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schwarz-blau

Sebastian Kurz ist ein Unterstützer von ‘DON’T SMOKE’ (und hat gerade das Rauchverbot abgeschafft)

Irgendwie ist eh schon alles wurscht.

von Christoph Schattleitner
11 Dezember 2017, 5:24pm

Dieser Artikel ist Teil unserer laufenden Berichterstattung über die schwarz-blaue Regierung, die wir hier unter dem Namen “Schwarz-blaue Geschichten” gesammelt haben.

Österreich ist ein sehr, sehr tolles Land. Es ist ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten, indem man Dinge tun kann, die andernorts sozial geächtet sind. Sebastian Kurz ist einer, der diese wundervolle Freiheit in Anspruch nimmt. Er vertritt als baldiger Bundeskanzler eine komplett andere Meinung als als Außenminister vor zwei Jahren.

Als 2015 der Journalist und Raucher Kurt Kuch, der den Lauf seines Lungenkrebs bloggte, verstarb, bekam die Initiative "DON'T SMOKE" politischen Aufwind. Unter anderem trat der damalige Außenminister Sebastian Kurz als prominenter Unterstützer der Initiative von Österreichischer Krebshilfe und Ärzte-Vereinigung auf. Kurz sagte:

"Die Gesundheit ist das Wertvollste – und für jede und jeden wichtig, um das Leben so führen zu können, wie man es will. Die Kampagne 'DON’T SMOKE' leistet hier einen wesentlichen Beitrag für die Bewusstseinsbildung für einen möglichst gesunden Lebensstil in Österreich. Als Nichtraucher unterstütze ich die Kampagne sehr gerne", Sebastian Kurz am 14.11.2014

Und wohl aufgrund des politischen Drucks von "DON'T SMOKE" wurde wenige Monate nach der Aktion das allgemeine Rauchverbot in der Gastronomie von SPÖ und ÖVP eingeführt. Sebastian Kurz hat sich also für die Einführung des Verbots stark gemacht, im Parlament dafür gestimmt und es nun, zwei Jahre danach, wieder abgeschafft.

"Der Rücktritt vom Rauchverbot wäre ein Rückschritt ins gesundheitspolitische Steinzeitalter", Erwin Rasinger, ehemaliger ÖVP-Gesundheitssprecher und Arzt am 10.12.2017 zum Kurier

Nun könnte man einwenden, dass es doch gut ist, wenn Politiker aufgrund veränderter Umstände ihre Meinung ändern. Aber zum einen ist Rauchen nach wie vor gesundheitsgefährdend und zum anderen bemerken wir bei Sebastian Kurz eine gewisse Regelmäßigkeit, was 180-Grad-Drehungen betrifft. In "Wir haben den alten Sebastian Kurz mit dem neuen Sebastian Kurz diskutieren lassen" haben wir bereits in dutzenden Punkten den krassen Unterschied zwischen Kurz und Kurz herausgearbeitet.

Update 12.12.2017, 11:30: Der Präsident der Österreichischen Krebshilfe, Paul Sevelda, der die Aktion "DON'T SMOKE" betreibt, hat uns eine Stellungnahme zu Sebastian Kurz' Schwenk geschickt:

Mit der Aufhebung des 2015 beschlossenen Rauchverbots präsentieren sich Sebastian Kurz und die neue Regierung als die erste Bundesregierung in Österreich, der die Gesundheit der Bevölkerung egal ist.

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