Scheißheiß: Der Sommer auf VICE

Das sind die schönsten gratis Badeplätze in Salzburg

Wir zeigen euch, wo in Salzburg euer Bier garantiert kalt bleibt und ihr abseits von Chlor, Bademeistern und Kindergeschrei Abkühlung findet.

von Paul Donnerbauer
18 Juli 2017, 4:00am

Foto: Paul Donnerbauer / VICE Media

Salzburg ist – allgemein gesprochen – sicher nicht die leiwandste Stadt der Welt. Schon gar nicht im Sommer, was bei durchschnittlich 70 Regentagen in den Monaten Mai, Juni, Juli und August und den Touristenströmen, die sich durch die Altstadt wälzen, zugegeben auch schwierig ist.

An den laut Statistik 53 Sommertagen, an denen es in Salzburg nicht regnet, hat die Stadt aber zahlreiche schöne Badeplätze anzubieten. Viele davon sind an den umliegenden Seen angesiedelt, die oft nur mit einem Auto einfach zu erreichen sind.

Weil wir aber wissen, dass das mit dem Auto von den Eltern ausborgen immer so eine Sache ist und Carsharing in Salzburg auch noch nicht ganz angekommen zu sein scheint, haben wir für euch die besten sechs Badeplätze besucht, wo ihr keinen Eintritt zahlt, die aber trotzdem öffentlich, zu Fuß, oder mit dem Rad erreichbar sind und wo ihr euer Bier direkt im Schwimmbecken kühlen könnt. Und weil manche davon gar nicht so leicht zu finden sind, haben wir für euch auch gleich die Koordinaten ermittelt.

Die Alm

Paul Donnerbauer / VICE Media

Koordinaten: 47°47'23.2"N 13°02'30.5"E

Die Alm ist sowas wie der Ganges von Salzburg, nur viel, viel sauberer. In den letzten Jahren hat sich der Almkanal, der sich auf gut 12 Kilometern Länge durch den Süden von Salzburg schlängelt, zu einem Naherholungsgebiet für die Salzburgerinnen und Salzburger entwickelt. Das wird immer dann deutlich sichtbar, wenn sich an heißen Sommertagen hunderte Menschen am schmalen Uferband in der Sonne bräunen.

Das Baden in der Alm selbst ist zwar nicht ausdrücklich erlaubt, aber ein Verbot gibt es auch nicht und spätestens seit im Stadtteil Gneis 2010 eine künstliche Welle für Surfer im Almkanal gebaut wurde, ist ein echtes Verbot sowieso vom Tisch. Nur in der Nähe der Kraftwerke sollte man lieber nicht schwimmen – das kann unter Umständen tödlich sein.

Das Bier bleibt bei den ziemlich niedrigen Wassertemperaturen und der starken Strömung in der Alm auf jeden Fall kalt.

Die Königsseeache

Foto: C. Löser | Wikimedia Commons | CC BY 3.0

Koordinaten: 47°43'45.5"N 13°04'06.0"E

Die Kies- und Sandbuchten an der Königsseeache kennt jeder, der in Salzburg aufgewachsen ist und die eine oder andere hat dort sogar schwimmen gelernt. Erreichbar ist der Fluss von der Stadt aus am besten mit dem Rad. Vor allem am Wochenende kann es hier allerdings trotz der zahlreichen Schotterbänke ganz schön eng werden.

Wer für FKK zu haben ist, bleibt am besten im abgelegeneren Teil flussabwärts. Wer FKK ekelhaft und überholt findet, sucht sich einen Platz weiter oben.

Grillen ist an der Ache mittlerweile leider nicht mehr erlaubt und das Verbot wird von Polizeistreifen auch exekutiert. Am Abend lodern in manchen Buchten dennoch ein paar kleine Lagerfeuer auf. Wir haben's euch auf jeden Fall gesagt.

Der Felberbach

Paul Donnerbauer / VICE Media

Der Felberbach ist ein absoluter Geheimtip und auch vielen Salzburgerinnen und Salzburgern zumindest als Badeort nicht bekannt. Der Bach entspringt unterhalb der am Gaisberg gelegenen Zistelalm und führt durch den Aigner Park. Seine bekannteste Stelle ist das sogenannte "Hexenloch" – eine Grotte, durch die der Felberbach als Wasserfall führt, in der es angeblich spukt, die schon den Illuminaten als Rückzugsort gedient und Mozart zu seiner Oper "Die Zauberflöte" inspiriert haben soll.

Das Hexenloch selbst ist zum Baden nicht geeignet. Bachaufwärts laden aber mehrere kleine natürliche Pools zur Abkühlung ein. Die schönsten Stellen findet ihr, wenn ihr den Schildern an der Gilowskyhöhle vorbei bis zur "Jagaebene" folgt, von dort den einzig nicht beschilderten Weg einschlägt und nach zirka 200 Meter links ins Bachbett abbiegt. Danach beginnt ein bisschen eine Kletterei, die aber – vorausgesetzt der Felberbach führt genügend Wasser – mit natürlichen Rutschen, kühlen Tauchbecken und kleinen Wasserfällen entlohnt wird.

Getränke bleiben auch im Felberbach kalt. Allerdings sollte man den rutschigen Rückweg bedenken, der rauschig schnell gefährlich werden kann. Gerade im Frühsommer, wenn die Wege noch sehr verwachsen sind, verirrt man sich außerdem leicht und gerät schnell in teils ziemlich abschüssiges Gelände. Also: Obacht.

Die Glasenbachklamm

Paul Donnerbauer / VICE Media

Koordinaten: 47°46'06.7"N 13°05'35.4"

Die Glasenbachklamm war der Hauspool meiner Jugend: Mit Gras, Bier, Käsekrainer und einem Schlafsack im Rucksack kann man dort auch ein ganzes Wochenende verbringen, wenn das Wetter passt.

Schnell ungemütlich kann es in der Klamm allerdings werden, wenn ein Gewitter aufzieht, das man von drinnen garantiert erst dann mitbekommt, wenn es schon direkt über einem tobt. Dann heißt es möglichst schnell raus, weil es dir sonst den einen oder anderen Ast entgegen schleudert. Die Glasenbachklamm ist nicht um sonst immer wieder wegen Felsstürzen, Steinlawinen und Sturzfluten gesperrt.

Zum Baden ladet eher der untere Teil der Klamm ein – noch vor dem offiziellen Parkplatz. Aber auch weiter oben im Flussbett gibt es viel zu entdecken und mit etwas Glück, kann man sogar einen Flusskrebs fangen, oder findet eine versteinerte Bierdose, die irgendein Idiot dort liegen gelassen hat.

Das Felsenbad

Paul Donnerbauer / VICE Media

Koordinaten: 47°45'49.7"N 13°13'40.0"E

Früher war das Felsenbad ein echter Geheimtip. Das ist es heute nicht mehr und wer nach einem ruhigen Örtchen zum Entspannen sucht, ist hier falsch. Obwohl der Weg von Salzburg-Stadt aus nicht der kürzeste ist, kann es hier am Wochenende schon mal zugehen wie am Strand von Ibiza.

Manchmal feiern hier ganze Schulklassen und es dröhnt Musik aus gleich mehreren mobilen Soundsystemen. Für ein Partywochenende in der Natur ist das Felsenbad bei Feistenau aber genau das richtige: Man kann dort super Lagerfeuer machen, es gibt Dixiklos und im hinteren Teil ist das Wasser im Normalfall tief genug zum Klippenspringen. (Weil man aber bekanntlich nicht alles einfach so glauben soll, was in der Zeitung steht, überprüft das bitte vor dem ersten Sprung noch einmal.) Auch Platz für das eine oder andere Zelt gibt es im Felsenbad und ansonsten reichen Isomatte und Schlafsack völlig aus.

Der Wiestalstausee

Paul Donnerbauer / VICE Media
Koordinaten: 47°45'04.7"N 13°10'27.2"E

Der Wiestalstausee ist mit Sicherheit einer der schönste Plätze im Großraum Salzburg-Stadt. Die Fahrt mit dem Rad dauert zwar gute eineinhalb Stunden und man muss über 300 Höhenmeter überwinden – wer die Tortur aber überlebt, wird dafür mit einem beeindruckendem Panorama, angenehmen Wassertemperaturen und einsamen Schotterbänken belohnt.

Lasst euch am Weg zum Wiestalstausee von den vielen Kolonnen von Menschen in Neoprenanzügen und mit Helm am Kopf nicht abschrecken. Die gehen zum Canyoning in die Wiestalschlucht oder die Strubklamm und werden euer Badevergnügen nicht stören.

In diesem Sinne: Auf einen guten Sonnenbrand, hoffentlich wenig Nass von oben UND NEHMT EUREN VERDAMMTEN MÜLL MIT NACH HAUSE!!!11!

Paul auf Twitter: @gewitterland

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