Das letzte Mahl der Betonküche

In den letzten Jahre hat die Betonküche Spitzenköche aus der ganzen Welt nach Wien geholt. Wir durften dabei sein, als sie letzte Woche im engsten Freundeskreis zu Grabe getragen wurde.

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Nov. 5 2014, 12:15pm

Alle Fotos von Daliah Spiegel, die sich entschieden hat ​ein Restaurant in Shanghai zu eröffnen und noch einen Koch sucht.

​Insgesamt 7 mal hat die Betonküche in unterschiedlichsten Locations in den letzten Jahre ihre Pforten geöffnet, und dabei Spitzenköche aus der ganzen Welt nach Wien geholt. Der Andrang war groß, Abende innerhalb von Minuten ausgebucht.

Aber für Philipp, Martin, Javier und Jonathan ging es bei der Betonküche nie um Geld, immer um die Leidenschaft fürs Kochen, Essen, die Architektur und die sinnvolle Nutzung von Leerstand in Wien. Dementsprechend war es auch passend, das Ende ihres Projekts mit den Menschen zu feiern, die sie in den letzten Jahren bei der Betonküche begleitet haben. Und zwar mit einem kulinarischen Gelage, dass Wien seit der K&K Zeit nicht mehr erlebt hat. Mit Lucas und Simon vom Mochi, Nikolai Kölbl, Nora Kreimeyer, Bernadette Wörndl, der Guerilla Bakery und Sebastian Lippay haben sie sich ein kulinarisches Team an Local Heroes eingeladen, das in einem ehemaligen barocken Speisesaal gemeinsam ein 6 Gänge Menü kreiert hat. Wein floss in Strömen, es wurde gegessen, gelacht und gefeiert, so lange bis es geheißen hat: Lights out in Wonderland.

Vor gut 3½ Jahren, in einer Zeit in der Wien noch dachte, das Wort „Pop-Up" hätte etwas mit Pickel ausdrücken zu tun, haben die vier Jungs begonnen, Leerstände in Wien in temporäre Restaurants zu verwandeln. Sie haben damit gezeigt, dass Essen sehr wohl auch ein Erlebnis sein kann und die Haubenküche aus der Hemdträgergesellschaft geholt. Das war die Geburtsstunde der Betonküche. Wir durften dabei sein, als sie letzte Woche im engsten Freundeskreis zu Grabe getragen wurde.

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