die Hotelbar, wo er mir erklärte, was sein Fetisch war: Er wollte ganz einfach, dass ich mich für drei Stunden auf ihn legte und fernsah. Seine leisen Hilfeschreie sollte ich währenddessen natürlich ignorieren. Das mache ihn an, sagte er, weil er das Gefühl mag, keine Kontrolle über die Situation zu haben und sich absolut hilflos zu fühlen.

Wobei anmachen vielleicht die falsche Bezeichnung ist. Wie er mir erzählte, handelte es sich dabei nämlich um eine Art Erinnerung an ein Erlebnis in seiner frühen Kindheit, das er scheinbar zwanghaft wiederholen wollte. Wirkliche sexuelle Erregung schien er währenddessen nicht zu empfinden. Wir verschwanden also ins Hotelzimmer, er platzierte sich auf dem Bett und ich machte es mir mit Fernbedienung in der Hand auf ihm bequem—für beinahe drei ganze Stunden.

Anzeige

Zum Schluss sollte ich ihm noch einmal in den Mund pinkeln. Klingt irgendwie schockierend? Immerhin wurde ich die Stunden davor fürs absolute Nichttun bezahlt! Solange mich keiner anpinkelt, mache ich das doch gerne für meine Kunden. Ich verrichtete mein Geschäft also über ihm in der Badewanne, verabschiedete mich und ging meiner Wege.

Das menschliche Pony

Sicher habt ihr schon einmal diese Buttplugs gesehen, die einen bunten Schweif haben? Einer meiner Kunden hat sich genau so einen gekauft—inklusive Ponymaske. Da wir uns bereits zum Vorgespräch getroffen hatten, wusste ich dieses Mal ziemlich genau, was auf mich zukommen würde. Aber lasst euch gesagt sein: Das hat diese Geschichte nicht weniger befremdlich gemacht.

Nachdem alle Wünsche und Tabus geklärt waren, trafen wir uns in einem bekannten Hotel am Ku'damm, nahmen einen Drink zusammen und unterhielten uns, bis er sich auf das Zimmer begab und mich anwies, ihm eine halbe Stunde später zu folgen. Ich erfüllte ihm diesen Wunsch und fand meinen Kunden auf allen Vieren in voller Ponymontur (ja, mit dem Buttplug) vor dem Bett. Er verharrte dort ganz ruhig, während ich mich auf ihn setzte. Die folgenden zwei Stunden waren tatsächlich das Seltsamste, was ich bis jetzt als Domina erleben durfte.

Während das oben erwähnte „kleine Schweinchen" wenigstens noch ein menschliches Gesicht hatte, trug dieser Kunde eine Pferdemaske und wirkte wie ein seltsamer Hybrid aus Kinderkirmes und Sado-Maso-Keller. Ich ritt allen Ernstes auf einem mehr oder minder menschlichen Pony durch die Suite eines Luxushotels. Er machte zwischendurch sogar schnaubende Laute und bäumte sich einmal auf. Ich hatte Äpfel und Karotten dabei, die ich an ihn verfüttern konnte, wenn ich Lust dazu hatte. Nachdem das Date vorbei war und mein Kunde sich wieder in einen Menschen verwandelt hatte, ritt ich mit meinem bestellten Taxi um 400 Euro und einiges an Erfahrung reicher in den Sonnenuntergang.