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Trump über Trump: "Ich analysiere mich ungern selbst, weil mir vielleicht nicht gefällt, was ich sehe"

In älteren Interviewaufnahmen mit einem Biographen erscheint Trump als jemand, der unfassbar unsicher und besessen vom Rampenlicht ist—unfähig, sich seine Schwächen oder vergangenen Fehler einzugestehen.

von Lauren Messman
28 Oktober 2016, 7:00am

Foto: Gage Skidmore | Flickr | CC BY-SA 2.0

Der New York Times zufolge liefern die letzten Interviews, die Donald Trump vor der Bekanntgabe seiner Kandidatur gab, den wahrscheinlich besten Einblick in seine wirklich präsidialen Neurosen. Die Zeitung veröffentlichte alte Interviewaufnahmen des Biographen Michael D'Antonio, die ein Licht auf Trumps größte Unsicherheit werfen: seine Angst vor dem Versagen.

Die mehr als fünf Stunden Interviewmaterial zwischen D'Antonio und Trump, die der Autor später in seiner Biographie Die Wahrheit über Donald Trump verwendete, zeigen einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten, der unfassbar unsicher und besessen vom Rampenlicht ist—unfähig, sich seine Schwächen und Fehler der Vergangenheit einzugestehen.

Zum Beispiel glaubt der frühere Immobilienmogul—der bereits mehrmals Konkurs angemeldet hat, sich momentan in seiner dritten Ehe befindet und höchstwahrscheinlich das Rennen ums Weiße Haus verlieren wird—, dass er noch nie gescheitert ist.

"Ich bin noch nie gescheitert, weil ich bislang jedes Scheitern in einen Erfolg verwandelt habe", sagt er zu D'Antonio. Gleichzeitig legt er bei anderen Leuten unerreichbare Maßstäbe an: "In den meisten Fällen kannst du Menschen nicht respektieren, weil die meisten Menschen keinen Respekt verdient haben."

Die vielleicht entlarvendste Aussage des Interviews kommt jedoch, als D'Antonio Trump darum bittet, über den Sinn des Lebens zu reflektieren. Trump antwortet darauf wie folgt: "Nein, ich möchte darüber nicht nachdenken. Ich analysiere mich ungern selbst, weil mir vielleicht nicht gefällt, was ich sehe."

Zwei Jahre und eine in vielerlei Hinsicht desaströse Präsidentschaftskandidatur später geht es dem Großteil der amerikanischen Bevölkerung auch so.

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