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Die 1000 entzauberndsten Musiker-Parodien in ‚South Park‘ (1-10)

‚South Park‘ verarscht alles und jeden. Am liebsten aber deine Lieblingsmusiker.

von Noisey Staff
05 September 2016, 1:45pm

South Park hat auch nach fast 20 Jahren im TV-Geschäft nichts an Relevanz eingebüßt. Nächste Woche beginnt die mittlerweile zwanzigste Staffel auf Comedy Central, Anfang Dezember erscheint das zweite South Park-Videospiel, auf das sich Jünger der Serie schon seit Jahren freuen (leider nicht, weil das Spiel das erste mit riechbaren Pupsen werden wird). Grund für die andauernde Popularität der Serie ist der eigene Anspruch, sich konstant zu verändern. Von Furz-Witzen und „Oh mein Gott, sie haben Kenny getötet“ expandierten die Macher Trey Parker und Matt Stone hin zur messerscharfen Sozialkritik, ohne die eigenen Slapstick-Wurzeln zu vergessen.

South Park erfindet sich permanent neu, gleichzeitig existiert auch Kontinuität—zum Beispiel überraschende Musikeinlagen oder das entlarvende, überzogene Karikieren von Prominenten. Oder eben die Kombination aus Beidem: entlarvende, überzogene Karikaturen von Musikern. Egal ob Gastauftritt oder Persiflage, gemein oder schmeichelnd, die Darstellungen reißen immer den Schleier der Illusion herunter, hinter den sich die Stars auf ewig verstecken wollten.

In 19 Staffeln kommen selbstverständlich massig aufs Schmerzhafteste parodierte Musiker zusammen. Wer behält da noch den Überblick? Genau, wir! Wir haben uns die Zeit genommen, unsere zehn liebsten Musiker-Parodien in South Park-Folgen zusammenzustellen. Yeah Yeah Yeah Yeah!

Bono

Wenn es etwas auf der Welt gibt, das eigentlich alle Musik-Enthusiasten zusammenhält—ein paar VWL-Studenten in Wollpullovern und Mittvierziger, die nicht wissen, wie man dieses verfickte Album von seinem iPhone löscht, ausgenommen—, dann ist es der kollektive Hass auf Bono und U2. Musikalisch mögen Bands wie Nickelback oder Coldplay noch stärker polarisieren, allerdings kann wirklich niemand den umstrittenen pseudo-Philanthropen Bono leiden. Matt und Trey von South Park wohl auch nicht. Und so reduzieren sie ihn auf das Wesentliche und zeigen den absurd ehrgeizigen und selbstverliebten Sänger „Yeah Yeah Yeah!“ schreiend ins Elendsviertel. Ach ja, da war ja noch was: Bono ist in der Folge ein Stück Scheiße.

Kanye West

Von Obama bis Ikea, Kanye ist ein leichtes Ziel für Scherze—vor allem weil die „Stimme seiner Generation“ nicht gerade über unendlich viel Selbstironie verfügt. Auch die wohl beste Kanye-Verarsche aller Zeiten aus der South Park-Folge „Fishsticks“ macht sich darüber lustig, wie ernst Ye sich nimmt. Das hat so gut funktioniert, dass selbst Jahre später noch Leute auf Kanye West-Konzerten mit „Gay Fish“-Schildern rummrannten. Gäbe es einen Preis für die beste Kanye West-Parodie, würden ihn wohl Matt und Trey erhalten, wobei dann Yeezy sicher die Bühne stürmen würde, um den Award dann doch James Franco und Seth Rogen zuzusprechen. Die Beiden haben übrigens auch seine Frau Kim Kardashian und Kanyes irgendwann erscheinendes Videospiel Only One in ihrem eigenen Videospiel verarschtt. Konsequent.

Isaac Hayes

Die wohl tragischste Musiker-Parodie in der Geschichte von South Park ist die von Isaac Hayes, der Stimme von Chefkoch. Bis zur zehnten Staffel war Chef eine beliebte Nebenfigur. Als Inspiration für den Charakter diente vor allem Synchronsprecher Hayes, der in den Siebzigern ein höchst erfolgreicher Soul-Sänger war, den du vielleicht vom monumentalen Shaft-Soundtrack oder von diesem epischen (von Wu-Tang, Ice Cube und Biggie gesampleten) Banger kennst. Hayes spielte als Chefkoch eine Parodie seiner selbst, inklusive schmalzige, überzogen sinnliche Gesangseinlagen. Alles lief wunderbar, bis South Park die kontrovers diskutierte Folge „Trapped in the Closet“ schrieb, die Scientology in gewohnter Manier verarschte und stark kritisierte. Der praktizierende Scientologe Hayes verließ daraufhin die Serie in einer öffentlichen Schlammschlacht. 2008, zwei Jahre nach dem Ende seiner Karriere bei South Park verstarb Hayes. Fans von South Park und Soul werden seine Beziehungstipps niemals vergessen.

Lorde

In den vergangenen beiden Staffeln der Serie—der 18. und 19.—wurde mit Story-Kontinuität zwischen den bisher komplett voneinander isolierten Folgen experimentiert. Die wohl einprägsamste Storyline war die der Sängerin Lorde, die eigentlich Stans Vater Randy Marsh ist. Warum auch nicht. Man holte Sia ins Studio, die geflasht von Stones und Parkers Songwriting-Kompetenzen einen falschen Lorde-Track einsang. Die Randys Erklärung, wie der unverwechselbare Lorde-Sound zustande kommt, wurde dadurch verflucht überzeugend. Selbst Lorde fand das ganze witzig. Oder hat sie nur so getan, weil sie aufgeflogen war? Tatsächlich gab es 1973 in Kalifornien ein Paar, demzufolge ... (*Jonathan Frakes Voice*)

Radiohead

„Scott Tenorman Must Die“ ist eine der klassischsten South Park-Folgen und wenn du sie noch nie gesehen hast, dann höre sofort auf, diesen Text zu lesen und verleibe dir die wohl wichtigsten 20 Minuten deines Lebens ein. Auch der kurze Gastauftritt von Radiohead schmälert die Relevanz der Episode nicht, denn die feuchten Träume der Mainstream-Musikkritik entpuppen sich als waschechte Arschlöcher. Keine Spur von Empathie, nur mobbende Typen, die tragische Musik machen. So passen sie perfekt zu dieser morbiden Folge, die Cartman vom nervigen Dickerling zum omnipotenten Super-Bösewicht mutieren lässt.

R Kelly

South Parks epische „Trapped In The Closet“-Folge, die zum Abschied von Isaac Hayes führte, nahm nicht nur Scientology auf die Schippe. Auch Prominente wie Tom Cruise, John Travolta oder Sonderkorrespondent R Kelly standen im Fadenkreuz. Um es kurz zu machen: Die drei verstecken sich in Stans Wandschrank und wollen nicht rauskommen („Coming Out Of The Closet“ steht im Englischen auch dafür, sich als homosexuell zu bekennen, duh!). Es ist natürlich problematisch, dass so R Kellys (bewiesene) Pädophilie mit Homosexualität in Verbindung gebracht wird. Allerdings ist die Parodie auf sein irrationales, aggressives Gehabe unfassbar treffsicher. Man wünscht dem „Sänger“ nur noch ein paar verstörende Minuten länger im Wandschrank mit Cruise und Travolta.

Michael Jackson

Maskierte Kinder, die Neverland Ranch, Schönheitsoperationen und Pädo-Vorwürfe: Die Michael Jackson gewidmete Folge „The Jeffersons“ spielt auf viele Absurditäten an, die nach dem Tod des King of Pop in Vergessenheit geraten sind. In einem überraschend einfühlsamen Porträt widmet sich South Park der Jackson-Thematik, doch das wahre Highlight der Folge sind die Aussagen über Rassismus und Gewaltbereitschaft bei der amerikanischen Polizei. Dieser Themenkomplex wurde auch in späteren Folgen öfters aufgegriffen, zuletzt in den Folgen „ReHash“ und „#HappyHolograms“, in der ein Hologramm von Jackson gegen eines von 2Pac kämpft.

Jennifer Lopez

Hättet ihr es gewusst? J-Lo ist gar kein Mensch und damit wollen wir jetzt nicht auf irgendein Po-Statement hinaus. Nein, sie ist eigentlich (Mitch Connor—Vietnam-Veteran und Teilzeit-Bewohner von Eric Cartmans Hand. Mit ein wenig Lippenstift verwandelt sich die umtriebige Killermaschine in ein perfektes J-Lo-Double, um sich Zugang zur Welt der Schönen und Reichen zu verschaffen. Komplett absurde Storyline. Was das alles über Jennifer Lopez aussagt? Dass selbst eine bemalte Hand ihr Konkurrenz machen kann. Manchmal kennt South Park keine Gnade.

Taylor Swift

Als Pop-Ikone darf auch Taylor Swift in South Park nicht fehlen und die Macher der Serie machen auch bei ihr vor wenig Halt. Während „Taylor Swifting“ noch ein üblicher absurder South Park-Gag ist, der Swift als noch bescheuertere Nachfolgerin von Faith Hill darstellt, ist ihr „Duett“ mit Bill Cosby schwer mitanzuschauen.

Britney Spears

Britney und South Park sind ähnlich lange im Show-Business und natürlich taucht der Popstar regelmäßig in der Sendung auf. Zum Beispiel imitierte Cartman ihre Tanz-Moves schon zu Zeiten, als sie noch mit Justin Timberlake zusammen war, und dann gibt es natürlich noch diese legendäre Szene, die die Folgen von illegalem Downloaden in brutaler Ehrlichkeit vor Augen führt. Der eindrucksvollste Britney-Moment bei South Park stammt allerdings aus einer Zeit, in der die Sängerin eher für ihre frisch geschorene Glatze und ihre hyper-sensiblen Fans im Rampenlicht stand als für eine neue Single. Auch hier geht es weniger darum, die Person zu verarschen. Viel mehr wird die Folge am Ende ein deprimierender Kommentar auf den Prominenten-Fetisch unserer Gesellschaft, der die „Auserwählten“ am Ende in den Tod treibt. Geht überraschend tief ins Herz.