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Bundespolizei

In Deutschland sollen Polizeischüler einen Kameraden mit einer Cola-Flasche vergewaltigt haben

Ein anderer Schüler soll derweil im selben Raum YouTube-Videos geschaut haben.

von VICE Staff
11 April 2018, 10:19am

Bundespolizist, Symbolbild: imago | Hartenfelser

Dieser Artikel wurde zuerst bei VICE Deutschland veröffentlicht.

Ein Dreibettzimmer im Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei im hessischen Eschwege. Fünf junge Männer sitzen zwischen den Pressspahnmöbeln, mindestens einer von ihnen ist minderjährig. An den Tag im Februar dieses Jahres wird sich der Polizeischüler wohl sein Leben lang erinnern: Zwei seiner Kameraden sollen ihn festgehalten und mit einer Cola-Flasche vergewaltigt haben. Die Flasche habe ihnen der vierte Schüler gereicht, während der fünfte unbeteiligt YouTube-Videos auf seinem Smartphone geschaut haben soll. Das berichtet die Bild-Zeitung.

Ein Sprecher der Bundespolizei soll einen entsprechenden Vorfall gegenüber der Zeitung bestätigt haben. Seelsorger betreuten derzeit das Opfer, der Leiter des Aus- und Fortbildungszentrum soll die Beschuldigten suspendiert haben. Gegen sie werde strafrechtlich wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Eine Anfrage von VICE an die für Eschwege zuständige Staatsanwaltschaft Kassel blieb bislang noch ohne Antwort.

In den letzten Jahren wurden in Deutschland mehrere Fälle bekannt, in denen Kameraden und Ausbilder von Polizei und Bundesheer junge Schüler oder Rekruten erniedrigt haben sollen.


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Beamte einer Sondereinsatzkommando-Einheit (SEK) in Köln sollen vor drei Jahren einen Anwärter tagelang gefesselt und gemobbt haben. "Sexuell-sadistische Praktiken" sollen die Ausbildung von Kampfsänitätern in der Bundesheerkaserne in Pfullendorf, Baden-Württemberg, geprägt haben, Ausbilder und Soldaten der Gebirgsjäger in Bad Reichenhall sollen einen Kameraden monatelang sexuell belästigt und diskriminiert haben. Die für Pfullendorf zuständige Staatsanwaltschaft Hechingen hatte keine Ermittlungen aufnehmen wollen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kündigte nach Bekanntwerden beider Fälle an, mögliche Misshandlungen in der gesamten Bundeheerr untersuchen zu lassen.


Bewerber für die deutsche Bundespolizei müssen deutsch oder EU-Staatsbürger und gesundheitlich fit sein. Ein Mindestalter für die Bewerber gibt es nicht. In den Einstellungsvoraussetzungen heißt es: "Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind Werte, für die du jederzeit eintrittst." In dem Punkt müssen die mutmaßlichen Vergewaltiger aus Eschwege beim Einstellungsverfahren allem Anschein nach gelogen haben. Ihr Opfer will seine Ausbildung fortsetzen, schreibt die Bild.


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