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Das Werk: Die Zukunft und die Vergangenheit eines der größten Undergroundclubs Wiens

Das Werk lebt seit seinen Anfängen von Veränderung. Der Betreiber Stizz hat uns die Geschichte erzählt und die neuen Pläne für 2018 präsentiert.

von Fredi Ferkova
20 Oktober 2017, 1:06pm

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Stefan Stürzer

"Diese Wand mag ich am liebsten", sagt mir der Werk-Betreiber Stizz, als wir am Weg nach oben in den Büroraum sind. "Hier haben einfach alle mitgestaltet." Er zeigt auf die vollgekritzelte Wand bei der Bar, gegenüber der einzigen Sitzgelegenheiten im Club. Manchmal mit Bildnissen, öfters mit unlesbaren Sprüchen. Auf der Wand ist kaum noch Platz für Neues und trotzdem kommt es auch mir als Stammgast so vor, als würde man immer Neues im bunten Kritzelchaos entdecken können. Die Wand ist abgefuckt, dreckig und macht keinen Sinn – trotzdem könnte man sie auch nüchtern länger als 20 Minuten betrachten und versuchen zu erfassen, welche Botschaften und Momentaufnahmen die Gäste verewigen wollten. Es liegt ein bisschen Kunst in dieser Wand begraben, aber auch ein bisschen Anarchie. Die Wand erzählt Geschichten, die vielleicht nicht zusammenhängen oder viel Sinn machen, aber spannend sind. Die Wand ist wie das Werk selbst und dessen Geschichte.

Die Geschichte beginnt mit einem jungen Mann vom Land, der mit einem Soundsystem, mehreren Flaschen Bier und Freunden mit Partys in Oberösterreich begonnen hat. 2017 und gute 15 Jahre später trägt Stizz Hemd, führt mehrere Projekte und beschäftigt alleine im Werk 25 Angestellte. Es ist die Geschichte eines erfolgreichen Clubs mit einem Betreiber, der bis heute – wenn auch gealtert, mit schütterem Haar und gebügeltem Hemd – den Underground in Wien am Leben hält. Mit Underground meine ich: Ein Lokal, in dem die lustigsten und schrägsten Individuen arbeiten und verweilen. Ein Lokal, das von Tekk über Psy bis Techno alles am Wochenende spielt. Ein Laden, in dem man länger nach einem Gast mit einem klassischen Nine-to-five-Job sucht als nach einer fremden Umarmung. In den sieben Jahren seines Bestehens hat das Werk Einiges erlebt und es alterte mit Stizz. Wenn er über das Werk spricht, fallen Wörter wie "mein Baby" und "alles" – seine Identität und die des Lokals sind schon lange nicht mehr auseinanderzuhalten.

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