Albumreview
Lightning Bolt—‚Fantasy Empire‘
Als würde dir jemand eine Dose halbgegorenen Malzlikör ins Ohr gießen und dir gleichzeitig mit einer Schaufel ins Gesicht schlagen.
Courtney Bartnett—‚Sometimes I Sit and Think, and Sometimes I Just Sit‘
Wir laufen vielleicht alle mit aufgeplusterter Brust rum, aber Courtney Bartnett hat ein supergeheimes Taschenskalpell, um ein Loch in uns zu stechen und die Luft rauszulassen.
Chilly Gonzales—‚Chambers‘
Der dritte Teil aus der Solo Piano-Reihe des großen haarigen Mannes, der an einem Klavier sitzt und aussieht, als käme er gerade aus der Dusche.
Bestes Album des Monats: Tobias Jesso Jr.—‚Goon‘
Der perfekte Soundtrack, um in einer abgefuckten Bar perfekt mit der perfekten Person rumzumachen.
Schlimmstes Cover des Monats: Young Guv—‚Ripe 4 Luv‘
Als würde eine Provinzradiostation Power Pop der 90er kacken, um dann ohne abzuwischen aufzustehen und Lo-Fi Surf Rock auf den ganzen Haufen zu pinkeln.
Sir Richard Bishop—‚Tangier Sessions‘
Gut zu wissen, dass Sir Richard Bishop immer weiter Alben voll wunderschöner, hypnotisierender Gitarrenmusik veröffentlicht. Dabei weiß er nicht mal, dass er die aktuelle Realo-Musik-Debatte zerstört.
Matthew E. White—‚Fresh Blood‘
Das Album fühlt sich an, als würdest du von jemandem mit seidig-zarter Haut umarmt, der unglaublich gut riecht und einen wirklich teuren Sweater trägt.
Pile—‚You’re Better Than This‘
Der Sänger klingt so, als hätte er rohes Wild gegessen und das Ganze mit zweieinhalb Litern Bourbon runtergespült—und könnte dir trotzdem noch ein Gute-Nacht-Lied trällern.
Schlimmstes Album des Monats: Clarence Clarity—‚No Now‘
Clarence Clarity ist Teil der Zukunft, er setzt auf jedem Level neue Grenzen, klanglich und textlich.
Halshug—‚Blodets Bånd‘
Gemeiner, nihilistischer Crust-Hardcore hat offensichtlich die Mission, die Welt davon zu überzeugen, dass Skandinavien eine triste und bedrückende Hölle ist, in der ausschließlich Alkoholiker leben.