Armando (l.) hat Caracas verlassen, um der Gewalt zu entkommen | Alle Fotos: Ronald Pizzoferrato 

Wie ein Schuss alles veränderte: Eine Geschichte aus einer der blutigsten Städte der Welt

"70 Prozent der Freunde aus meiner Kindheit mussten Venezuela verlassen, sind im Gefängnis oder tot", sagt Armando.

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21 Dezember 2018, 10:58am

Armando (l.) hat Caracas verlassen, um der Gewalt zu entkommen | Alle Fotos: Ronald Pizzoferrato 

Maria: "Du musst sofort kommen!"
Armando: "Was ist los?"
Maria: "Kann ich nicht am Telefon sagen. Aber du musst sofort kommen!"
Armando: "Ist etwas Schlimmes passiert?"
Maria: "Ja. Aber ich kann dir jetzt nicht mehr sagen. Du musst kommen."

Maria vergaß an diesem Abend im Juli 2017 eine Sache zu erwähnen, als sie ihren Ehemann anrief: wohin er so dringend kommen musste. Und so fuhr Armando, 27 Jahre alt, Manager einer Obdachlosenunterkunft, dreifacher Vater, in die falsche Richtung durch Caracas. Jener venezolanischen Stadt, die seit Jahren eine der höchsten Mordraten der Welt aufweist. Er landete beim Haus seines Schwiegervaters, wo niemand wusste, was er dort eigentlich wollte. Stattdessen hätte er auf der Intensivstation sein sollen, wo niemand wusste, ob Armandos einjähriger Sohn überleben wird.

Kurz zuvor war ein Querschläger einer Schießerei in die Körper seiner Ehefrau und seines Kindes gedrungen. Die Kugel, die das Leben von Armando und seiner Familie für immer verändern sollte. Die Kugel, die genauso gut jeden anderen in Caracas hätte treffen können. Die Kugel, die Armando in die Schweiz bringen sollte.

"70 Prozent der Freunde aus meiner Kindheit mussten Venezuela verlassen, sind im Gefängnis oder tot", sagt Armando. Heute gehört auch er zu diesen 70 Prozent. Armando heißt eigentlich anders, aber seinen richtigen Namen möchte er im Text nicht lesen, weil er unsicher ist, ob das sein weiteres Leben in der Schweiz beeinflussen würde. Jetzt sitzt er hier, in einem Berner Café, wo alles so anders ist als in Caracas. Wo er täglich versucht, eine neue Heimat zu finden, obwohl er 8.000 Kilometer von seiner Frau und seinen drei Kindern entfernt lebt, obwohl er die Sprache noch nicht spricht. "In Bern kannst du sorglos vor einem Café sitzen", sagt Armando. "In Caracas gehst du 200 Meter und könntest mit jedem Schritt dein Leben verlieren." Er wisse dort nie, wann und hinter welcher Ecke Gefahr lauere. "Das Einzige, vor dem ich mich hier fürchte", sagt Armando, "ist der Winter. Ich habe noch nie in meinem Leben einen Winter erlebt."

Eine Frau telefoniert in einem Treppenhaus
Armandos Ehefrau Maria in Caracas | Foto: Ronald Pizzoferrato

Antímano. Offiziell: ein 150.000-Einwohner-Stadtteil von Caracas. Inoffiziell: ein weiteres Ghetto. Ein Viertel, von dem Einwohner sagen, dass du nur im eigenen Zuhause weißt, dass du überleben wirst. Hier entstehen YouTube-Videos, in denen Menschen in ihren Autos sitzen und kreischend davon rasen, weil auf der anderen Seite der Karosserie Menschen gelyncht werden. Hier fließt nur einmal wöchentlich Wasser. Armando ist hier geboren und aufgewachsen. Maria kannte die Regeln von Antímano nicht, als sie die behütete Vorstadt hinter sich ließ, um mit Armando zusammen zu leben.

Die flachen Häuser von Antímano pressen sich dichtgedrängt an einen Berghang
"Bist du ehrlich und begegnest den Leuten mit Respekt, kannst du überleben", sagt Armando über Antímano | Foto: Ronald Pizzoferrato

In Antímano heisst das Pendant zu "Schule, Lehre, Durchschnittsjob", was viele Schweizer Biografien eint, oft Schulabbruch, Gangster-Dasein, Tod. "Jeder, der sich nicht bewusst von Verbrechern distanziert, kann hier als Gangster enden", sagt Armando. Oft geschehe das aus einer existenziellen Notwendigkeit heraus: 82 Prozent der Bevölkerung Venezuelas leben in Armut. Fast 3 Millionen Kinder verpassen Schulstunden – häufig weil ihr Hunger andere Prioritäten vorgibt. Die Inflation betrug allein 2018 über eine Million Prozent – 2019 schätzt der Internationale Währungsfonds, soll es noch schlimmer werden.

"Du gehst jeden Tag zur Schule, hast keine Zeit, kein Geld und keine Jordans", sagt Armando. "Gleichzeitig siehst du einen Typen, der jeden Tag nur an der Strassenecke steht aber die krassesten Schuhe, das beste Motorrad und die schönsten Frauen hat." Viele würden sich dann fragen: Mache ich wirklich alles richtig, wenn ich nichts habe und einer wie der alles hat? Gangster werden so zu Helden, vor und nach ihrem Tod. "Triffst du einen Gangster, der 30 Jahre alt ist, ist das eine Ausnahme", sagt Armando. "Die meisten sterben zwischen 16 und 22."


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Dass Armando heute 28 Jahre alt ist, hat er wohl dem Zufall zu verdanken. "Mein Vater macht Salsa", sagt er. "Durch die Musik hat er das Ghetto aus unserem Haus gehalten. Er hat mich immer gelehrt, auf mein Herz zu hören, meinen Leidenschaften zu folgen." Mit 15 Jahren traf Armando, anders als viele seiner Schulfreunde, deshalb eine Entscheidung: ebenfalls für die Straße, doch gegen eine Zukunft mit viel Geld, den krassesten Schuhen und den besten Motorrädern. Er entschied sich für Graffiti.

"Machst du Graffiti, beschäftigst du deinen Kopf. Du musst rausgehen, um zu malen. Du bist nicht ständig im Ghetto, wo du deine Zeit verschwendest", sagt Armando. Über Graffiti fand er zu Rap, erzählte in seinen Songs Geschichten aus seinem Alltag: "Ich ließ meine Gefühle raus, auch um mich selbst freier zu fühlen." Rap und Graffiti brachten ihn in andere Viertel der Stadt. Er traf Sänger, Fotografen und Graffiti-Artists, die bereits etabliert waren – auch international.

Armando wohnte im Ghetto, doch sein Leben fand nun auch außerhalb statt, gemeinsam mit Leuten, die wie er eine Leidenschaft für Kunst haben – so wie es ihm sein Vater immer geraten hat. Armando sagt, vielleicht auch um zu unterstreichen, dass das alles wirklich stimmt: "Einmal hat sogar Residente einen meiner Songs in seiner Instagram-Story präsentiert." 24 Stunden lang soll er seinen über zwei Millionen Followern gesagt haben: "Hört euch das an!"

Der Tag, der Armandos Leben für immer verändert hat

Die Kugel, die im Juli 2017 das Leben der Familie für immer veränderte, bohrte sich in das Fleisch zwischen Marias rechtem Daumen und Zeigefinger und weiter in den Rücken des einjährigen Sohnes auf ihrem Arm. Sie verfehlte die Wirbelsäule des Kleinkindes knapp, streifte seine Lunge und trat am Genick wieder aus. Armando wusste davon nichts, als er endlich im Wartesaal des Spitals ankam. Die Ärzte sagten ihm bloß, seine Frau und sein Kind seien angeschossen worden und dass er doch bitte ruhig bleiben solle. "Ich habe ihnen nicht geglaubt", sagt er, "solche Dinge kann man nicht glauben, bis man sie gesehen hat". Nach einer halben Stunde durfte Armando endlich zu Maria. Ihre Hand: offen, blutüberströmt. Ihr gemeinsames Kind: soweit sie wisse auf der Intensivstation, mehr wusste sie auch nicht.

Maria zeigt ihre vernarbte rechte Hand, die die Kugel damals traf
Maria hatte Glück, dass die Kugel nur ihre Hand traf | Foto: Ronald Pizzoferrato

Als Armando Maria das erste Mal sah, hatten beide gerade die Highschool abgeschlossen. Maria, aus dem Vorort mit den Malls, den Clubs und den geraden Lebensläufen. Armando, aus dem Ghetto mit der Coca-Cola-Fabrik, den Straßenpartys und den Gangstern. Das war vor elf Jahren. Vor zehn kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt, vor acht Jahren ein Junge, vor zwei Jahren dann der Junge, um dessen Leben sie nun bangten. "Deine Träume ändern sich, wenn du Kinder hast", sagt Armando. "Das Hauptziel ist, sie aufwachsen zu sehen."

Drei Kinder – zwei Jungs, ein Mädchen – im Grundschul- und Kindergartenalter stehen vor einer nackten Betonwand
Die drei Kinder von Maria und Armando | Foto: Ronald Pizzoferrato

"Wer weiß, wem das gehört?", fragte eine Ärztin in den Wartesaal. In ihren Händen ein T-Shirt, eine Hose, Schuhe, vollgesaugt mit Blut. "Ist er am Leben?", fragte Armando. "Bewahren Sie Ruhe", antwortete die Ärztin, "das Kind verliert viel Blut." "Ich wurde wütend", sagt Armando. Wütend auf die Ärzte, weil er nicht gewusst habe, was mit seinem Kind los war. Wütend auf seine Frau, weil er ihr die Regeln Antímanos doch Stück für Stück beigebracht hatte, ihr immer gesagt hatte, sie dürfe nicht einfach mit den Kindern auf die Straße gehen.

Nach drei Stunden im Krankenhaus erfährt Armando: Sein Sohn lebt. An Details erinnert er sich kaum. Lediglich: Er trug eine Maske über dem Mund, einen Schlauch im Einschussloch, anscheinend um innere Blutungen zu verhindern. Die Ärzte sagten: "Das Kind muss über Nacht hier bleiben, um zu prüfen, wie stabil es ist." Armando verstand im ersten Moment nur: "Mein Sohn kann morgen tot sein."

Dass es nicht soweit kam, dafür musste er auch selbst sorgen. Über einen Social-Media-Post trieb Armando ein Medikament auf, das sein Sohn benötigte, damit die sonst wohl tödlichen Verletzungen an der Lunge verheilen. Notwendig war Armandos Einsatz, weil das Gesundheitssystem in Venezuela kurz vor dem Kollaps steht. Nur jedes fünfte bei einer landesweiten Studie untersuchte Spital hat fließend Wasser. Patienten bringen sogar ihre eigenen chirurgischen Instrumente mit in den OP. "Für Röntgenaufnahmen musste mein Sohn in ein anderes Spital gebracht werden", sagt Armando. Nach vier Tagen auf der Intensivstation bewegte der Einjährige zum ersten Mal wieder seine Arme und Beine – er hatte tatsächlich überlebt.

Maria hält ihren Sohn im Arm
Armando hält seinen Sohn im Arm
Die Narben auf dem Rücken des Kindes zeigen für immer, wo die Kugel an den linken Rippen in den Körper eindrang und wo sie ihn an der Wirbelsäule wieder verlassen hatte | Foto: Ronald Pizzoferrato

"Wenn solche Schießereien passieren, weißt du, dass die Colectivos dahinter stecken", sagt Armando. Colectivos sind lose Organisationen, die viele Formen annehmen können. In manchen organisieren sich Leute aus der gleichen Nachbarschaft, um ein Hobby zu pflegen. In anderen kämpfen Leute gegen Gegner der Regierung, auch mit Gewalt. Hugo Chàvez wird beschuldigt, bestimmte Colectivos mit Geld, Sturmgewehren und Granaten zum bewaffneten Flügel seiner Revolution aufgerüstet zu haben. "Colectivos tauchen heute überall dort auf, wo die Regierung Menschen aus der Reihe tanzen sieht", schreibt die New York Times . Nicht nur, wenn die Colectivos dabei helfen, Proteste gegen die Regierung niederzuschlagen, sondern laut NGOs auch, wenn sie Bewohner bespitzeln sowie Schulen, Spitäler und Geschäfte kontrollieren. Mit Strafen müssen die Mitglieder der Colectivos kaum rechnen. Nicht einmal dann, wenn sie vor den Augen der Gesetzeshüter auf Journalisten, Studenten und Demonstrierende einprügeln. Ein Polizist sagte laut einem Bericht von Human Rights Watch: "Würde ich ein Mitglied eines Colectivos festnehmen, würde ich meinen Job verlieren."

Ein Mann mit Basecap, T-Shirt und einem Tuch vor dem Gesicht hält eine Pistole hoch und reckt den Daumen der anderen Hand
Ein normaler Kleinkrimineller für die Verhältnisse in Caracas, in seiner Hand eine Taurus PT92 | Foto: Ronald Pizzoferrato

Armando und Maria geben eine Anzeige gegen unbekannt auf. Obwohl sie wissen, dass der Täter wahrscheinlich nie gefunden wird, und dass die Polizisten die Colectivos informieren, wenn jemand gegen sie vorgeht. Sie ahnten bereits, dass eine Anzeige deshalb nur für die eine Seite Konsequenzen hat: für Maria, Armando und ihre drei Kinder. Marias Familie hörte von Freunden, dass sie bedroht werden: "Nehmt die Anzeige besser zurück. Ihr wisst ja, was sonst passieren kann." Armando zieht mit seiner Familie weg aus dem Viertel seiner Kindheit, er wechselt den Job. Doch die Furcht bleibt. "Ich konnte meinen Kindern nicht mehr sagen: 'Los, gehen wir in den Park spielen!' Zu groß war die Angst davor, was draußen passieren kann", sagt Armando. "Für mich war klar, ich muss etwas ändern."

Wie Armando heute lebt

Kanton Bern, im Dezember 2018. Aufstehen, frühstücken, Deutschunterricht von 9 bis 11 Uhr, Mittagessen, spazieren gehen, Freunde treffen, Raptexte schreiben. "Die Tage im Asylzentrum sind langweilig", sagt Armando. "Die Gegend, in der ich wohne, ist sehr isoliert. Ich kenne niemanden." Seine Freunde in Bern kann Armando nur selten besuchen. Mit den 130 Franken, die er alle zwei Wochen für Essen, Trinken, Shampoo, Rasierer, ÖV-Tickets und Bücher bekommt, ist nicht mehr drin. Armando erkundet deshalb die Umgebung des Asylzentrums. Wo kann ich was einkaufen? Wo kann ich welche Buslinie nehmen? Und langsam lernt er seine Mitbewohner kennen. "Sie kommen aus unterschiedlichen Kulturen, Afghanistan, Eritrea oder Äthiopien." In der Schweiz einen sie die Einsamkeit und eine unsichere Zukunft. "Es spendet Trost, nicht allein zu sein", sagt Armando.

Er habe nur ein Ziel: "Ich nehme das auf mich, um meine Familie in die Schweiz zu holen." Armando war der einzige aus der Familie, der sich bereits vor Jahren auf dem Amt einen Pass ausstellen ließ. Seit der Krise ist das kaum mehr möglich. Maria und die Kinder hätten auf dem Schwarzmarkt jeweils bis zu 5.000 US-Dollar bezahlen müssen – zu teuer. Für Armandos Flugticket legten seine Freunde Geld zusammen.

Armando in der Dusche des Asylzentrums
Aufstehen, frühstücken, Deutschunterricht von 9 bis 11 Uhr, Mittagessen, spazieren, Freunde treffen, Raptexte schreiben – der Alltag von Armando | Foto: Ronald Pizzoferrato

Laut der UN haben seit 2015 1.6 Millionen Venezolaner ihr Land verlassen. Die meisten sind nach Kolumbien und Peru ausgewandert, in der Schweiz haben seit 2015 lediglich 69 von ihnen Asyl beantragt. Die Internationale Organisation für Migration vergleicht diese Krise mit jener auf dem Mittelmeer, als 2015 zu Tausenden syrische Flüchtlinge für ein Leben in Sicherheit in Boote stiegen. Wann über Armandos Asylbeschluss entschieden wird, weiß er nicht. "Manche hier warten schon seit zwei bis drei Jahren", sagt er. "Andere haben nach einem halben Jahr den Entscheid bekommen."

Seine Kinder sieht Armando derzeit auf einem 8,4 Zoll großen Display aufwachsen. Täglich telefoniert er mit ihnen und Maria. Es sind die kleinen Dinge, die ihn in diesen Gesprächen interessieren: Essen die Kinder gut? Wie läuft es in der Schule? Seine Freunde nennen Armando "Tablet Boy", weil er das Gerät immer bei sich trägt.

Armando auf seinem Bett in der Schweiz, in der Hand ein Tablet
Das Tablet ist Armandos einzige Verbindung zu seiner Familie, die noch immer in Venezuela lebt | Foto: Ronald Pizzoferrato

Am Tag, als Armando im Juni 2018 seine Familie zum letzten Mal in den Arm nehmen konnte, stieg er in Caracas in ein Flugzeug – nächster Halt: Dominikanische Republik. Neun Stunden nach Frankreich, weiter nach Genf. Vom Jetlag und der Fremde verwirrt, sprach er dort einen Mann an und wollte wissen, ob dieser ihm helfen könne, am Automaten das Ticket nach Bern zu lösen. "Er schaute mich an und sagte, er habe kein Geld für mich", erinnert sich Armando. Er versuchte ihm zu erklären, dass er doch gar kein Geld wolle, sondern lediglich Hilfe: "Er lehnte meine Bitte trotzdem ab." Ein anderer Mann habe das Geschehen verfolgt, kam auf ihn zu und fragte, woher er komme. Er half ihm, Geld zu wechseln, das Ticket zu lösen und das Zugsystem zu verstehen, das im Gegensatz zu Venezuela nahezu perfekt funktioniert. "Es gibt immer Menschen, die bereit sind zu helfen und solche, die nicht dazu bereit sind. Das ist wohl, was alle Länder dieser Welt verbindet", sagt Armando.

"In diesem Gebiet kann alles passieren / die Zukunft dieser Strassen ist wie ein Glücksspiel / es kann dich treffen wie im russischen Roulette / keinem Moment kannst du vertrauen

Drogen und Waffen in Schaukästen / Ecken sind Polygone, wo jeder sein Leben verliert / verlorener Verstand wegen fehlender Bildung / in 100 Jahren wurde alles zerstört, was in 1.000en von Jahren aufgebaut wurde"

– Übersetzte Textfragmente eines Songs, den Armando auf dem Flug nach Frankreich geschrieben hat.

Am Berner Bahnhof traf Armando die Menschen, wegen denen er in die Schweiz und nicht in ein anderes Land geflohen war. Er traf Ronald, der alle Fotos zu diesem Artikel geschossen hat und seit fünf Jahren in Bern lebt. Ronald hatte bereits in Caracas Videos zu Armandos Songs gedreht. "Du musst immer deinem Herz folgen", hatte Armandos Vater seinen Sohn gelehrt.

Armando sitzt in der Straßenbahn
"In der Schweiz sind Menschen pünktlich und der ÖV funktioniert", sagt Armando. "Das ist banal, aber grundlegend für eine funktionierende Gesellschaft." | Foto: Ronald Pizzoferrato

"Was mir und Maria passiert ist, könnte jedem in Caracas passieren", gibt sich Armando sicher – und er sagt, er wisse, dass selbst bei einem positiven Asylentscheid kein einfacher Weg auf ihn wartet. Immer wieder betont er, dass er das alles nicht für sich mache, sondern dafür, dass auch Maria und seine drei Kinder irgendwann ohne Angst nach draußen gehen, irgendwann wieder nur nach vorne blicken und irgendwann in einem Zug sitzen dürfen, der pünktlich sein Ziel erreicht.

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